Macht euch nackich!

    • Wie ich finde, ein unangemessenes Beispiel.
      Wir haben Millionen von Arbeitslosenhilfeempfängern und Sozialhilfeempfängern.
      Wenn man dann von "massenhaft Schmarotzern" spricht, müßten ja Millionen Menschen gemeint sein.

      Genau diese Auflistung von extremen Einzelfällen, die auch in dieser Form durch die Medien wandern, machen diese Stimmungsmache gegen die schwächsten der Gesellschaft erst möglich.
    • "Solange noch nichtmal für die Nicht-Faulenzer Arbeitsplätze vorhanden sind, ist es völlig wurscht, ob es Faulenzer gibt oder nicht."

      Noch vor einiger Zeit konnten im Rhein-Main-Gebiet Ausbildungsstellen mangels ausbildungswilliger oder -fähiger Bewerber nicht besetzt werden. Handwerker haben händerigend Personal (sogar nicht ausgebildetes) gesucht. Oft vergeblich.

      Ich gehe auch heute davon aus, daß es deutlich mehr offene Stellen gibt, als die gemeldeten. Derjenige, der der Meinung ist, sein Leben auf Kosten der öffentlichen Hand zu bestreiten, hat nach meiner Ansicht das Recht auf (ungekürzte) öffentliche Hilfe verwirkt. Dabei ist es mir wiederum wurscht, ob es ausreichend Arbeitsplätze gibt oder nicht.

    • der Kanzler beklagt sich öffentlich über die Erschleichung von Hilfeleistungen. Dann frage ich doch mal, warum er nicht stärker kontrolliert? Ewa so, wie er das jetzt mit den Anträgen zu ALGII macht. Wenn die staatliche Verwaltung unfähig ist, Kriminalität zu verfolgen, sollte der Kanzler lieber schweigen.


      Na deswegen macht man doch die ganze Aktion. Es geht generell mehr in Richtung Kontrolle.

      Und ich verstehe jetzt nicht warum bei Leuten die ungerechtfertigt Leistungen beziehen nicht gespart werden kann oder darf? Da die die gerechtfertigt Leistungen beziehen auch noch nicht geholfen wurde? So lese ich hier einige Posts. Unser Landespapi hat letztens bemerkt das als Saisonkräfte in der Landwirtschaft fast ausschließlich Polen zum Zug kommen. Warum das?



      Was die Ost-West-Debatte angeht kann man glaube ich morgen um 18 Uhr nen neuen Thread aufmachen. Also ich erfahre davon auch nur aus den Medie. In meinem Umfeld ist das überhaupt kein Thema. Aber morgen sprechen die Zahlen. Mir wird anders wenn man von 9% Stimmen für die NPD liest. Wer oder was treibt die Leute so in deren Arme?
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • TT,
      So lese ich hier einige Posts.

      Dann liest Du die Posts falsch. Natürlich muß ungerechtfertigter Leistungsbezug geahndet werden. Ich glaube niemand hier sagt was anderes.

      Ach, und dann kommt noch das Spargelargument. Warum glaubt die Gesellschaft, daß sie Anspruch auf billigen Spargel hat? Auch Spargelstecher müssen von dem Geld in diesem Land leben können.

      Diese Logik gilt für alle Arbeiten, für die die Gesellschaft offensichtlich nicht genug Geld übrig hat. Zum Beispiel den Pflegebereich.

      Wenn die Gesellschaft eine Leistung haben will, muß sie sie bezahlen und nicht einfach sagen "das ist mir zu teuer".
    • Original von Steuerzahler1
      Andererseits zeigt sich der Staat sehr großzügig. Jeder Arbeitsplatz im Kohlebergbau an Saar und Ruhr wird mit jährlich 80.000 € subventioniert.

      spiegel.de/sptv/magazin/0,1518,256015,00.html

      Wie man das einem 50 Jährigen Harz IV Empfänger erklären will, entzieht sich meiner Kenntnis.

      Wohl frei nach dem Motto, lieber die Wahl in Brandenburg als die NRW verlieren.



      Wenn man die nach hause schickt und dennen die Kohle die sie ja ohnehin vom Stadt bekommen auszahlt macht das im Monat 6.666,66€. 8o Das ist Irrsinn!
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Original von Steuerzahler1
      Ich gehe auch heute davon aus, daß es deutlich mehr offene Stellen gibt, als die gemeldeten.

      Und ich gehe auch davon aus, dass es viel mehr Arbeitslose gibt als in der Statistik erfasst sind.
      Derjenige, der der Meinung ist, sein Leben auf Kosten der öffentlichen Hand zu bestreiten, hat nach meiner Ansicht das Recht auf (ungekürzte) öffentliche Hilfe verwirkt. Dabei ist es mir wiederum wurscht, ob es ausreichend Arbeitsplätze gibt oder nicht.

      Das sehe ich genauso.
      Wenn jemand eine Arbeitsstelle angeboten wird und er sie ablehnt - oder jemand sich trotz Aufforderung nicht um eine Arbeitsstelle bemüht -, hat er kein Anrecht auf staatliche Unterstützung in voller Höhe.
      Aber gibt es diese Regelung nicht schon?
      Gibt es nicht die Auflage, Bewerbungen vorzuweisen?
    • Mir ist ein anderes Beispiel in Erinnerung. Eine Friseurin in Ostdeutschland bekommt fulltime etwa 3,50 pro Stunde. In GB bekommt sie über 6,50 wegen einer Mindestlohnregelung.

      Im Übrigen sind gerade die Pflück- und Erntetätigkeiten Schwerarbeit, die wirklich nicht jeder machen kann.

      Wenn man dort alle Arbeitslosen einsetzen würde, wären die Felder in kürzester Zeit so leer wie nach einem Heuschreckenangriff. :D :D
    • @Joei

      Was hat das jetzt mit dem Preis der Spargels zu tun? Die Bezahlung ist mies. Keine Frage. Ausbeutung? Ansichtssache. Die Realität spricht doch längst eine andere Sprache... Weiterhin besteht die Möglichkeit Zuschüsse zu beantragen... Ich sehe da das akute Problem der Ausbeutung nicht...
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Original von catho
      Wenn jemand eine Arbeitsstelle angeboten wird und er sie ablehnt - oder jemand sich trotz Aufforderung nicht um eine Arbeitsstelle bemüht -, hat er kein Anrecht auf staatliche Unterstützung in voller Höhe.
      Aber gibt es diese Regelung nicht schon?
      Gibt es nicht die Auflage, Bewerbungen vorzuweisen?
      Meines Wissens gibt es das schon, tj. Genauso übrigens die Regelung mit der Dreimonatssperre, wenn jemand den Verlust seines Arbeitsplatzes schuldhaft verursacht (beispielsweise durch Diebstahl in der Firma) - oder aber das Arbeitsverhältnis von sich aus kündigt.

      Ich bin allerdings nicht informiert, ob ein Arbeitsloser Bewerbungen vorweisen muß. Falls das der Fall ist, würde mich interessieren, wie das kontrolliert werden soll. Ich habe während meiner eigenen Arbeitslosigkeit dutzende Bewerbungen (auch Blindbewerbungen) an Firmen geschickt, von denen ich nie wieder etwas gehört habe - noch nicht einmal auf meine Bitte hin, mir die Bewerbungsunterlagen zurückzuschicken.

      Joei, die anhaltende Massenarbeitslosigkeit darf in meinen Augen für einen Arbeitslosen kein Vorwand sein, prinzipiell jedes angemessene Arbeitsangebot abzulehnen. Sicher trifft das auf die wenigsten Arbeitslosen zu, aber betrunken oder ungewaschen zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen, damit man den Job nicht annehmen muß, ist nicht nur inakzeptabel, sondern stigmatisiert gleichzeitig alle anderen Arbeitslosen.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens