Nach der Wahl ist vor der Wahl.

    • Original von Sweetie73
      Ich bin auch nicht mit allem einverstanden, was die Regierung machte, aber selbst HartzIV halte ich im Nachhinein für gerechtfertigt, obwohl ich selber davon betroffen bin.

      Ich kann es kaum glauben, was man hier lesen kann. 8o Ist das Selbstbewußtsein abhanden gekommen?

      Hier gehts ja wieder kunterbunt durcheinander mit den Argumenten. Ich empfehle mal, die Lügen eine nach der anderen aufzulösen.

      Die Hauptlüge: Die angebliche Senkung der Lohnnebenkosten.

      Die Behauptung: Durch Senkung der Lohnnebenkosten wird der "Standort" gestärkt.

      Die Behauptung kann schnell widerlegt werden. Mit einer Kostensenkung im Prozentbereich wird sich wohl kaum eine nennenswerte Verbesserung der Wettbewerbssituation etwa gegenüber Osteuropa oder gar China herstellen lassen. Das ist ein Fatamorgana-Argument.

      Das Argument von der Senkung der Lohnnebenkosten lullt die Öffentlichkeit ein. Die Arbeitnehmer glauben "Ach, es sind ja nur die Nebenkosten" und erkennen nicht, daß damit gemeint ist, daß sie in Zukunft diese Kosten selber tragen sollen.

      Es bedeutet entweder geringere Leistungen der Sozialsysteme oder/und eine Privatisierung der Kosten der Sozialsysteme. Im Endeffekt ist es also eine Kostenverlagerung zulasten der Arbeitnehmer ob nun durch Erhöhung der Mehrwertsteuer oder der Beiträge ist egal.

      In jedem Fall ist es ein Abbau des Sozialstaates zu Lasten der Arbeitnehmer bei sinkenden Einkommen.

      Diese gerne geführte Diskussion verdeckt völlig, daß es für die Arbeitgeber viel kostensenkender war, unbezahlte Überstunden zu verlangen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu streichen und bei jedem Arbeitnehmerwechsel niedrigere Einstiegslöhne zu zahlen.

      Aber die Lohnnebenkosten-Debatte eignet sich perfekt dazu, diese wahren Prozesse am Arbeitsmarkt zu verschleiern.

      So kann denn der Angriff auf den Sozialstaat als gelungen bezeichnet werden. Schröder war der perfekte Wegbereiter für Frau M. Sie braucht nur fortzufahren, wo Schröder nicht mehr weitermachen konnte. Sie kann sogar dieselbe verlogene Argumentation mit dem Hinweis übernehmen, Schröder hat ja angefangen.

      Im ersten Schritt ist die Vernichtung des Sozialstaates durch Einrichtung einer Armutsklasse gelungen. Wie erfolgreich diese Strategie war, kann man am Eingangszitat dieses Beitrags nachlesen. Die Menschen beginnen, sich selber schuldig zu fühlen ........

      Der versteckte Clementsche Faulheitsvorwurf ("Fördern und Fordern") hat seine Wirkung nicht verfehlt. Man muß eben den Menschen nur lange genug einreden, daß sie gefödert werden müßten, ohne etwas anbieten zu können. Am Ende werden sie es glauben.

      Es ist eine unbestreitbare und unvermeidbare Wahrheit, daß die schlechte Position Deutschlands im Vergleich mit den Nachbarn durch die Kosten der Wiedervereinigung verursacht wurde. Das ist nicht schlimm, wenn ein Volk eine solche Herausforderung solidarisch löst. Schlimm ist es nur, daß das Geld für diese Anstrengung dem Volk mit Hilfe eines Haufens von Lügen aus dem Kreuz geleiert wird und daß das reiche Gesindel von diesen Kosten freigestellt ist.

      Joei
    • Ich bin auch nicht mit allem einverstanden, was die Regierung machte, aber selbst HartzIV halte ich im Nachhinein für gerechtfertigt, obwohl ich selber davon betroffen bin.

      Ich HASSE leute, die sich verstellen und vorgeben von etwas betroffen zu sein, nur um Recht zu haben.

      Wärst Du auf Hartz IV, wäre Dir der Zugang übers Internet zu diesem Forum einzig durch einen Freund, oder durch Betrug in Form von Schwarzarbeit möglich.
      Du könntest Dir einen Internetzugang von 300 Euro zum Leben schlichtweg nicht leisten. Hättest Du Hartz IV, wüsstet Du das :P
    • Was mich bei dieser Diskussion so eschreckt ist,, dass sich manche Leute nichtmal die Mühe machen, etwas zu hinterfragen und nur die Wahlparolen der einzelnen Parteien hier übernehmen. Herr Schröder hat ja die Nachteile der vorgeschlagenen Kirchhoffpläne deutlich als Wahlkampfthema genutzt und so werden diese und zwar nur diese immer wieder auch hier hervorgekehrt. Andere Änderungen, die in diesem Zuge auch erwähnt wurden und die es auch gibt, die vermutlich auch selbst von der SPD nicht verteufelt worden wären, die spricht keiner an. Es glaubt doch hier keiner, dass auch eine SPD Regierung nicht weitere Einparungen vornimmt, nur, dass diese eben die Katze erst nach der Wahl aus dem Sack lassen. Diese erneuten Einsparungen, die werden auch verdammt weh tun, da bin ich sicher. Nur, davon redet keiner.

      Herr Schröder hat einen bewundernswerten Wahlkampf gemacht, ohne Zweifel, aber viel gesagt hat er trotzdem nicht. Nur mit Parolen und andere niedermachen ändert man nichts.

      Ich bedaure sehr, dass die "Schwarzen" keine Chance hatten, ihre Reformen zumindest teilweise umzusetzen. Vielleicht hätte es ja was gebracht.

      Was die Regierung die letzten 7 Jahre zustande gebracht hat, wie hoch der Wirtschaftzuwachs immer wieder prognostiziert wurde und wie er dann tatsächlich war, das hat sich dann jedesmal am Ende des Jahres gezeigt. Die Zahlen und Versprechungern waren immer zu hoch angesetzt. Wie tief die Einscheidungen waren im sozialen Bereich, sei es Krankenkasse, Arbeitslosengeld u.s.w., das erfahren wir ja täglich und haben viele am eigenen Leib erfahen müssen. Gebracht haben diese Einsparungen im Rückblick bisher wenig und es werden noch weitere, auch von der SPD kommen.

      Versprechen kann man viel, man muss er aber auch finanzieren können und das geht bei keiner Partei ohne Wunden zu, egal was sie versprechen.

      Sozialstaat ist korrekt, aber er muss bezahlbar sein. Zu versuchen, alles bei den Reichen zu holen und die Schwachen zu schützen, das wird nicht funktionieren, denn hier hat Merkel recht gehabt. Was hilft es, den Steuersatz für Besserverdienende hochzuschrauben, wenn sie tausend Schlupflöcher haben, im Endeffekt alles wieder irgendwie abzuwälzen und diese Steuer garnicht bezahlen? Wem bringt das was?

      Dem Mittelstand hätte ein Regierungswechsel gutgetan, da bin ich sicher und wenn es dem Mittelstand wieder besser geht, dann profitieren auch wieder die Schwachen.
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    • Sozialstaat ist korrekt, aber er muss bezahlbar sein. Zu versuchen, alles bei den Reichen zu holen und die Schwachen zu schützen, das wird nicht funktionieren, denn hier hat Merkel recht gehabt. Was hilft es, den Steuersatz für Besserverdienende hochzuschrauben, wenn sie tausend Schlupflöcher haben, im Endeffekt alles wieder irgendwie abzuwälzen und diese Steuer garnicht bezahlen? Wem bringt das was?
      Das kann doch wohl bitte nicht dein Ernst sein, cosgan? Was die CDU vorhat, ist doch eine eindeutige Besserstellung der Reichen, wo werden die denn zur Kasse gebeten? Soll diese (im Gegensatz zur übrigen Bevölkerung) Minorität nur deshalb von den Sparmaßnahmen verschont bleiben, weil sie (wieder im Gegensatz zur Majorität) den Staat besser bescheißen kann (und das vom Staat auch noch legalisiert wird)?!

      Was die Regierung die letzten 7 Jahre zustande gebracht hat, wie hoch der Wirtschaftzuwachs immer wieder prognostiziert wurde und wie er dann tatsächlich war, das hat sich dann jedesmal am Ende des Jahres gezeigt. Die Zahlen und Versprechungern waren immer zu hoch angesetzt. Wie tief die Einscheidungen waren im sozialen Bereich, sei es Krankenkasse, Arbeitslosengeld u.s.w., das erfahren wir ja täglich und haben viele am eigenen Leib erfahen müssen. Gebracht haben diese Einsparungen im Rückblick bisher wenig und es werden noch weitere, auch von der SPD kommen.
      Das ist genau das, was auch Joei schon angesprochen hat: diese Einsparungen bringen der deutschen Wirtschaft so gut wie keinen Standtortvorteil, bringen aber Hunderttausende, ja Millionen Arbeitnehmer uns Arbeitslose unverschuldet ans Existenzminimum! Und genau diese Leute sind es, die jetzt die Zeche zahlen. Nenne doch bitte mal ein einziges Beispiel, wo ausschließlich die Reichen zur Kasse gebeten wurden.

      Versprechen kann man viel, man muss er aber auch finanzieren können und das geht bei keiner Partei ohne Wunden zu, egal was sie versprechen.
      Das ist richtig, nur traue ich eine ausgewogene, solidarische Belastung aller Bevölkerungsschichten keiner der sogenannten Volksparteien zu.

      Was mich bei dieser Diskussion so eschreckt ist,, dass sich manche Leute nichtmal die Mühe machen, etwas zu hinterfragen und nur die Wahlparolen der einzelnen Parteien hier übernehmen.

      Das finde ich auch. :evil:
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Ich habe geschrieben, was ich zu sagen hatte. Ich habe nichts davon gesagt, dass man die Reichen verschonen soll, ich habe lediglich geschrieben, dass es nichts bringt, den Steuersatz einfach hochzuschrauben, wie es die SPD und auch andere wollten, wenn es noch genug Schlupflöcher gibt, bei denen sie dann im Endeffekt wieder nichts bezahlen, das war der Plan der CDU, diese Schlupflöcher zu schließen.

      Man könnte meinen, ich gehöre dieser Schicht der "Reichen" an und hätte Angst um meine Moneten. Schön wärs. Gräfin, mir bringt das persönlich garnichts. Was ich möchte, ist, dass es allen gut geht, dass die Schere nicht immer größer wird und dass man etwas unternimmt, dass es nicht noch weiter bergab geht. Meiner Ansicht nach geht es den Schwachen nach diesen 7 Jahren nicht besser als zuvor, eher im Gegenteil und wenn man einfach weiterwurstelt, dann geht es allen immer schlechter.

      Ich spreche auch nicht von Großkonzernen, ich spreche vom Mittelstand, den kleinen Unternehmen, die täglich zusperren müssen, weil sie diese Abgaben nicht mehr verkraften und der wurde vernachläsigt. Auch das sind Arbeitsplätze für die Schwachen, die sich zusammenaddieren.

      Die Reformpläne der CDU waren nicht nur Streichpläne für die Schwachen, auch wenn sich das mit der Steuersenkung (siehe oben) so anhört.

      Forderungen wie die von den Linken, die müssen auch bezahlt werden. Das Geld kommt zwar zwischenzeitlich aus der Wand, aber nur wenn Du ein Konto mit Guthaben besitzt. Diese Versprechungen müssen auch finanziert werden. Alles von den Reichen zu holen und es auf die Schwachen zu verteilen, das wird auch nicht funktionieren. Die Armen sind schach, die Reichen sind stark und wer gewinnt bei dieser Rechnung immer? Daran wird keine Regierung der Welt was ändern können, auch wenn es immer wieder versucht wurde.

      Reich wurden bei diesen Systemen nur einzelne und der Rest...............
    • Es ist ein immer wieder gern gepflegtes Gerücht, die "Reichen" würden steuerlich nicht zur Kasse gebeten oder könnten sich ihrer Steuerpflicht entziehen.
      Wenn ich einem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender glauben darf, zahlen die oberen 10% über 50% der Einkommenssteuer.
      Etwas andere Zahlen gibt es hier:

      dradio.de/dlf/programmtipp/studiozeit-ks/410626/

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Steuerzahler1 ()

    • Lieber Steuerzahler, ich habe nie behauptet, die Reichen würden keine Steuern zahlen.

      Allerdings kann ich nach wie vor nicht nachvollziehen, warum angesichts leerer Kassen ein großer Teil der Bevölkerung immer wieder zur Kasse gebeten wird, während andererseits einem relativ kleinen Teil der Gesellschaft wiederholt und massiv Steuergeschenke gemacht werden.

      Der Link sagt für meine Begriffe nicht allzuviel aus - was steht denn nun eigentlich drin? Doch erst einmal nur, daß das obere Fünftel der Steuerpflichtigen knapp 70 Prozent der Einkommenssteuer und die untere Hälfte der Steuerpflichtigen nicht einmal 10 Prozent zahlen.

      Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Interessant wird es aber erst dann, wenn zu dieserm Vergleich auch die Brutto- und Nettoeinkommen herangezogen würden. Alles andere ist meiner Ansicht nach schlicht unseriös.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens