Also, fangen wir mal oben an.
So archaisch, wie viele annehmen, sind diese Strukturen gar nicht mal, von denen ich spreche. Der große Ausbau des Sozialsystems hat doch im wesentlichen während des sog. Wirtschaftswunders eingesetzt, als man meinte, man könne sich alles auf ewig leisten. Außerdem will ich natürlich keine Rückkehr zum Sozialsystem von 1900, aber ich will darauf aufmerksam machen, daß Kürzungen nicht unbedingt der Weg in die schrecklichste aller Zeiten sind, sondern daß vielmehr die Vollversorgung, wie wir sie mal hatten, eine historische Ausnahme ist.
Unser Wirtschaftssystem hat eben keine unbegrenzte Bereicherungsgarantie, wie du es nennst. Schau dir mal Lohnunterschiede zwischen Professoren und Arbeitern heute und früher an. Schau dir den Gini-Koeffizienten und seine Veränderung im Zeitverlauf an. Aber das ist ja alles nur Zahlenrechnerei, die eigene Wahrnehmung ist immer viel genauer...
Ob das Beklagen des fehlenden Nachwuchses schlau ist weiß ich nicht, vernachlässigt es doch die immensen Kosten, die Kinder verursachen (ich rede bewußt nur von den Kosten, andere Werte klammere ich mal aus). Auf der ganz praktischen Ebene müßtest du mir bitte erklären, warum eine Familie, deren Sohn 18 Jahre lang zu Hause lebte, sich das ab dem 18 Geburtstag plötzlich nicht mehr leisten können sollte.
Ich habe ja in einem Forschungsprojekt zu Tauschringen gearbeitet. Das sind Zusammenschlüsse, in denen man auf Basis von Zeitverrechnungseinheiten Waren und Dienstleistungen tauschen kann. Jeder kann mitmachen ohne Qualifikationsprüfung, ohne Zins, ohne Startkapital. Ein schönes Alternativsystem also. X-mal wurde mir von TR-Organisatoren erzählt, daß gerade Arbeitslose, also Menschen, die die (angeblichen?) Verlierer unseres Wirtschaftssystems sind, absoult nicht dazu bereit wären, bei so etwas mitzumachen. Warum ist das so? Meine These ist einfach: Weil kein Bedarf besteht. Der Mensch ist ein Kosten-Nutzen-Maximierer, er will mit wenig Aufwand viel erreichen. Und das gewährleistet dieses System (immer noch, zum Glück) auch den Verlierern ganz passabel. Das System ist nicht so schlecht, wie viele meinen.
Anderes Gesellschaftssystem? Naja, einerseits hört es sich plausibel an. Das habe ich mit dem Satz über Beck ja auch angedeutet, seine Geschichte mit dem Bürgergeld wäre schon eine recht grundlegende Abwendung vom System. Sonst noch konkrete Vorschläge? Das ist das "andererseits": Wie funktionieren sie denn, die großen Gegenentwürfe? Warum setzt sie keiner durch, wenn so viele unter den Zuständen leiden? Und komme mir nicht mit der Klasse "an sich", wie langfristig die Marxsche Langfristigkeit eigentlich sein soll, wußte wohl nicht mal er selbst.
So archaisch, wie viele annehmen, sind diese Strukturen gar nicht mal, von denen ich spreche. Der große Ausbau des Sozialsystems hat doch im wesentlichen während des sog. Wirtschaftswunders eingesetzt, als man meinte, man könne sich alles auf ewig leisten. Außerdem will ich natürlich keine Rückkehr zum Sozialsystem von 1900, aber ich will darauf aufmerksam machen, daß Kürzungen nicht unbedingt der Weg in die schrecklichste aller Zeiten sind, sondern daß vielmehr die Vollversorgung, wie wir sie mal hatten, eine historische Ausnahme ist.
Unser Wirtschaftssystem hat eben keine unbegrenzte Bereicherungsgarantie, wie du es nennst. Schau dir mal Lohnunterschiede zwischen Professoren und Arbeitern heute und früher an. Schau dir den Gini-Koeffizienten und seine Veränderung im Zeitverlauf an. Aber das ist ja alles nur Zahlenrechnerei, die eigene Wahrnehmung ist immer viel genauer...
Ob das Beklagen des fehlenden Nachwuchses schlau ist weiß ich nicht, vernachlässigt es doch die immensen Kosten, die Kinder verursachen (ich rede bewußt nur von den Kosten, andere Werte klammere ich mal aus). Auf der ganz praktischen Ebene müßtest du mir bitte erklären, warum eine Familie, deren Sohn 18 Jahre lang zu Hause lebte, sich das ab dem 18 Geburtstag plötzlich nicht mehr leisten können sollte.
Ich habe ja in einem Forschungsprojekt zu Tauschringen gearbeitet. Das sind Zusammenschlüsse, in denen man auf Basis von Zeitverrechnungseinheiten Waren und Dienstleistungen tauschen kann. Jeder kann mitmachen ohne Qualifikationsprüfung, ohne Zins, ohne Startkapital. Ein schönes Alternativsystem also. X-mal wurde mir von TR-Organisatoren erzählt, daß gerade Arbeitslose, also Menschen, die die (angeblichen?) Verlierer unseres Wirtschaftssystems sind, absoult nicht dazu bereit wären, bei so etwas mitzumachen. Warum ist das so? Meine These ist einfach: Weil kein Bedarf besteht. Der Mensch ist ein Kosten-Nutzen-Maximierer, er will mit wenig Aufwand viel erreichen. Und das gewährleistet dieses System (immer noch, zum Glück) auch den Verlierern ganz passabel. Das System ist nicht so schlecht, wie viele meinen.
Anderes Gesellschaftssystem? Naja, einerseits hört es sich plausibel an. Das habe ich mit dem Satz über Beck ja auch angedeutet, seine Geschichte mit dem Bürgergeld wäre schon eine recht grundlegende Abwendung vom System. Sonst noch konkrete Vorschläge? Das ist das "andererseits": Wie funktionieren sie denn, die großen Gegenentwürfe? Warum setzt sie keiner durch, wenn so viele unter den Zuständen leiden? Und komme mir nicht mit der Klasse "an sich", wie langfristig die Marxsche Langfristigkeit eigentlich sein soll, wußte wohl nicht mal er selbst.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wonderland ()