Macht euch nackich!

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    • Lieber wonderland. Man sollte auch nicht unberücksichtigt lassen, dass der Wissenschaftler eben dieses Zubehör, das er für seine Arbeit braucht, steuerlich absetzen kann und es nur ein Bruchteil ist, das er selbst bezahlen muss. Abgesehen davon, dass es manches abzusetzen gibt, das er garnicht unbedingt beruflich benötigt.
    • Ich darf mich mal zitieren:

      Original von wonderland
      Man kann diese Kosten zwar absetzen, bekommt sie deshalb ja aber nicht vollständig zurück.


      Der "Bruchteil" ist auch bei hohen Steuersätzen immer noch der Großteil. Wenn ich 100 € absetze, zahle ich von diesen 100 € keine Steuern, bei 40% Steuersatz also 40 Euro weniger Steuern. Damit habe ich immer noch 60 Euro selbst gezahlt.

      Was deinen letzten Satz angeht: Erstens ging ich mal von einem legalen Verhalten aus, zweitens darf ja auch ein Geringverdiener Ausgaben von der Steuer absetzen, nicht wahr?

    • zweitens darf ja auch ein Geringverdiener Ausgaben von der Steuer absetzen, nicht wahr?


      Jo, die sogenannten Werbungskosten (falls er nichtselbständig ist). Aber was ist das schon? Ich komme z. B. nicht über den Pauschbetrag.

      Und von den 100,00 € Kosten bekommt er halt auch nur seinen Steuersatz zurück, so dass seine Nettokosten deutlich höher sind.
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.
    • Ja wenn du nicht über den Pauschbetrag kommst, hattest du halt auch die Ausgaben nicht, oder?

      Gut, das mit den Nettokosten ist einerseits richtig, andererseits hat jemand, der weniger verdient ja auch einen geringeren Steuersatz. Ich könnt euch auf den Kopf stellen: Sog. Spitzenverdiener haben Kosten, die Geringverdiener nicht haben. Im Übrigen finde ich die Senkung des Spitzensteuersatzes zur Zeit auch nicht richtig, nur damit hier kein Mißverständnis entsteht. Aber man kann halt auch nicht so tun, als würden alle Besserverdiener, Wissenschaftler etc. (was man so eh wahrlich nicht in einen Topf schmeißen kann) ihr Geld nachgeschmissen kriegen, ohne daß sie was dafür tun müßten.
    • Original von wonderland
      Ja wenn du nicht über den Pauschbetrag kommst, hattest du halt auch die Ausgaben nicht, oder?


      *Haare rauf* Natürlich nicht. Mir ging es darum aufzuzeigen, dass man das halt nicht vergleichen kann.

      Sog. Spitzenverdiener haben Kosten, die Geringverdiener nicht haben.


      Ja klar, die Yacht muss bezahlt werden und der Daimler schluckt ja auch mehr Benzin. Welche Kosten sollen das denn sein, wenn nicht die durch den persönlichen Lebensstil verursachten? Und bitte nicht immer nur an die Wissenschaftler denken. Wir müssen hier trennen zwischen Selbständigen und Angestellten.
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.
    • Ein paar Beispiele habe ich doch schon genannt. Kannst du im billigsten T-Shirt in deine Bank rennen? Eben, aber ein Maler kann das (nein, ich habe nichts gegen Maler, das ist nur ein dahergesagtes Beispiel).

      Was heißt, ich soll nicht an Wissenschaftler denken, um die gings halt. Und ich bin einer. Ich bin letztes Jahr zu einem Seminar in die Schweiz gefahren, das hat mich über 700 Euronen gekostet bei einem monatlichen Netto von 1000 Euro. Heuer werde ich wieder in die Schweiz fahren zu einem Seminar, das wird mich rund 300 Euro kosten. Aus eigener Tasche wohlgemerkt. Ich bezweifle, daß irgendein einfacher angestellter Handwerker solche Kosten hat.

      Freilich muß man trennen zwischen Selbständigen und Angestellten. Was konkret meinst du jetzt?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wonderland ()

    • Jetzt muss ich auch mal sagen.

      Ich kanns nicht mehr hören, kosten hier kosten da..

      Jeder hat seinem Einkommen entsprechend einen Lebensstill.

      Die Reichen einen Teureren, die Ärmeren einen kleinen.

      Die Kleinen möchten gerne auch 1000 Euro mehr im monat haben um besser da zu stehen.

      Hat aber Einem, jemals das Gereicht, was er Verdient hat ? NEIN.

      Im Pazifik gibt es einen Inselstaat, das Leben dort ist sehr Teuer, die Verdienste dort werden Brutto=Netto ausbezahlt und wisst Ihr auch warum ?


      Dieser Staat kennt nur eine einzige Steuer, 40% auf alles was verkauft / gekauft wird.

      Das ist das einzige gerechte Steuersystem das ich kenne.

      Der in deutschland Lebende wird immer gearscht sein, es sein denn er hat Geld genug um einen Steuerberater zu beschäftigen, der A'la Siehe unsere Sportgrößen wie Schumi und Co, alle Steuerschlupflöscher finden wird.

      Seit der Maueröffnung sind die kapitalreichen Unternehmen immer mehr von ihrer sozialen Steuerschuld befreit worden, im gegenzug hat man es den Arbeitnehmern aufgebürdet.

      Das ist jetzt nicht anders mit der Harz reform .

      Der Reiche wird belohnt , der Arme muss auf noch ein Bier mehr verzichten.

      Deutschland hat seine Steuerschuld und Sozialen Verpflichtungen nur den Arbeitenden Aufgedrückt.

      Und das Nervt gewaltig.

      Gerecht hin oder her, die Politiker sollen endlich gerechte Steuern einführen.

      Tom hat recht
      Wonderland aber auch
      Cosgan ebenfalls
      Pete auch

      jeder hat irgendwo recht aber auch unrecht.

      Was hier Fehlt an der Reform, ist eine wirkliche Gerechtigkeit der Mittelverteillung ( geld)
      Der Reichtum gleicht dem Seewasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man. (Schopenhauer, Arthur)
    • Original von wonderland
      Ein paar Beispiele habe ich doch schon genannt. Kannst du im billigsten T-Shirt in deine Bank rennen? Eben, aber ein Maler kann das (nein, ich habe nichts gegen Maler, das ist nur ein dahergesagtes Beispiel).


      Hier kann jeder in einem billigen T-Shirt reinkommen, das hat auf eine eventuelle Kreditentscheidung (falls du das meinst) keinen Einfluss. Im Gegenteil, die gelackten :grins: betrachte ich immer besonders vorsichtig. Aber tut mir leid, habe dein Beispiel nicht verstanden.

      Was heißt, ich soll nicht an Wissenschaftler denken, um die gings halt.


      Nein, es geht um Hartz IV, soziale Gerechtigkeit, Steuersystem und absetzbare Kosten. Außerdem habe ich gesagt, dass wir nicht NUR an Wissenschaftler denken sollten.

      Und ich bin einer. Ich bin letztes Jahr zu einem Seminar in die Schweiz gefahren, das hat mich über 700 Euronen gekostet bei einem monatlichen Netto von 1000 Euro. Heuer werde ich wieder in die Schweiz fahren zu einem Seminar, das wird mich rund 300 Euro kosten. Aus eigener Tasche wohlgemerkt.


      Aber das sind doch die Kosten, die absetzbar sind, nämlich die Werbungskosten. Kann es sein, dass das spezifisch für deinen Berufsstand ist? Wenn ich gut verdienende Angestellte als Kunden habe, sind das fast immer Besserverdienende ohne solche Kosten. Ich nenn jetzt mal das doofe Beispiel Jürgen Schrempp (Nein, nicht mein Kunde :grins: ). Glaubst du, der hat großartige Kosten für Fortbildungsmaßnahmen oder ähnliches?

      Freilich muß man trennen zwischen Selbständigen und Angestellten. Was konkret meinst du jetzt?


      Ich meinte damit, dass die Frage der Steuerabzugsmöglichkeiten nicht berufsbezogen zu sehen ist, sondern von der beruflichen Stellung abhängt. Ein Angestellter kann halt weniger absetzen, als ein Selbständiger.
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.
    • Dieser Staat kennt nur eine einzige Steuer, 40% auf alles was verkauft / gekauft wird.

      Das ist das einzige gerechte Steuersystem das ich kenne.


      Was soll daran gerecht sein? Da ist der eine (Einkommen 500,00 im Monat) der zahlt 40,00 Steuern auf 100,00 Anschaffung und da ist der andere, der zahlt den gleichen Steuerbetrag, hat aber 5.000,00 Einkommen im Monat?

      Sorry, Klapo, das ist jetzt nicht böse gemeint, aber der Rest von deinem Posting erinnert mich sehr an diverse Stammtischgespräche. 8) Allerdings gebe ich dir vom gefühlsmäßigen Inhalt her recht, es muss sehr viel geändert werden in Deutschland und Hartz IV ist wohl nicht der große Wurf.

      Ich sehe die beiden größten Probleme darin, dass die Politik in viel zu starren Strukturen gefesselt ist und nur noch von Wahl zu Wahl denkt und danach handelt. Das zweite Problem liegt m. E. darin, dass wir alle mehr wollen und keine Einschränkungen akzeptieren möchten (das bezieht mich durchaus ein, sich aber nicht auf die Arbeitssuchenden). Wir müssen langsam akzeptieren, dass wir uns unseren Staat, wie wir ihn gewohnt sind, nicht mehr leisten können.
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.
    • Hallo,

      ein paar Anmerkungen möchte ich auch zum Thema Hartz und den bisherigen Argumenten machen.

      Ich glaube, daß es keinen Sinn macht, alle Berufsgruppen abzuklappern und nachzuschauen, wo noch Luft zum Abkassieren ist. Es ist mir auch zu einfach zu sagen “Es ist kein Geld mehr da also müssen wir irgendeiner beliebigen Gruppe der Gesellschaft die Leistungen entziehen”.

      Sicher gibt es Bereiche, wo staatliche Leistungen gekürzt werden können aber auch das reicht nicht für eine dauerhafte Lösung des Problems. Man denke nur mal an den Vorteil, den Reiche allein durch eine andere Steuerklasse haben, weil sie ein Kind haben. Dieser Vorteil kann so groß sein wie das Gesamteinkommen eines Durchschnittsverdieners.

      Zum Thema Wissenschaftler-Abwanderung würde ich die Forderung erheben, daß die Ausbildungskosten in vollem Umfang zurückzuzahlen sind. Man stelle sich mal vor, jemand verläßt das Land, weil er keine Lust hat, sich durch eine Zusatzsteuer an den Wiedervereinigungskosten zu beteiligen.

      Dann wurde noch die Generationenfrage angeschnitten. Die hohe Schuldenbelastung unseres Landes ist allein auf die mangelnde Ausgabendisziplin (Wahlgeschenke) unserer Politik zurückzuführen. Ein Haushalt gilt dann als verfassungskonform, wenn die Neuverschuldung die Investitionen nicht überschreitet. Das ist ein eklatanter systematischer Fehler, weil die Investitionen nicht notwendigerweise zu Steuermehreinnahmen oder sonstigen Einnahmen führen, mit denen die Neuverschuldung getilgt werden könnte. Dann wäre nämlich keine Belastung zukünftiger Generationen gegeben. In der Realität führen diese sogenennten verfassungskonformen Haushalte jedoch zu einer systematischen Erhöhung des Schuldenberges. Eichel hat mit seiner Philosophie recht. Nur wurde er von der Realität der Notsituation überholt.

      Es gäbe noch andere Bereiche, wo Geld gespart werden könnte bzw die Staatseinnahmen und die Einnahmen der Sozialkassen verbessert werden könnten: Staatsquote, Steuerreform und Schwarzarbeit zum Beispiel. Warum wurde die Rente gekürzt und die Pensionen der Beamten nicht?

      All diese Probleme müßten ebenfalls gelöst werden. Das scheitert jedoch an der Feigheit der Politik, einzelne Gruppen zu belasten. Mit Ausnahme der Arbeitslosen natürlich. Ich möchte mal einen anderen Diskussionsansatz anbieten. Ich stelle einfach die Frage, wer unsere gesamtgesellschaftlichen Risiken tragen soll und ob die Arbeitslosigkeit dazu gehört? Arbeitslosigkeit kann dann ein individuelles Risiko sein, wenn dem ein ausgeglichener Arbeitsmarkt gegenübersteht. Wenn eine Gesellschaft jedoch eine jahrzehntelange Massenarbeitslosigkeit zu verkraften hat, würde ich das als gesamtgesellschaftliche Belastung bezeichnen, die dann auch logischerweise von der Gesamtgesellschaft zu tragen ist. Der Einzelne hat keine Möglichkeit, diesem Risiko auszuweichen.

      Ich vertrete also die Auffassung, das die gesamtgesellschaftlichen Belastungen auch von der Gesamtgesellschaft in solidarischer Weise zu tragen sind. Die Hartz-Gesetzgebung ist jedoch alles Andere als eine solidarische Lösung. Im Gegenteil. Sie erzeugt den Eindruck, daß die Arbeitslosen selber schuld sind und man hat das ungute Gefühl, daß es sich hierbei um eine große Koalition aus Regierung, Opposition, Arbeitgebern und Pöbelmeinung handelt. Obwohl das niemand von der politischen Bühne laut sagen würde, kann man die Gesetzesvorschriften nur als “Strafmaßnahmen” interpretieren.

      Mit schöner Regelmäßigkeit liest man jedes Jahr, daß die Steuerhinterziehung ca. 50 Mrd. Euro beträgt. Und wenn dann jemand nach mehr Kontrolle ruft, kommt die großzügige Antwort “Wir wollen doch keinen Überwachungsstaat”. Was ist Hartz anderes als der perfekte Überwachunsstaat? Zynischerweise werden die Leute überwacht, die sowieso nichts haben und trotzdem unter Generalverdacht gestellt werden. Aber sie können ja das Land nicht verlassen..............

      Die Entsolidarisierung der Gesellschaft schreitet fort und mündet in eine neue Form der Klassengesellschaft. Wie lange das gut geht möchte ich garnicht so genau wissen.
    • Eine eben aufgeschnappte Meldung aus den Kurznachrichten von WDR2 lautet:

      Die durchschnittliche Arbeitszeit ist im letzten Quartal um 1,8 Stunden gestiegen.

      Das wäre eine Steigerung um ca. 4%, die an den Arbeitslosen vorbeigegangen ist.

      Ich halte es für völlig ausgeschlossen, daß sich der Arbeitsmarkt ohne mindestens vorübergehende dirigistische Eingriffe wieder erholen wird. Das wird natürlich nicht geschehen, weil man dann gleich mehrere Gruppen der Gesellschaft gegen die Politik aufbringt. Es ist ja einfacher, wenn man nur einen Gegner hat nämlich die Arbeitslosen.
    • Was soll daran gerecht sein? Da ist der eine (Einkommen 500,00 im Monat) der zahlt 40,00 Steuern auf 100,00 Anschaffung und da ist der andere, der zahlt den gleichen Steuerbetrag, hat aber 5.000,00 Einkommen im Monat?


      Gerecht ist, das egal was du verdienst , bei Verbrauch den selben Steueranteil zu Zahlen hast.

      Und es liegt an dir selber ob du dein Geld ausgibst oder nicht.

      Wer 500 hat kann halt auch nur 500 ausgeben

      Und da erfahrungsgemäß der mit 5000 auch höhere Ansprüche stellen wird gibt er auch mehr aus.

      Keiner zieht dir eine Steuer zwangsmäßig ab ( wie z.B Lohnsteuer in D. ), es ist eine reine Verbrauchssteuer, wer wenig verbraucht , zahlt auch wenig .

      Und alle zahlen den gleichen Anteil bei Verbrauch.
      Der Reichtum gleicht dem Seewasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man. (Schopenhauer, Arthur)
    • Sorry, das ist aber nur für die Dinge gerecht, die ich mir freiwillig kaufen möchte (Fernseher, Digicam, PC etc.).

      Wenn es aber an die normalen Lebenshaltungskosten geht (Strom, Gas, Wasser, Lebensmittel, Miete usw.), hört die Gerechtigkeit auf, denn die muss ich kaufen. Und dann wird der Geringverdiener bei seinem täglich Brot genauso hoch belastet wie der Besserverdienende?
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.
    • Pete

      Wenn man schon Steuern bezahlen muss, dann ist es doch gerecht wenn alle den gleichen satz Bezahlen müssen.

      Dafür wird dort auch Brutto = netto ausgezahlt.

      Soll der besserverdienende denn deshalb 20% mehr bezahlen?

      Wenn schon, dann gleiches Recht für alle.

      Und der Verdienst ist dann vom persönlichen können und geschick abhängig.

      aber ich glaube wir kommen hier langsam vom Ursprungsthema ab.

      Hier gehts doch darum das mit Hartz jeder Empfänger dieser Leistung sich
      um seine ggf bis dahin angehäuften, Ersparnisse und Wertsachen fürchten muss, ebenso der Lebenspartner, vieleicht sogar sein eigenes Haus verliert, wenn die Behörde willkür walten lässt.

      Und bei einer ertappten Fehlangabe, mit einer sofortigen Kürzung von 30% bis hin zum wegfall der Leistung zu rechnen hat.
      Der Reichtum gleicht dem Seewasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man. (Schopenhauer, Arthur)
    • Klapo, das ist in meinen Augen eine Milchmädchenrechnung und überhaupt nicht praktikabel, so lange das nicht nur sogenannte Luxusgüter betrifft. Und was dazu zählt, ist ja auch wieder eine Definitionsfrage.

      Die Steuerprogression halte ich für durchaus vernünftig - so werden sowohl Besser- als auch Normalverdienende entsprechend ihren finanziellen Möglichkeiten an den Ausgaben des Staates beteiligt. Daß es für überdurchchschnittlich gut Verdienende ganz andere (legale) Möglichkeiten der Steuervermeidung gibt, steht auf einem anderen Blatt.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Nichts ist an Beliebigkeit mehr zu übertreffen als der Begriff "Gerechtigkeit".

      Für mich wäre es zum Beispiel gerecht, wenn diejenigen, die den größten persönlichen Nutzen aus einer funktionierenden Gesellschaft ziehen, auch den größten Teil der Belastungen und Risiken tragen.

      Ich hänge immer noch dem Wunschtraum nach, mal zuzuschauen wie ein Millionär ohne Volk auf einer einsamen Insel versucht, reich zu werden.

      Es ist schon ein neckisches Spielchen mit den angeblich "gerechten" Beiträgen, die jeder zu leisten hat. Jeder Hilfeempfänger und jeder Millionär zahlen 10 Euro Praxisgeld. Wenn es aber um Gewinn- und Einkommenssteigerungen geht, wird auf die Prozentrechnung umgeschaltet. Dann bekommt auch jeder seine "gerechten" gleichen Prozentsätze. Nur dann macht das bei den Reichen einige Tausend aus und bei den Armen einen Zehner.

      Diese Art der Gleichbehandlung kann man durchgängig in unserer Gesellschaft überall beobachten. :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Onkel_J ()

    • Original von Orthogräfin
      Die Steuerprogression halte ich für durchaus vernünftig - so werden sowohl Besser- als auch Normalverdienende entsprechend ihren finanziellen Möglichkeiten an den Ausgaben des Staates beteiligt.



      Das ist ja auch Sinn und Zweck der Sache. Wenn man jedoch nicht mehr sieht, wo und wie der Staat seine Ausgaben tätigt, sinkt die Akzeptanz, Steuern zu zahlen.
      Hier in Berlin nimmt das ganze schon dramatische Züge an. Hilfseinrichtungen werden geschlossen, in den letzten Jahren hat die Stadt 12 von 53 Hallenbäder geschlossen, Strassen werden nicht mehr repariert, ganze Gegenden vermüllen, die schulischen Einrichtungen & die Kindergärten sparen sich zu Tode, Zuschüsse für Forschung, Wissenschaft, Kultur und dem öffentlichen Nahverkehr werden gestrichen, Büchereinen werden geschlossen, Zuzahlungen im Gesundheitswesen werden zurückgefahren und diese Liste lässt sich beliebig verlängern.
      Auf der anderen Seite kassiert der Staat Lohnsteuer, Erbschaftssteuer, Mineralölsteuer, Kfz-Steuer, Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer, Grundstücksteuer, Alkohol- und Tabaksteuer, Ökosteuer, Spekulationssteuer und und und.
      Darum halte ich den Ruf, nach mehr Steuern für besserverdienende für überflüssig, lieber sollte der Staat anfangen, wie jeder normale Haushalt auch, mit dem was er zur Verfügung hat auszukommen.
      Mal davon abgesehen, hat ein Besserverdienender mit dem Kauf eines Audi A8 für 60 000 € schon mehr Mehrwertsteuer gezahlt als die allermeisten von uns Steuern insgesamt im Jahr.
      Ich vermisse hier die Frage, wo sinnvoll gespart werden kann und wie vorhandene Gesetzesgrundlagen genutzt und umgesetzt werden können (Steuerverlust durch Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft - > 80 - 120 Milliarden jährlich, 18 Milliarden Euro Steuerverlust durch Betrug bei der Umsatzsteuer jährlich u.s.w) anstatt uns, wie die Damen und Herren aus der Politik über noch mehr Einnahmemöglichkeiten zu unterhalten.



      MfG
      Tom
      Büchermäßig bin ich nicht so lesetechnisch unterwegs!

      Cora Schumacher