Studiengebühren?

    • Original von cosgan
      Hallo Gasman und hallo Ivanhoe,

      natürlich habt ihr Recht und im Grunde wusste ich es auch. Sie gehen nach der Gesetzeslage. Die Länder, in diesem Fall die sechs unionsgeführten Bundesländer hatten Klage erhoben und der wurde stattgegegen. Die Schlussfolgerung, die ich aus diesem Urteil zog, dürfte daher trotzdem stimmen. Den selbst wenn ein Student ein Bundsland zum studieren wählt, wo diese Gebühren noch nicht anfallen, werden diese sicher bald nachziehen, ihre ansässigen Studenten davon befreien und die hinzukommenden belasten. Anders können sie die Wanderungen ja sonst garnicht aufhalten.


      Heute habe ich in einem Beitrag im TV gehört, daß die Bundesländer die noch keine Gebühren erheben, eine sogenannte "Landeskinder" Liste einführen wollen, um so von den Zugereisten dennoch die Gebühren zu kassieren... man will wohl damit verhindern, daß alle in ein Bundesland rennen....
      "Ich gebe immer 100% bei der Arbeit:
      Montag: 20%, Dienstag: 14%, Mittwoch: 12%, Donnerstag: 24%, Freitag: 10%, Samstag: 16%, Sonntag: 4%


      <------ mit ohne Smilie
    • Das ist doch aus der Sicht der Bundesländer nachvollziehbar und verständlich, sonst hätte man hier die Massen- und anderenorts die Elite-Universitäten.

      Ich finde auch, daß das Bildungssystem in die Entscheidungsgewalt des Bundes gehört - und das nicht nur wegen dieser Diskussion.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Da bin ich völlig anderer Ansicht, liebe Frau Gräfin !

      Ein zentrales Bildungssystem hätte nicht nur Vorteile. sondern würde auch erhebliche Gefahren in sich bergen. So könnte sich z.B. ganz Deutschland jetzt auf dem Stand von Bremen befinden.

      Die Länder kommen schon seit Jahrzehnten mit unterschiedlichen Polizeigesetzen aus; unterschiedliche Bildungssysteme werden wir auch noch verkraften.
    • Lieber Steuerzahler, verstößt dann nicht auch die Erhebung der Studiengebühr an sich gegen den Artikel 3 des Grundgesetzes - zumindest dann, wenn sie nicht überall erhoben wird? Mit welchem Recht werden denn einem Stundenten in München künftig Studiengebühren abverlangt und seinem Kommillitonen in Rostock oder Leipzig nicht?
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Original von Steuerzahler1
      Ein zentrales Bildungssystem hätte nicht nur Vorteile. sondern würde auch erhebliche Gefahren in sich bergen. So könnte sich z.B. ganz Deutschland jetzt auf dem Stand von Bremen befinden.

      Einspruch, lieber Steuerzahler. Das ist mir zu ungenau. Warum schneiden die Schüler der einzelnen Bundesländer bei Tests wie PISA oder TIMMS Ihrer Meinung nach so unterschiedlich ab?
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Original von Steuerzahler1
      Vermutlich wegen der unterschiedlichen Anforderungen.

      Aber worin sehen Sie die Vorteile eines zentralen Bildungssystems ?


      Zum Beispiel in der Annerkennung von Schulabschlüssen. Ich weiß nicht ob man da mittlerweile was geändert hat aber als ich mein Abi geschrieben habe gab es auch Leute die in der Sekundarstufe 2 aufgehört haben oder die Prüfungsvorgaben nicht erreicht haben. Die haben ein Abgangszeugnis bekommen. Dieses ist dem Realschulabschluss gleichgestellt. Aber nur in Mecklenburg. :evil: Außerhalb des Bundeslandes war das Ding nix wert.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • spiegel.de/unispiegel/geld/0,1518,326956,00.html

      Studiengebühren von rund 500 Euro pro Semester seien auch für ärmere Studenten problemlos ohne Kredite zu finanzieren, sagte Goppel. Die Betroffenen müssten lediglich "jeden Monat für hundert Euro auf etwas verzichten oder zwei Nachhilfestunden geben". Bei guten Studenten könnten die Universitäten im Einzelfall die Gebühren auch erlassen oder stunden, meinte er.


      Wie, für Nachhilfe gibt es in Bayern 50€ die Stunde? :O Hier ist man über Stundenlöhne von 5-6€ froh und die sind schon selten... Sorry aber 100€ im Monat sind für mich und die meisten anderen aus meinem Freundeskreis mehr als ein Pappenstil... Die Aussage ist einfach nur dämlich.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Original von Steuerzahler1
      Ein zentrales Bildungssystem hätte nicht nur Vorteile. sondern würde auch erhebliche Gefahren in sich bergen. So könnte sich z.B. ganz Deutschland jetzt auf dem Stand von Bremen befinden.



      Lieber Steuerzahler,

      oder auch auf dem, eines anderen Bundeslandes. ;)
      "Zicke Zacke Hühnerkacke"

      Dickie Hoppenstedt
    • Fabian, Herr Goppel diqualifiziert sich meiner Ansicht nach selbst - diese Aussage ist einfach nur dumm und verdient keine weitere Diskussion.



      Die "Landeskinderliste" ist offensichtlich schon in Arbeit: spiegel.de/unispiegel/geld/0,1518,338841,00.html

      Zitat aus dem Artikel:
      Bulmahn forderte die unionsgeführten Länder auf, vor Einführung von Studiengebühren die finanzielle Absicherung von Studierenden aus einkommensschwachen Familien zu klären. Das Bundesverfassungsgericht habe den Ländern die Verantwortung für die Studienfinanzierung zugesprochen. Damit müssten sie auch die Verantwortung übernehmen dafür, dass auch für junge Leute, die keine "goldene Kreditkarte in die Wiege" bekommen hätten, der Zugang zum Studium gewährleistet werden könne.
      Und ich dachte immer, die Naivität (ich wollte es freundlich ausdrücken) der DDR-Bildungsministerin, Frau Margot Honecker, sei nicht zu überbieten. Aber scheinbar ist das ohne weiteres möglich.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Das ist richtig, lieber Friedhelm ! :D :]


      Ich mache mich nun mal schrecklich unbeliebt.

      Ich habe gerade einen Ausflug auf die Seite bafoeg.bmbf.de/beispiele_kap05.php unternommen. Danach habe ich nicht den Eindruck bekommen, daß sich mit Einführung einer Studiengebühr nur noch die Kinder von Bonzen (um es einmal etwas überspitzt zu sagen) auf den Universitäten finden lassen. Sicherlich kann man darüber streiten, ob es nun wirklich 500 € pro Semester sein müssen. Aber grundsätzlich unterstütze ich solche Vorhaben. Nachdem nun Arbeitslose und Rentner heftig zur Ader gelassen worden sind, war es doch nur eine Frage der Zeit, wann man Studierende zur Kasse bittet. Und diese haben meist noch die Möglichkeit, ihr schmales Budjet durch einen Nebenjob aufzubessern.

      Einige der Länder, die jetzt jammernd das Unrecht beklagen, sollten die Frage beantworten, warum es bei Ihnen (im Gegensatz z.B. zu Hessen) keine Lehrmittelfreiheit mehr gibt.
    • Lieber Steuerzahler,
      meines Wissens bekommen Studierende Bafög, um davon ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wenn sie einen Nebenjob ausüben (was sich m.E. zwangsläufig negativ auf die Leistung - oder aber auf die Studiendauer - auswirken wird), dann werden die Einkünfte aus dieser Tätigkeit auf das Bafög angerechnet.

      Das heißt, der Student muß in einem solchen Fall seinen Lebensunterhalt und die Studiengebühren verdienen, wenn er keine finanziellen Zuwendungen von den Eltern bekommt.

      Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, rechnet mittelfristig mit Studiengebühren in Höhe von 2500 Euro pro Semester in Deutschland. "Klar ist, dass die 500 Euro pro Semester, die derzeit diskutiert werden, nur ein Einstieg sein können", sagte er dem "Handelsblatt". "Auf die Dauer ist das viel zu wenig, um den Universitäten Anreize zu geben, ihre Studenten als Kunden zu betrachten", sagte Zimmermann. Er rechne damit, dass ein Studiengang an einer durchschnittlichen deutschen Universität in fünf Jahren etwa 2500 Euro pro Semester kosten werde. [URL=http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,338746,00.html]Quelle[/URL]


      2.500 €uro je Semester sind also für jeden Studierenden - unabhängig von seiner Herkunft - erschwinglich? Deutlicher kann man eine Zwei-Klassen-Bildungsgesellschaft doch gar nicht fordern.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Liebe Frau Gräfin,

      Studierende können bis zu 350 € anrechnungsfrei dazu verdienen. Damit könnte ein Student bei maximaler Förderung auf ungefähr 900 € monatlich kommen. Manch Rentner hat erheblich weniger und es gibt nicht gerade wenige Menschen, die für dieses Geld täglich acht Stunden arbeiten gehen.

      dgb-jugend.de/UNIQ110680991229177612/doc105572A.html

      Auf die Prognosen gewisser Herren gebe ich zur Zeit gar nichts. Ob und welcher Höhe schließlich der einzelne Student zahlen muß, wird sich erweisen. Zur Zeit sehe ich die Gefahr einer Zwei-Klasen-Gesellschaft im Bildungswesen nicht. Intressanterweise wird führt Zimmermann nicht substanziiert aus, warum es seiner Anischt nach zu einer Gebühr von 2500 € kommen wird.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Steuerzahler1 ()

    • Lieber Steuerzahler,

      lassen Sie sich von einem BaföG Empfänger gesagt sein das diese Höchstforderung doch ein schöner Traum ist. Ich selber bekomme knapp über 100€. Das ist leider nicht mal die Hälfte meiner Miete...

      Was meine Mutter mit laut Amt Monat für Monat zuschießen müsste übersteigt ihre Möglichkeiten deutlich...
      Zumindest bekam ich die bis Oktober. Mein Antrag für dieses Semester ist noch nicht bearbeitet.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Ich muß ehrlich sagen, daß ich mir zu dem Thema bis jetzt noch keine richtige Meinung bilden konnte. Einerseits ist freilich die Gefahr gegeben, daß Ärmere trotz Begabung vom Studium abgehalten werden, da braucht man m.E. nicht drüber zu diskutieren. Allein der psychologische Effekt kann das bewirken. Auf jeden Fall müssen entsprechende Regelungen getroffen werden, ebenso wie gewährleistet sein muß, daß das Geld den Unis zukommt. An beidem zweifle ich leider.

      Andererseits: Ich halte Studiengebühren aus anreizpolitischer Sicht für eine gute und nötige Sache. Es studieren zumindest bei uns schon sehr viel Leute, die es besser mal gelassen hätten. Viele haben schlicht keine Lust, keine Motivation und zusätzlich keine Begabung. Wir haben Leute, die im 13. Semester ihre Diplomarbeit anmelden wollen und dann merken, daß ihnen noch Scheine aus dem Grundstudium fehlen! Und sind wir doch mal ehrlich: Wenn man mit irgendwem (außer madS :D ) spricht, heißt es doch meistens, das Studium sei die beste Zeit des Lebens, so viel Freiheit habe man nie wieder usw. usf. Das geht halt nicht. Entweder ich studiere, oder ich habe Spaß. Wenn ich beides will, muß man halt entsprechend mehr zahlen.
    • Im übrigen stimme ich Herrn Wonderland zu. Ich hatte damals "Spaß" in einem Pflegeheim, in dem ich vorwiegend auf einer Vollpflegestation meine Dienste verrichtete. BAFÖG bekam ich keines und um mehr als 250 DM bat ich meine Eltern auch nicht. Da ich mir auch Bücher (die in der Universität kaum vorhanden waren) selbst kaufen mußte, mußte ich mich erheblich einschränken.
      Trotzdem war es eine schöne Zeit, die ich im Gegendsatz zur Schulzeit nicht missen wollte.