Donnerstag, 17. März 2005
Verhaltener Optimismus
Job-Gipfel im Kanzleramt
Bundesregierung und Union sind sich im Grundsatz einig, die von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vorgeschlagenen arbeitsmarkt- und steuerpolitischen Maßnahmen umzusetzen. Keine Einigung gebe es bei der von Rot-Grün geforderten Abschaffung der Eigenheimzulage zu Gunsten von Bildung und Forschung. Dies sagte Schröder am Donnerstagabend nach einem zweieinhalbstündigen Gespräch mit den Spitzen von CDU und CSU, Angela Merkel und Edmund Stoiber.
Schröder sagte weiter, insbesondere arbeitslose Jugendliche und ältere Arbeitnehmer sollen eine Perspektive bekommen. Einig sei man im Übrigen auch, dass die Reformanstrengungen beim Föderalismus in Deutschland wieder aufgenommen werden sollen. Unmittelbar nach Ostern könnten die Gespräche wieder aufgenommen werden.
Bei dem mit Spannung erwarteten Job-Gipfel sei man "ein gutes Stück vorangekommen", sagte der Kanzler. Man sehe durchaus Gemeinsamkeiten, an denen man weiter arbeiten könne.
Merkel und Stoiber bewerteten die Ergebnisse des Job-Gipfels bei Bundeskanzler Gerhard Schröder verhalten positiv. "Wir bekommen vielleicht einige Dinge auf die Reihe", sagte Merkel. Stoiber sprach von "kleinen und mittleren" Verbesserungen, die jetzt in Aussicht stünden. Sie seien aber nicht ausreichend, um einen Stimmungsumschwung in Deutschland für mehr Arbeitsplätze zu erreichen.
Schröders Regierungserklärung
Am Vormittag hatte Schröder hat zur Schaffung neuer Arbeitsplätze ein rasches Signal zur Senkung der Steuerlast für Unternehmen angekündigt. "Ich möchte schon jetzt ein deutliches und zusätzliches Signal für mehr Wachstum und Beschäftigung setzen ", sagte Schröder in seiner Regierungserklärung im Bundestag. So soll der Körperschaftsteuersatz für Kapitalgesellschaften soll von derzeit 25 auf 19 Prozent gesenkt werden.
Zur Finanzierung der Steuerentlastungen müssten jedoch unter anderem Steuerschlupflöcher gestopft werden, sagte Schröder. Zur Gegenfinanzierung schlug er ferner eine schärfere Mindestgewinnbesteuerung sowie einen weiteren Abbau von Steuersubventionen vor. Vorstellbar sei eine "deutliche Beschränkung" von Verlustverrechnungen. Zudem sollen Eigner bei ausgeschütteten Gewinnen stärker belastet werden, um das Unternehmen selbst zu entlasten. Schröder appellierte an die Union, diese Vorschläge mitzutragen. "Machen Sie mit bei so einem wichtigen Vorhaben."
Neuer Anlauf bei Föderalismus-Reform
Ferner sprach sich Schröder für neuen Anlauf zur Föderalismus-Reform aus. Seine Regierung werde auch im strittigen Bildungsbereich alle Vorschläge unterstützen, auf die sich die beiden Co-Vorsitzenden der Kommission, SPD-Chef Franz Müntefering und CSU-Chef Edmund Stoiber, einigen würden. Beide hätten sich schon auf 85 bis 90 Prozent der Reformen geeinigt. "Ich frage mich, warum setzen wir die nicht einfach um."
Merkel will prüfen
Merkel hat in ihrer Entgegnung die von Schröder vorgeschlagenen Reformmaßnahmen als unzureichend bezeichnet bezeichnet. Bundeskanzler und Bundesregierung, seien "bestenfalls Reparateur, aber eben kein Architekt einer neuen sozialen Marktwirtschaft ", so Merkel in ihrer Antwort auf die Regierungserklärung Schröders im Bundestag. Dennoch sagte Merkel eine faire und konstruktive Prüfung der vorgelegten Maßnahmen zu: "Ich bin zu einer solchen Zusammenarbeit bereit, und ich hoffe, dass wir hier im Deutschen Bundestag einen guten Anfang gemacht haben."
Stoiber enttäuscht
Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat die Regierungserklärung als "Enttäuschung" bezeichnet. Der CSU-Chef warf dem Kanzler im Bundestag vor, die reale Lage "verharmlost und beschönigt" zu haben.
Quelle: n-tv.de
Verhaltener Optimismus
Job-Gipfel im Kanzleramt
Bundesregierung und Union sind sich im Grundsatz einig, die von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vorgeschlagenen arbeitsmarkt- und steuerpolitischen Maßnahmen umzusetzen. Keine Einigung gebe es bei der von Rot-Grün geforderten Abschaffung der Eigenheimzulage zu Gunsten von Bildung und Forschung. Dies sagte Schröder am Donnerstagabend nach einem zweieinhalbstündigen Gespräch mit den Spitzen von CDU und CSU, Angela Merkel und Edmund Stoiber.
Schröder sagte weiter, insbesondere arbeitslose Jugendliche und ältere Arbeitnehmer sollen eine Perspektive bekommen. Einig sei man im Übrigen auch, dass die Reformanstrengungen beim Föderalismus in Deutschland wieder aufgenommen werden sollen. Unmittelbar nach Ostern könnten die Gespräche wieder aufgenommen werden.
Bei dem mit Spannung erwarteten Job-Gipfel sei man "ein gutes Stück vorangekommen", sagte der Kanzler. Man sehe durchaus Gemeinsamkeiten, an denen man weiter arbeiten könne.
Merkel und Stoiber bewerteten die Ergebnisse des Job-Gipfels bei Bundeskanzler Gerhard Schröder verhalten positiv. "Wir bekommen vielleicht einige Dinge auf die Reihe", sagte Merkel. Stoiber sprach von "kleinen und mittleren" Verbesserungen, die jetzt in Aussicht stünden. Sie seien aber nicht ausreichend, um einen Stimmungsumschwung in Deutschland für mehr Arbeitsplätze zu erreichen.
Schröders Regierungserklärung
Am Vormittag hatte Schröder hat zur Schaffung neuer Arbeitsplätze ein rasches Signal zur Senkung der Steuerlast für Unternehmen angekündigt. "Ich möchte schon jetzt ein deutliches und zusätzliches Signal für mehr Wachstum und Beschäftigung setzen ", sagte Schröder in seiner Regierungserklärung im Bundestag. So soll der Körperschaftsteuersatz für Kapitalgesellschaften soll von derzeit 25 auf 19 Prozent gesenkt werden.
Zur Finanzierung der Steuerentlastungen müssten jedoch unter anderem Steuerschlupflöcher gestopft werden, sagte Schröder. Zur Gegenfinanzierung schlug er ferner eine schärfere Mindestgewinnbesteuerung sowie einen weiteren Abbau von Steuersubventionen vor. Vorstellbar sei eine "deutliche Beschränkung" von Verlustverrechnungen. Zudem sollen Eigner bei ausgeschütteten Gewinnen stärker belastet werden, um das Unternehmen selbst zu entlasten. Schröder appellierte an die Union, diese Vorschläge mitzutragen. "Machen Sie mit bei so einem wichtigen Vorhaben."
Neuer Anlauf bei Föderalismus-Reform
Ferner sprach sich Schröder für neuen Anlauf zur Föderalismus-Reform aus. Seine Regierung werde auch im strittigen Bildungsbereich alle Vorschläge unterstützen, auf die sich die beiden Co-Vorsitzenden der Kommission, SPD-Chef Franz Müntefering und CSU-Chef Edmund Stoiber, einigen würden. Beide hätten sich schon auf 85 bis 90 Prozent der Reformen geeinigt. "Ich frage mich, warum setzen wir die nicht einfach um."
Merkel will prüfen
Merkel hat in ihrer Entgegnung die von Schröder vorgeschlagenen Reformmaßnahmen als unzureichend bezeichnet bezeichnet. Bundeskanzler und Bundesregierung, seien "bestenfalls Reparateur, aber eben kein Architekt einer neuen sozialen Marktwirtschaft ", so Merkel in ihrer Antwort auf die Regierungserklärung Schröders im Bundestag. Dennoch sagte Merkel eine faire und konstruktive Prüfung der vorgelegten Maßnahmen zu: "Ich bin zu einer solchen Zusammenarbeit bereit, und ich hoffe, dass wir hier im Deutschen Bundestag einen guten Anfang gemacht haben."
Stoiber enttäuscht
Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat die Regierungserklärung als "Enttäuschung" bezeichnet. Der CSU-Chef warf dem Kanzler im Bundestag vor, die reale Lage "verharmlost und beschönigt" zu haben.
Quelle: n-tv.de