Ich verfolge seit Tagen die Nachrichten über die Vorgänge im Zsammenhang mit der Rütli-Schule. Die Nachrichten überraschen mich nicht sonderlich, seit ich seit einigen Jahren im Berufsvorbereitungsjahr unterrichte - meine Erfahrungen sind ähnliche, wenn auch nicht ganz so krasse.
Was mich nicht nur irritiert, sondern regelrecht wütend und fasungslos macht, sind die Konsequenzen, die nun folgen. Es wurden 50 neue Lehrer eingestellt, die Rütli-Schule hat (interimsweise, für drei Monate) einen neuen Rektor bekommen. Die Debatte um Ausländer in Deutschland im allgemeinen und die Integration von Migrantenkintern ist neu entfacht worden. Bayern will gar das Bestehen eines Sprachtest zur Bedingung für den Schulbesuch eines Kindes machen.
Das vermittelt in meinen Augen vor allem zwei Botschaften: 1. die Lehrer schaffen es nicht (mehr), sich in den Klassen durchzusetzen, und 2. die Integrationspolitik der Bundesregierung ist völlig gescheitert (wobei sich die Parteien jetzt gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, aber das ist ja fast immer so). Letzten Endes wird genausoviel passieren wie nach PISA und Erfurt - nämlich nichts. Das Problem wird wieder ignoriert - bis es das nächste Mal knallt.
Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen - ich halte diesen Sprachtest für eine gute Sache. Aber er wird bei weitem nicht reichen, die Probleme zu lösen! Genausowenig wird das mit einem neuen Rektor oder 50 neuen Kollegen gelingen - das ist in meinen Augen blinder Aktionismus.
Meiner Ansicht nach führt eine erfolgreiche Bildungspolitik erst dann zu spürbaren Verbesserungen, wenn sie mit einer wirklichen Reform des Arbeitsmarktes einhergeht. Denn wenn Kinder und Jugendliche in diesem Land keine Perspektive für sich sehen, liegt das mit Sicherheit daran, daß sie kaum die Chance bekommen werden, einen Beruf zu erlernen. Und das betrifft eben nicht nur Ausländerkinder.
In der BVJ-Klasse, die ich unterrichte, ist nicht ein einziges Ausländerkind, und durchaus nicht alle Schüler kommen aus zerrütteten Familienverhältnissen. Trotzdem ist in dieser Klasse kein normaler Unterricht möglich - und das, obwohl es für die meisten die letzte Chance sein dürfte, den Hauptschulabschluß nachzuholen. Das beginnt mit ständiger Unpünktlichkeit los und geht weiter mit dem Fehlen jeglichen Sozialverhaltens (sowohl untereinander als auch gegenüber Eltern, Geschwistern oder Lehrern) oder mutwilliger Sabobotage der Arbeit der Mitschüler oder Demolieren der Hardware.
Was mich nicht nur irritiert, sondern regelrecht wütend und fasungslos macht, sind die Konsequenzen, die nun folgen. Es wurden 50 neue Lehrer eingestellt, die Rütli-Schule hat (interimsweise, für drei Monate) einen neuen Rektor bekommen. Die Debatte um Ausländer in Deutschland im allgemeinen und die Integration von Migrantenkintern ist neu entfacht worden. Bayern will gar das Bestehen eines Sprachtest zur Bedingung für den Schulbesuch eines Kindes machen.
Das vermittelt in meinen Augen vor allem zwei Botschaften: 1. die Lehrer schaffen es nicht (mehr), sich in den Klassen durchzusetzen, und 2. die Integrationspolitik der Bundesregierung ist völlig gescheitert (wobei sich die Parteien jetzt gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, aber das ist ja fast immer so). Letzten Endes wird genausoviel passieren wie nach PISA und Erfurt - nämlich nichts. Das Problem wird wieder ignoriert - bis es das nächste Mal knallt.
Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen - ich halte diesen Sprachtest für eine gute Sache. Aber er wird bei weitem nicht reichen, die Probleme zu lösen! Genausowenig wird das mit einem neuen Rektor oder 50 neuen Kollegen gelingen - das ist in meinen Augen blinder Aktionismus.
Meiner Ansicht nach führt eine erfolgreiche Bildungspolitik erst dann zu spürbaren Verbesserungen, wenn sie mit einer wirklichen Reform des Arbeitsmarktes einhergeht. Denn wenn Kinder und Jugendliche in diesem Land keine Perspektive für sich sehen, liegt das mit Sicherheit daran, daß sie kaum die Chance bekommen werden, einen Beruf zu erlernen. Und das betrifft eben nicht nur Ausländerkinder.
In der BVJ-Klasse, die ich unterrichte, ist nicht ein einziges Ausländerkind, und durchaus nicht alle Schüler kommen aus zerrütteten Familienverhältnissen. Trotzdem ist in dieser Klasse kein normaler Unterricht möglich - und das, obwohl es für die meisten die letzte Chance sein dürfte, den Hauptschulabschluß nachzuholen. Das beginnt mit ständiger Unpünktlichkeit los und geht weiter mit dem Fehlen jeglichen Sozialverhaltens (sowohl untereinander als auch gegenüber Eltern, Geschwistern oder Lehrern) oder mutwilliger Sabobotage der Arbeit der Mitschüler oder Demolieren der Hardware.
Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
Charles Dickens
Charles Dickens



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