Nicht schießen - ich bin kein Brasilianer!

    • Dieser Fall ist aber nun mal die Grundlage für diese Diskussion und bestimmt auch relevant bei den zukünftigen Verhaltensregeln.

      Und wenn man die Zeit hat abzuwägen

      Von dem Haus bis zum Bus, im Bus, von dort bis zur U-Bahn.
      Wieviel Zeit denn noch?

      Ich sehe keine Polemik, wenn ich danach frage wie viel unschuldige Opfer ihr in Kauf nehmen würdet, um eine unbekannte Zahl an Opfern zu vermeiden.

      Über eins sollte man sich doch im klaren sein.
      Die meißten Anschläge werden schon einige Zeit vor der Ausführung verhindert.
      Direkt an einer Bushaltestelle oder in der U-Bahn dürfte das eh fast unmöglich sein in einer Millionenstadt. Dort laufen einfach zu viel Menschen mit Taschen, Mänteln usw. rum.
      Was ist im Winter? Da trägt so ziemlich jeder einen Mantel oder eine dicke Jacke.
    • Jeder unschuldige Mensch der eines gewaltsamen Todes stirbt, ist einer zuviel, da sind wir uns doch einig. Trotzdem passiert es jeden Tag, im Verkehr oder sonstwo. Gewollt hat es keiner, weder ein Polizist noch ein Verkehrsrowdy, das Ergebnis ist aber im Endeffekt das gleiche. Den Toten bringt alles, was im Nachhinein geschieht, garnichts.
    • Ich nochmal.
      Ja klar ist hier einiges schiefgelaufen und sicher sollte das Konsequenzen haben, muß es sogar, aber was ich die ganze Zeit frage ist, nach welchen Kriterien diese gesteckt werden.
      Und da sind mir eure Ansichten schlichtweg zu einseitig, da man auf etwas reagieren soll und muß, was man gar nicht vorhersehen kann.
      Und da muß ich schlichtweg auf die Frage, wieviele unschuldige Opfer ich in Kauf nehmen würde, antworten: So viele wie nötig, aber da keinen mehr. Und wo das "wie nötig" seine Grenzen hat, das wollte ich von euch wissen, aber ich habe dabei immer nur "nötig sind 0" gehört.

      Warum ich nochmal schreibe ist, daß ich jetzt vielleicht das sage, wovor man sich in der Regel scheut und was keiner gerne sagt, und was ich als Problem schon zu Beginn dieser Diskussion aufgeworfen habe:
      Für mich zählt ein Leben hundertmal weniger, als einhundert Leben und wenn ich die Wahl habe und mich einfach nur entscheiden soll, ob ich vielleicht 101 Leben rette, mit dem Risiko, das alle draufgehen oder aber eines opfere, dafür aber 100 sicher gerettet sind, dann entscheide ich mich klipp und klar für letztere Variante.
      Und wehe, mir kommt jetzt einer damit, was wäre, wenn ich selbst oder meine Familie betroffen wäre, wie ich dann denken würde. Ich sag von vornherein, daß ich mich dann als nicht zurechnungsfähig bezeichnen würde, mal abgesehen davon, daß dieser Einwand einfach nur auf wenig Hirn schließen ließe.


      Liebe Gräfin,
      Kollateralschaden?

      Ein eindeutiges Ja von mir dazu.
      Und solange Du mir keine gravierend bessere Erklärung als die Unschuldsannahme vor Gericht anbieten kannst allemale. :zlücke:
      Und nach eben genau dieser Erklärung habe ich gefragt. :))
    • Nachtrag:

      Am 23. November 2009 gibt die britische Polizei bekannt, eine Abfindung von 100.000 Pfund an die Familie Jean Charles in Brasilien zahlen zu wollen. Gründe für die genannte Summe seien, dass die Familie „relativ arm" sei und Jean Charles ledig gewesen sei.[4] Zum Vergleich nennt der Artikel auch die Abfindungssumme, die der ehemalige Chef der britischen Polizei – Ian Blair – erhielt, als er im Oktober 2008 im Zusammenhang mit den Vorfällen um den Tod Jean Charles zurückgetreten ist: 400.000 Pfund. Die Familie in Brasilien wurde über die Einigung der Anwälte mit der Polizei nicht informiert.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens