Tod des Papstes

    • Ja Du, das ist mir klar.

      Sieh es mal von der Warte, wenn Du diesen Mann betrachtest:
      Er war das Oberhaupt der größten Gruppe von Menschen auf diesem Planeten und wenn man seine Entscheidungen kritisiert und hinterfragt und ihn bewertet, dann muß man sich immer vor Augen halten, daß dieser Mann eben die Aufgabe hatte, bei allem Lenken und Steuern, diese Gruppe mit all ihren Ausrichtungen, Ablegern, Nuancen und Fasetten unter einen Hut zu bekommen. Er konnte tun und lassen, was er wollte, war in seinen Entscheidungen aber nur insoweit frei, als daß er diese Menschen zusammenhalten muß und eben deshalb doch nicht einfach machen, tun und lassen konnte, was er wollte und wie er denkt, sondern Kompromisse eingehen mußte und auch Entscheidungen treffen mußte, die er vielleicht gar nicht so wollte und das, genau das über die ganze Zeit, das rechne ich als sehr sehr große Leistung an, die nicht jeder vollbringen kann und so schon gar nicht. Was seine Entscheidungen angeht, ist nicht nur der Verstand entscheidend, sondern auch der Glaube und die Auffassung dessen und darum würde ich ihm, aufgrund des obengenannten, niemals alles absolut ankreiden.
    • Nein, CB. Einige seiner Entscheidungen waren Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Den Dogmatismus und die Heuchelei des Vatikan (ich sage nicht: der Katholiken) haben allein während der Amtszeit des gerade verstorbenen Papstes Millionen Menschen mit dem Leben bezahlt!

      Und ich glaube nicht, daß das beim nächsten Papst ändert - zumal sich ja anzudeuten scheint, daß der aus dem konservativen Lager kommen wird.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Guten Abend Miteinander!

      Also CB, was Du da eben zum Papst geschrieben hast, das hat mich schon beeindruckt. Das siehst Du schon richtig, er muss eine Kirche führen nicht nur über ein Jahrzehnt, sondern die Kirche soll ja Jahrhunderte überdauern.

      Gräfin, das kann ich Dir nicht übelnehmen, für Dich war er einfach ein alter Mann, der Chef einer Kirche war, mit der Du nichts am Hut hast. Für andere war er das Oberhaupt von vielleicht einer Milliarde Menschen.
    • Gräfin, Du kreidest einem Mann alles an, was über Jahrhunderte gewachsen ist und machst ihn alleine dafür verantwortlich. das viele, sehr viele so denken, wie er, das steht doch unweigerlich fest und jetzt stell Dir mal vor, was passiert, wenn er macht, was er will, wenn er einfach ohne zu überlegen Änderungen vollführt und was weiß ich, ohne alle anderen mit einzubeziehen. dann hätten wir bald ein paar Glaubenskriege.
      Sowas geht nur ganz langsam und sachte und das braucht Zeit. Das ist nicht wie normale Politik.

      Hi cosgan, schön Dich zu lesen. :]
    • Cosgan, ich unterscheide durchaus zwischen Glauben, Religion und Kirchee.

      Ich akzeptiere und achte den Glauben anderer Menschen - und zwar so lange, wie sie meinen Atheismus akzeptieren und mich nicht missionieren wollen.

      Aber ich akzeptiere nicht die Politik der katholischen Kirche, des Vatikans und auch nicht die des Papstes!

      Wenn ich von Millionen Toten spreche, die der Papst auf dem Gewissen hat, meine ich die Aidstoten in Entwicklungsländern, denen erzählt wird, daß Kondome nicht schützen würden; verhungerten oder in die Prostitition verkauften Kindern, die nie geboren worden wären, wenn ihre Eltern hätten verhüten dürfen - und dafür sind sowohl der Vatikan als auch der Papst sehr wohl mitverantwortlich.

      Allerdings ist ihm seine Haltung gegen den Irakkrieg hoch anzurechnen.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Ich verweise dabei auf mein oben Geschriebenes und sage, daß man das nicht so einfach sehen kann und darf. Da prallen Welten aufeinander, die sich über Jahrhunderte entwickelt und auseinanderentwickelt haben und diese anzunähern, das ist ein langsamer stetiger Prozeß, der viel, sehr viel Zeit erfordert.
      Gut, ich sage ja auch, es hätte in seiner Amtszeit mehr gehen können, was man sich von ihm ja auch versprochen hatte, aber mal eben so alles über den Haufen schmeißen, das denke ich, wäre nie gegangen.
    • Ich fand es nicht gut, dass die Kirche und ja, der Papst keinen Schritt entgegengekommen ist, aber diese Überzeugung hatte die katholische Kirche schon immer, jedwedes Leben zu schützen, auch das ungeborener. Jetzt die katholische Kirche für die ganzen Aidstoten in Afrika verantworlich zu machen, das halte ich aber für ziemlich überzogen. Die Menschen sind zwar gläubig, aber genausó wie in Europa sind die Menschen auch ihrem eigenen Gewissen verantwortlich. Die katholische Kirche war auch gegen die Beschneidung junger Mädchen in Afrika, das wurde aber deshalb trotzdem gemacht. Aidstote gabe es genauso in anderen Ländern, vorallem bei Homosexuellen und da hatte der Papst sicher nicht seine Finger drin. Auch hier haben die wenigsten Frauen die Pille nicht deshalb nicht genommen, weil der Papst das gesagt hat, das kannst Du mir glauben und in Afrika war das mit Sicherheit ähnlich.

      Ich streite nich ab, das dieser Papst zu konservativ war. Konservativ zu sein ist aber auch eine Einstellung und er hat es mit dieser Einstellung den Kirchenleuten nicht einfach gemacht.
    • Cosgan, du willst doch wohl nicht die Situation in Afrika ernsthaft der in Mitteleuopa gleichsetzen? :O

      Und wenn jedes Leben schützenswert ist, trifft das dann nicht auch auf den Schutz vor Aids zu?
      Warum nimmt der Vatikan Millionen von Aidstoten (und nicht nur bei Schwulen) in Kauf? X(
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Gräfin, was Du da geschrieben hast, über diese Kondome, das stimmt so nicht. Es wurde von der katholischen Kirche nicht behauptet, dass Kondome nicht schützen würden, sondern sie hat Verhütung grundsätzlich abgelehnt. Der Verkehr war nur für die Fortpflanzung erlaubt. Was glaubst Du denn, wieviele Menschen sich da in Afrika daran gehalten haben? So lasse ich das nicht gelten. Schätze die Macht der Kirche in Afrika nicht zu hoch ein, diese Aidskranken hätte es auch so gegeben, denn die meisten hätten nicht mal das Geld für Kondome gehabt und wenn, dann haben sie das mit Sicherheit nicht wegen des Papstes getan. Dann wären ja alle Aidstote in Afrika Märtyrer.