Für die Polizeibehörden Bayerns, Thüringens und Nordrhein-Westfalens sind Homosexuelle offenbar eine besondere Tätergruppe. Die Ermittler verwenden eine Software mit einem speziellen Register für Schwule und Lesben, ihre Treffpunkte werden als potentielle Tatorte klassifiziert.
spiegel.de/panorama/0,1518,366574,00.html
Abgesehen von der vordergründigen Verwerflichkeit frage ich mal nach den Hintergründen.
Wer macht eigentlich den Vorschlag, ein derartiges System einzurichten?
Welche Institution faßt eigentlich den Beschluß, daß derartige Daten gesammelt werden sollen oder müssen?
Wer vergibt den Auftrag, ein solches Datensystem einzurichten?
Wer genehmigt die Mittel für dieses System?
Wer ist so schamlos, einen solchen Auftrag anzunehmen und dafür Honorar zu verlangen?
Wer ist dafür zuständig, diese Daten zu erfassen?
Sind die Personen zur Datenerfassung legitimiert und qualifiziert?
Sind die Personen, die mit diesen Daten umgehen, zur Geheimhaltung verpflichtet worden?
An welche Institutionen dürfen diese Daten weitergegeben werden?
Welche Institutionen haben ein Interesse an diesen Daten?
Warum besteht ein Interesse an diesen Daten?
Die Datenschutzbeauftragte von Nordrhein-Westfalen, Bettina Sokol, hält das Verfahren für "höchst bedenklich".
Herzlichen Glückwunsch, Frau Sokol, Sie haben Ihre Existenzberechtigung nachgewiesen und Ihr Gehalt verdient.
Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck, die Polizeisoftwares IGVP und PVP ließen "ungute Erinnerungen an die alte polizeiliche Praxis der ,Rosa Listen' wach werden"
Für den schwulen Herrn Beck gibt es sicherlich die eine oder andere goldene Pille, die ihn seine Solidarität vergessen läßt und die unguten Erinnerungen vertreibt.
Nachdem ich nun so viele Fragen gestellt und aufgeschrieben habe, gab ich mir ein wenig Zeit, sie nochmal durchzulesen. Ich hab mich dann wieder beruhigt, weil ich mir sagte, daß es wohl das übliche Verfahren ist wie es sich auch in allen anderen Bereichen unseres Staatswesens so abspielt.
Joei (im Exil)