Studiengebühren?

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    • Studiengebühren?

      Bisher war die Erstausbildung an deutschen Universitäten kostenfrei. Damit ist es - zumindest in unionsgeführten Bundesländern - nun vorbei. Bis zu 500 € pro Semester soll das nun kosten.

      Der Zugang zu den Hochschulen darf m. E. nicht über das Einkommen geregelt werden. Eine Chancengleichheit ist sowieso schon nicht gegeben, aber sie sollte nicht noch weiter ausgehöhlt werden. Die 68er hat für einen allgemeinen Zugang zu den deutschen Hochschulen gestritten, nun darf das nicht zurückgedreht werden.

      Sicher ist die Studiendauer in Deutschland einfach zu lang. 10, 12 oder gar 16 Semester für einen normalen Studiengang sind m. E. einfach nicht zu rechtfertigen (Chemie und Mathe vielleicht mal abgesehen). Aber die ökonomische Situation der Studierenden noch zu verschärfen, ist meines Erachtens nicht förderlich, die Studiendauern zu verkürzen. Sicher ist die Abbruchrate auch geringer, weil einfach weniger Studenten ohne ausreichende Fremdfinanzierung nicht mehr zugelassen werden können.

      Ob die Studiengebühren kreditiert werden, spielt hierbei m. E. nur eine untergeordnete Rolle.
      heute mal ohne Signatur
    • Das wird wieder heiter werden. Ich weiß nicht warum man der Meinung ist das Studiengebühren das nonplusultra sind. Letztlich ist es doch eh nur eine große Geldverschiebeaktion.
      Folge von Studiengebühren ist zumindest für BaföG Empfänger eine Erhöhung der Sätze um die Mehrbelastung durch Gebühren wieder auszugleichen. Ergo wird Geld aus den Kassen des Bundes (Zuständig fürs BaföG) in die Kassen der Länder (für die Unis zuständig) umgeleitet. Toll.
      Und dann wird das doch eh nur verwendet um irgendwelche Haushaltslöcher zu stopfen...
      Ich halte Studiengebühren fürs Ersdtstudium ohne massive Überschreitung der Regelstudienzeit für schwachsinnig. Ich müsste ordentlich kratzen oder mir noch nen Nebenjob suchen um zb. die anvisierten 500€ im Semester zu blechen. Als ob ein Studium dem Studenten bislang kein Geld kosten würde... X(
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Ach herrje, was anderes konnte ich mir auch kaum vorstellen.

      Da muss man im Jahr 1000 Euro Studiengebühren zahlen, plus etwa 300 Euro Semesterbeitrag. Die müssen ja erstmal verdient werden, zusätzlich zu den Lebenshaltungskosten, denn nicht jeder hat besserverdienende Eltern oder bekommt Bafög.

      Wenn das so weiter geht, kann der Pöbel ja garnicht mehr an die Uni, na dann haben die ja, was sie wollen :)

      Die Unis haben ja schon aufgeheult, als letztes Jahr sich schon so viele ausgeschrieben haben, wegen den "Strafgebühren".

      Da ich einen wirtschaftlichen Aufschwung in diesem Staat zur Zeit nicht sehen kann, werden die Unis ja noch leerer. :O
      Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt. (Die Ärzte)
    • Original von Sweetie73


      Da ich einen wirtschaftlichen Aufschwung in diesem Staat zur Zeit nicht sehen kann, werden die Unis ja noch leerer. :O


      Ja, und die Arbeitsämter voller :rolleyes: :(
      Ich habe so viel über die Auswirkungen von Rauchen, Trinken und Sex gelesen, dass ich jetzt beschlossen habe, mit dem Lesen aufzuhören!
    • Das auch, Appie.

      In erster Linie meinte ich eher, dass immer mehr Eltern nicht mehr in der Lage sein werden, ihren Kindern ein Studium finanzieren. Oder sie teilweise zu unterstützen.

      Arbeitslosigkeit, Gehaltseinbußen, Sonderzahlungen fallen weg, mehr Arbeit für weniger Geld--das zieht sich ja durch alle Branchen und wird sich auch zwangsläufig an den Unis bemerkbar machen, weil deren Kinder ja nicht mehr an die Unis können.
      Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt. (Die Ärzte)
    • Original von Sweetie73
      Da ich einen wirtschaftlichen Aufschwung in diesem Staat zur Zeit nicht sehen kann, werden die Unis ja noch leerer.


      Und wo weniger Studenten sind, gibts auch weniger öffentliche Mittel. Ein Teufelskreislauf - so spart man die Universitäten und Hochschulen kaputt. Und die Wirtschaft verlangt dann gut ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Da hat das Bundesverfassungsgericht wieder einmal mehr den Vogel abgeschossen. X(

      Wieder mal einen Schritt mehr zur Zweiklassengesellschaft. Da werden von den Politikern große Töne gespuckt, dass man die Bildungssysteme verbessern muss, dort mit diesen Einsparungen aufhören muss. Alles nur Sprechblasen und Stimmenfang. Die Ausbildung wird immer schlechter und nicht nur das, sondern für viele Studenten und deren Eltern nicht mehr bezahlbar. Wie können Menschen nur so kurzfristig denken? Im Endeffekt ist es wichtiger, wieder einen Weg gefunden zu haben, die Bürger abzuzocken. Leute, die solche Gesetz erlassen, haben die vollkommen den Weg zur Realität verloren? Es ist aber ganz wichtig, dass eine Eliteuni entstehen soll. Das passt doch.
    • Mehr als 60 000 NRW-Studenten haben ihr Studium seit der Einführung der Langzeitstudiengebühren vor einem Jahr aufgegeben. Laut WAZ.

      Da muss man sich doch überlegen, wo die geblieben sind.

      Ausbildung? Arbeitsplatz? Arbeitslosigkeit?

      Und wieviele könnten es noch werden :O

      Eben im Radio habe ich gehört, dass die SPD in NRW erstmal keine Studiengebühren erheben will. Man will ja wieder gewählt werden :)
      Rüttgers jedoch würde diese einführen wollen.

      Wird es dann eine wieder Studentenbewegung geben? :D

      Von Bayern und Niedersachsen zb, nach NRW?
      Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt. (Die Ärzte)
    • Die Kreise in unseren Diskussionen schliessen sich.

      Ich bin verärgert darüber, welche Diskussionen geführt werden ob der zustehenden Grundversorgung der Menschen in D ( z.B. Fernsehen) da wird ein Hipe drum gemacht... das existentielle... da wollen alle dran noch verdienen.

      Das genau ist die Bedienungsanleitung dafür, daß Diskussionen wie wir sie die Tage hatten, geführt werden.

      Es mag naiv klingen...
      wenn ich in der Schule das Klassenziel nicht erreiche, muss ich wiederholen... sprich ich bleib sitzen.
      Klassenziel heisst für mich... am Ende muss ein definiertes Ergebnis erzehlt worden sein.
      Was spricht denn dagegen, für ein Studienfach eine Zeit festzulegen, in der man seinen Abschluss zu machen hat... alles was darüber hinausgeht... dafür hat der Studi eben ne Abgabe zu zahlen.

      Ich weiss nicht, ob es in der Form sowas bereits gibt... ich war nie auf der Uni... ausser zu Besuch bei Freunden in der Mensa... :owackel:
      "Ich gebe immer 100% bei der Arbeit:
      Montag: 20%, Dienstag: 14%, Mittwoch: 12%, Donnerstag: 24%, Freitag: 10%, Samstag: 16%, Sonntag: 4%


      <------ mit ohne Smilie
    • Original von cosgan
      Da hat das Bundesverfassungsgericht wieder einmal mehr den Vogel abgeschossen. X(
      [...]
      Nein, Cosgan, das BVG darf nur nach Gesetzeslage entscheiden - und es ist nun mal so, daß die Zuständigkeiten für das Schulwesen bei den Ländern liegen.

      Übrigens, auch hier in Schleswig-Holstein soll es nach dem Willen der (noch?) regierenden SPD keine Studiengebühren geben, die CDU möchte diese nach einem eventuellen Wahlsieg am 20.Februar sofort einführen, wie hier im Radio zu hören war.
    • Liebe Cosgan,

      was der werte Gasman sagt, stimmt schon. Das BVG hat nicht über die Sinnhaftigkeit der Studiengebühren oder über die soziale Ausgewogenheit entschieden, sondern nur über die Rechtmäßigkeit der Erhebung. Sprich, das BVG hat die Gesetzgebungskompetenz des Bundes in dieser Frage negiert.

      Gruß Ivanhoe
      heute mal ohne Signatur
    • Mir ist ehrlich gesagt nicht klar, was genau die unionsgeführten Bundesländer mit der Einführung der Studiengebühren erreichen wollen. Für die Deckung der Kosten reichen die 500 Euro pro Semester und Student jedenfalls noch nicht mal ansatzweise.

      Bedeutet die Einführung dieser Gebühren, daß die nicht betroffenen Bildungsstätten jetzt mit einem erhöhten Zustrom an Studenten rechnen müssen? Soll dort für jeden Studiengang ein NC eingeführt werden?
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Liebe Gräfin,

      auch das Fernhalten von Studienwilligen von den chronisch überfüllten Unis entlastet doch. Die Professoren müssen sich nicht mehr mit unwilligen Studenten rumschlagen.

      Es geht m. E. nicht um eine Kostenbeitrag, sondern darum, Eliteuniversitäten zu schaffen. Ich glaube auch nicht, daß es bei einer Kreditierung der Gebühren bleibt.

      Gruß Ivanhoe
      heute mal ohne Signatur
    • Hallo Gasman und hallo Ivanhoe,

      natürlich habt ihr Recht und im Grunde wusste ich es auch. Sie gehen nach der Gesetzeslage. Die Länder, in diesem Fall die sechs unionsgeführten Bundesländer hatten Klage erhoben und der wurde stattgegegen. Die Schlussfolgerung, die ich aus diesem Urteil zog, dürfte daher trotzdem stimmen. Den selbst wenn ein Student ein Bundsland zum studieren wählt, wo diese Gebühren noch nicht anfallen, werden diese sicher bald nachziehen, ihre ansässigen Studenten davon befreien und die hinzukommenden belasten. Anders können sie die Wanderungen ja sonst garnicht aufhalten.
    • Liebe Cosgan, das ist der Punkt. Es ist bescheuert das durch das deutsche Föderalismussystem gerade die Bildung Ländersache ist. Imho gehört das in die Hände des Bundes.

      Hier in Mecklenburg ist es so das die Höhe des Etas für die Hochschulen von der Geburtenrate abhängt. Da demnächst der Geburtenknick in MV einsetzt wird jetzt schon kräftig gespart und es wird immer mehr da die Studentenzahlen ja demographisch sinken. Tun sie aber nicht. Die Studentenzahlen im Land steigen, und zwar deutlich da Studenten aus anderen Bundesländern auch hier studieren.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin