Was man gelesen haben sollte.

    • Ne App? Da gab es mal ne Werbung...



      _______________

      Im Sommer niemals ICE,
      und auch im Winter nicht bei Schnee,
      man kann doch auch im Lenz verreisen,
      da fährt sie, unsre Bahn aus Eisen
      genau so wie im Herbst geschwind,
      es sei denn es ist starker Wind.

      gelesen in den Kommentaren bei welt.de :evil:
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Wow, Spiegel Online kann noch [URL=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,737780,00.html]Debatten[/URL] lostreten.


      Da tut es ganz gut mal den Stein des Anstoßen zu lesen und nicht nur das was bei SPON wutschäumend daraus gemacht wurde...
      jungewelt.de/2011/01-03/001.php
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Was ist in dem Land los? Reicht das pure Wort des Kommunismus aus um irgendwelche schlafenden Feindbilder zu wecken und völlig unreflektiert zu hetzen? Der Frau die "Logik einer geschulten Leninistin" zu unterstellen wie es SpOn hinbekommt ist lächerlich und natürlich setzt damit ein bundesweiter politischer Aufschrei ein inklusive der Forderung Die Linke wieder komplett vom Verfassungsschutz bewachen zu lassen - wobei wohl kaum einer den vollen Text gelesen haben wird...

      Einige der aufgeworfenen Fragen muss unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren wohl oder über beantworten und ein paar Forderungen sind vernünftig, vor allem die grünen - ansonsten zeigt der Artikel vor allem, dass auch die Lötzsch und die Linke keine Antwort auf ihre Fragen hat.
      Rosa Luxemburg war eine kluge Frau und ihr berühmtes Zitat von der Freiheit der Andersdenkenden eine universelle Wahrheit und eines meiner Lieblingszitate, aber sie ist bereits seit fast 100 Jahren tot und die Gesellschaft und Welt heute eine völlig andere. Die Lösung auf die Probleme des 21. Jahrhunderts sind gewiss nicht die Irrwege des frühen 20. Jahrhunderts...
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Original von Rincewind

      Rosa Luxemburg war eine kluge Frau und ihr berühmtes Zitat von der Freiheit der Andersdenkenden eine universelle Wahrheit und eines meiner Lieblingszitate,...... . .


      Bei aller Würdigung der Person und der Leistung Rosa Luxemburgs sollte man nicht vergessen, dass ihr berühmtes Zitat von der Freiheit der Andersdenkenden , betrachtet auf dem historischen Kontext, durchaus nicht die Freiheit ALLER Andersdenkenden bedeutete, sondern nur die der Andersdenkenden ihrer Organisation, bez. Partei!
      Quidquid agis, prudenter agas et respice finem !

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Athineos ()

    • Sagen zumindest einige Historiker, man hat ihr nicht die Gelegenheit gegeben dieses Zitat zu erläutern, der entsprechende Text wurde erst nach ihrer Ermordnung veröffentlicht.

      Es stammt aus einem Aufsatz, in dem Luxemburg sich mit der russischen Revolution auseinandergesetzt hat, es fiel in diesem Kontext:
      Doch mit der konstituierenden Versammlung und dem Wahlrecht ist die Frage nicht erschöpft: Es kam nicht nur Abschaffung der wichtigsten demokratischen Garantien eines gesunden öffentlichen Lebens und der politischen Aktivität der arbeitenden Massen in Betracht: der Pressefreiheit, des Vereins- und Versammlungsrechts, ohne die alle Gegner der Sowjetregierung vogelfrei geworden sind. Für diese Eingriffe reicht die obige Argumentation Trotzkis über die Schwerfälligkeit der demokratischen Wahlkörper nicht entfernt aus. Hingegen ist es eine offenkundige, unbestreitbare Tatsache, daß ohne freie, ungehemmte Presse, ohne ungehindertes Vereins- und Versammlungsleben gerade die Herrschaft breiter Volksmassen völlig undenkbar ist.

      Lenin sagt: der bürgerliche Staat sei ein Werkzeug zur Unterdrückung der Arbeiterklasse, der sozialistische zur Unterdrückung der Bourgeoisie. Es sei bloß gewissermaßen der auf den Kopf gestellte kapitalistische Staat. Diese vereinfachte Auffassung sieht von dem Wesentlichsten ab: die bürgerliche Klassenherrschaft braucht keine politische Schulung und Erziehung der ganzen Volksmasse, wenigstens nicht über gewisse enggezogene Grenzen hinaus. Für die proletarische Diktatur ist sie das Lebenselement, die Luft, ohne die sie nicht zu existieren vermag. "Dank dem offenen und unmittelbaren Kampf um die Regierungsgewalt häufen die arbeitenden Massen in kürzester Zeit eine Menge politischer Erfahrung an und steigen in ihrer Entwicklung schnell von Stufe zu Stufe." Hier widerlegt Trotzki sich selbst und seine eigenen Parteifreunde. Eben weil dies zutrifft, haben sie durch Erdrückung des öffenlichen Lebens die Quelle der politischen Erfahrung und das Steigen der Entwicklung verstopft. Oder aber müßte man annehmen, daß die Erfahrung und Entwicklung bis zur Machtergreifung der Bolschewiki nötig war, den höchsten Grad erreicht hatte und von nun an überflüssig wurde. (Rede Lenins: Rußland ist überzeugt für den Sozialismus!!!) In Wirklichkeit umgekehrt! Gerade die riesigen Aufgaben, an die die Bolschewiki mit Mut und Entschlossenheit herantraten, erforderten die intensivste politische Schulung der Massen und Sammlung der Erfahrung. Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden. Nicht wegen des Fanatismus der "Gerechtigkeit", sondern weil all das Belehrende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die "Freiheit" zum Privilegium wird.


      Natürlich ist das Zitat und auch der gesamte Text aus dem historischen Kontext zu betrachten und vieles was sie dort schreibt dreht einem mit heutigen Wissen über die damalige Zukunft den Magen um, aber ich denke, dass sie gerade dieses Zitat durchaus in einem größeren Rahmen gemeint hat und sie die Taten und Unterdrückung späterer kommunistischer Diktaturen weder gewollt noch unterstützt hätte.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Ich muss gestehen, dass ich mich ( leider ) nicht tiefgehend genug mit Luxemburg und Liebknecht befasst habe.
      Bei meiner oberflächlichen Beschäftigung mit der Materie bin ich jedenfalls auf nichts gestoßen, dass - für mich - die Folgerung zulässt, Rosa Luxemburg habe besagtes Zitat in einen größeren Rahmen gestellt ( auch aus ihrer Biografie heraus kann ich keinen dahingehenden Schluss ziehen ) noch möchte ich eine Interpretation ihrer Aussagen zu spekulativ betreiben, was sie in Hinblick auf die Zukunft getan hätte.


      P.S.: Könntest Du mir, bitte, die Quelle des von Dir angeführten Zitats angeben?
      Und : bedeutet der Freiraum zwischen den beiden Blöcken eine Auslassung?

      Gruß!
      WR
      Quidquid agis, prudenter agas et respice finem !
    • Den Link hatte ich vergessen, sorry. Den Aufsatz gibt es unter anderem hier zu lesen. Er ist lang, er ist schwer und genauso schwer verdaulich - aber lesenswert.
      mlwerke.de/lu/lu3_106.htm

      Am Ende steht übrigens dieses:
      Das Negative, den Abbau kann man dekretieren, den Aufbau, das Positive nicht. Neuland. Tausend Probleme. Nur Erfahrung ist imstande, zu korrigieren und neue Wege zu eröffnen. Nur ungehemmt schäumendes Leben verfällt auf tausend neue Formen, Improvisationen, erhellt schöpferische Kraft, korrigiert selbst alle Fehlgriffe. Das öffentliche Leben der Staaten mit beschränkter Freiheit ist eben deshalb so dürftig, so armselig, so schematisch, so unfruchtbar, weil es sich durch Ausschließung der Demokratie die lebendigen Quellen allen geistigen Reichtums und Fortschritts absperrt. (Beweis: die Jahre 1905 und die Monate Februar-Oktober 1917.) Wie dort politisch, so auch ökonomisch und sozial. Die ganze Volksmasse muß daran teilnehmen. Sonst wird der Sozialismus vom grünen Tisch eines Dutzends Intellektueller dekretiert, oktroyiert.[...]
      Fällt das alles weg, was bleibt in Wirklichkeit? Lenin und Trotzki haben an Stelle der aus allgemeinen Volkswahlen hervorgegangenen Vertretungskörperschaften die Sowjets als die einzige wahre Vertretung der arbeitenden Massen hingestellt. Aber mit dem Erdrücken des politischen Lebens im ganzen Lande muß auch das Leben in den Sowjets immer mehr erlahmen. Ohne allgemeine Wahlen, ungehemmte Presse- und Versammlungsfreiheit, freien Meinungskampf erstirbt das Leben in jeder der öffentlichen Institution, wird zum Scheinleben, in der die Bürokratie allein das tätige Element bleibt. Das öffentliche Leben schläft allmählich ein, einige Dutzend Parteiführer von unerschöpflicher Energie und grenzenlosem Idealismus dirigieren und regieren, unter ihnen leitet in Wirklichkeit ein Dutzend hervorragender Köpfe, und eine Elite der Arbeiterschaft wird von Zeit zu Zeit zu Versammlungen aufgeboten, um den Reden der Führer Beifall zu klatschen, vorgelegten Resolutionen einstimmig zuzustimmen, im Grunde also eine Cliquenwirtschaft - eine Diktatur allerdings, aber nicht die Diktatur des Proletariats, sondern die Diktatur einer Handvoll Politiker, d.h. Diktatur im bürgerlichen Sinne, im Sinne der Jakobiner-Herrschaft (das Verschieben der Sowjet-Kongresse von drei Monaten auf sechs Monate!). Ja noch weiter: solche Zustände müssen eine Verwilderung des öffentlichen Lebens zeitigen: Attentate, Geiselerschießungen usw.


      Erinnert mich sehr an das Konzept und Realität der DDR...
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Original von mtc
      Ein bekannter hat mich auf ein Youtube Video von Nord Korea gebracht. Ist jetzt kein Text, aber trotzdem echt krass.

      youtube.com/watch?v=FJ6E3cShcVU



      " Echt krass " gehört nicht zu meinem Wortschatz und ich weiß auch nicht genau, was Du damit ausdrücken willst.
      Ich fand den Streifen sehr interessant und äußerst informativ!
      Gruß!
      WR
      Quidquid agis, prudenter agas et respice finem !
    • Original von pete
      "echt krass" gibt's auch in der lebenden Sprache Latein nicht. ;)


      Aber klar doch:

      veritate crassum

      Und das ist sogar klassisch!!! :evil: :evil: :]

      Und zu der Zweiflerin:
      Lass das nur nicht den edlen Ritter hören, der wird Dir schon was von toter Sprache erzählen.
      Ganz in meinem Sinne, übrigens! :rofl:
      Quidquid agis, prudenter agas et respice finem !
    • Und ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn ist immer ein politischer Mindestlohn. Das wird Arbeitsplätze zerstören.
      na ja, es gibt Leute, die arbeiten und brauchen dazu Hartz IV. Stimmt, aber die überwiegende Mehrzahl derer, die arbeiten und dazu Hartz IV brauchen, haben kein Problem mit einem zu niedrigen Lohn, sondern ein Problem mit zu wenig Zeit, die sie arbeiten. Sie arbeiten 400-Euro-Jobs, sie arbeiten Teilzeit, und da wird jeder wissen: Das reicht nicht für den Lebensunterhalt.
      Und die zweite Gruppe, die Hartz IV zusätzlich braucht, das sind meistens große Familien, das heißt, der Vater oder die Mutter arbeitet, sind sehr gering qualifiziert, und da reicht das Einkommen eben nicht für viele Köpfe, die mit am Tisch sitzen. Deshalb sind das typische Gruppen, die zusätzlich Hartz IV brauchen.


      Auf sowas muß man als amtierende Bundesarbeits- und -sozialministerin auch erstmal kommen.

      Das vollständige Interview gibts beim Deutschlandradio.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens