Sind Arbeitslose faul?

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    • Sind Arbeitslose faul?

      spiegel.de/wirtschaft/0,1518,348574,00.html

      Mir kommt dieser Artikel so vor, als würfe man den Arbeitslosen die alleinige Schuld an ihrer Situation vor. Müßten über fünf Millionen Arbeitslose einfach nur umziehen, um einen Job zu bekommen? Wohin? Ins Ausland?

      Ein Umzug würde sicher das Problem einzelner Arbeitsloser lösen, aber doch wohl nicht das gesamtgesellschaftliche Problem der Massenarbeitslosigkeit...
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Sicher sind Arbeitslose nicht faul, es herrscht aber zweifelsohne noch ein etwas zu hohes Anspruchsdenken wie die Zahlen ja auch belegen.
      Nur 36 Prozent der Arbeitslosen seien bereit, für eine neue Arbeitsstelle den Wohnort zu verlassen
      Das habe ich in meinem Posting vom 21.07.2004 im "Macht euch nackich!" Thread schon mal dargelegt.

      Original von tomex090

      Neulich sah ich einen Bericht über die vergebliche Mühe des Arbeitsamtes in Wismar, 85 ausgebildete Krankenpfleger/innen nach Schweden zu vermitteln, wo ein Mangel an Pflegepersonal besteht. Das schwedische Gesundheitsministerium hatte bei der Bundesanstalt um 85 Pflegekräfte nachgefragt, diese bemühte sich in einer Region, in der die meisten deutschen Pflegekräfte arbeitslos gemeldet sind und bekam dort nur 7 Interessenten zusammen.



      Weitaus bedenklicher finde ich jedoch, das 43 Prozent glauben, dass ein wesentlicher Grund für die hohe Arbeitslosigkeit darin liegt, dass Ausländer Jobs wegnehmen.
      Diese 43 % sollten mal lieber ihre Qualifikationen hinterfragen anstatt solch irrationalen Gedanken hinterher zuhängen.
      Wobei ich diese Zahl kaum glauben mag, bedeutet sie doch, das rund 2.150.000 Arbeitslose geistig so beschränkt sind, das sie diesen Quatsch glauben.


      MfG
      Tom
      Büchermäßig bin ich nicht so lesetechnisch unterwegs!

      Cora Schumacher

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tomex090 ()

    • Das schwedische Gesundheitsministerium hatte bei der Bundesanstalt um 85 Pflegekräfte nachgefragt, diese bemühte sich in einer Region, in der die meisten deutschen Pflegekräfte arbeitslos gemeldet sind und bekam dort nur 7 Interessenten zusammen.

      Also sollen deutsche Pflegekräfte nach Schweden gehen und polnische Pflegekräfte nach Deutschland? (Siehe EU-Richtlinie) Einen besseren Beweis für den Wahnsinn, der sich zur Zeit abspielt, gibt es nicht.

      Zum Artikel:

      Mit schöner Regelmäßigkeit tauchen immer wieder diese Artikel und TV-Sendungen mit derselben Fragestellung auf. Was sollen diese Beiträge bewirken?

      Fragen wir doch mal, welche Defizite bei den Arbeitslosen festzustellen sind. Sie sind jeweils teilweise:

      faul
      unterqualifiziert
      überqualifiziert
      falsch qualifiziert
      immobil
      zu alt
      vermindert erwerbsfähig
      Schwarzarbeiter
      Ausländer ohne Sprachkenntnisse
      alleinerziehend
      ...
      ...

      Eine Beseitigung dieser Hemmnisse würde die Arbeitslosigkeit zwar reduzieren aber nicht abschaffen. Wenn es zu wenig Arbeit gibt, hilft auch eine gute Eignung der Arbeitslosen nicht weiter.

      Auch der Vorwurf mangelnder Mobilitätsbereitschaft ist an den Haaren herbeigezogen, wenn damit bewiesen werden soll, daß sie nennenswert zur Massenarbeitslosigkeit beiträgt.

      Wen wundert es denn, daß ein Mensch mit 345,-- Euro pro Monat nicht umziehen will, wenn er den Umzug selbst bezahlen muß und höchstwahrscheinlich ein Jahr später vor dem selben Problem steht? Ein Umzug ist nur dann sinnvoll, wenn ein neuer Job eine echte Perspektive hat.

      Wieso gibt es überhaupt für Deutsche Arbeitslose Arbeitzsplätze im Ausland? Ist der Niedriglohn-Verdrängungswettbewerb schon so weit fortgeschritten, daß unsere Nachbarn dabei mitspielen, obwohl sie selber einen hohen Stand an Arbeitslosen haben?

      Diese vom Kapital gesteuerte Diskussion hat nur einen Zweck: "Ablenken von den wahren Ursachen der Massenarbeitslosigkeit"

      Die wahre Ursache ist die Globalisierung und der damit unvermeidlich einhergehende Prozeß des Lohndumpings. Während das Kapital längst global agiert, kann jede Gesellschaft nur lokal reagieren, weil die Zuständigkeit an der Landesgrenze endet.

      Und wie reagiert das Kapital und ihre politischen Erfüllungsgehilfen?

      Schaffung einer Armutsklasse in der Gesellschaft und dadurch Senkung der Staatskosten. Populistisches Argument: Die Arbeitslosen sind selber schuld. Danach folgt die Erpressung der Arbeitsplatzbesitzer mit der Drohung, in die Armutsklasse abzusteigen. "Freiwilliger" Lohnverzicht auf breiter Front. Argument: Wir müssen mit den osteuropäischen Ländern mithalten.

      Das bedeutet für die Osteuropäer einen Aufschwung und für die Westeuropäer einen Abschwung. Während sich ein Aufschwung (abgesehen von der Kapitalkonzentration an der Spitze der Gesellschaft) positiv auswirkt, kann ein Abschwung zur Katastrophe führen. Die Kreditfalle schlägt zu. Ein wesentlicher Teil unseres Wirtschaftssystems ist kreditfinanziert. Wenn diese Kredite nicht mehr bedient werden können, droht ein Kollaps.

      Schlußfolgerung:
      Die soziale Marktwirtschaft wird endgültig abgeschafft und die Massenarbeitslosigkeit wird Teil der Zukunftsgesellschaft in Deutschland.

      Joei
    • Original von Onkel_J
      Das schwedische Gesundheitsministerium hatte bei der Bundesanstalt um 85 Pflegekräfte nachgefragt, diese bemühte sich in einer Region, in der die meisten deutschen Pflegekräfte arbeitslos gemeldet sind und bekam dort nur 7 Interessenten zusammen.

      Also sollen deutsche Pflegekräfte nach Schweden gehen und polnische Pflegekräfte nach Deutschland? (Siehe EU-Richtlinie) Einen besseren Beweis für den Wahnsinn, der sich zur Zeit abspielt, gibt es nicht.


      Ja, das klingt zynisch, entspricht aber der Realität. In den skandinavischen Ländern ist der Bildungsstandart mittlerweile so hoch, das es in einigen Regionen Schwedens wie auch in Finnland Probleme gibt, sogenannte einfache Berufe wie Handwerker, Bauberufe und auch jene in der Alten- und Krankenpflege zu besetzen.
      Der Stern besuchte eine der aus Mecklenburg-Vorpommern ausgereisten Krankenschwester in Schweden. Die ist dort mit ihrer Familie hingezogen und ihr hier arbeitsloser Mann hat dort auch gleich einen Job als Hausmeister in einer Schule gefunden. Insgesamt also nicht berauschend aber diese Familie steht allemal besser da als wenn sie diesen Schritt nicht gewagt hätte.

      Wieso gibt es überhaupt für Deutsche Arbeitslose Arbeitsplätze im Ausland? Ist der Niedriglohn-Verdrängungswettbewerb schon so weit fortgeschritten, daß unsere Nachbarn dabei mitspielen, obwohl sie selber einen hohen Stand an Arbeitslosen haben?


      Um mal beim Beispiel Schweden zu bleiben, dieses Land liegt in der Arbeitslosenstatistik deutlich unter dem EU-Durchnitt. Die Erwerbslosenquote beträgt gegenwärtig knapp unter fünf Prozent. Gleiches gilt für die Niederlande und Dänemark.
      Büchermäßig bin ich nicht so lesetechnisch unterwegs!

      Cora Schumacher
    • In den 70ern und 80ern wurde eine größere räumliche Mobikität der Bürger bei der Suche nach Beschäftigung gefordert. Dafür wurden einige steuerliche Regelungen getroffen.

      Ich selbst bin bereit und habe es bereits mehrfach getan, wenn es die Sache erfordert, meinen Wohnsitz zu verlegen oder zumindest einen Zweitwohnsitz zu gründen. Ich bin von Düsseldorf nach Nürnberg nach Stuttgart und nun nach Karlsruhe gezogen (Derzeit habe ich eine Bewerbung nach Innsbruck laufen).

      Ich frage mich manchmal, warum ich oft lesen muss, daß man nicht wegziehen könne. Da werden familiäre, persönliche Gründe oder damit argumentiert, daß man schließlich ein Haus gebaut hätte und deswegen nicht weg kann.

      Diesen Leuten fehlt es nicht an räumlicher sondern an geistiger Flexibilität. Ich würde aber nicht so weit gehen, zu behaupten, daß die Arbeitslosen faul sind. Aber für einen Arbeitsplatz muss man schon mal die Brücken hinter sich lassen.

      Ob ich als Krankenschwenster nach Schweden gehen würde, weiß ich allerdings auch nicht. Ich bin bei solchen Beridhten immer sehr kritisch. Die Details (Arbeitsverträge, Gehalt etc) werden selten genannt.

      Gruß Ivanhoe
      heute mal ohne Signatur
    • Man tut ja mal wieder so als ob die große Völkerwanderung 'die Lösung' zum Problem 5.000.000 Arbeitslose wäre ?(
      Das ist doch höchstens ein Schönheitspflästerchen.
      Zum Glück werden auch die Stimmen weniger die noch immer behaupten das es Arbeit genug gibt, zum Glück kann es ja nun jeden treffen.(Eine Art Gerechtigkeit)
      Es stimmt ja auch das es Arbeit genug gibt, nur man sollte ja schon seinen Lebensunterhalt damit bestreiten können.
      Von zu hohen Anspruchsdenken kann nun aber nur jemand sprechen dem es wahrscheinlich selber zu gut geht und natürlich sind diese Personen davon ausgeschlossen
      Erzähle mal einem 'schwerverdienenden 8 Euro die Stunde Malocher', das er ins Paradies umziehen muss um dort für die Hälfte des "Lohnes" zu arbeiten nur um nicht als Arbeitsloser zu gelten.
      Ich vermute das Arbeitgeber die Not der Stunde missbrauchen um von Deutschland ein Billig-Lohn-Land zu machen mit Menschen die man Rücksichtslos rumschieben kann wie Leibeigene im Mittelalter.
      Ich habe so viel über die Auswirkungen von Rauchen, Trinken und Sex gelesen, dass ich jetzt beschlossen habe, mit dem Lesen aufzuhören!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Appie ()

    • @ Ivanhoe

      Natürlich wird ein gut ausgebildeter, geistig beweglicher Mensch mit finanziellen Rücklagen überall dorthin ziehen, wo er von einem Globalisierer einen guten Job angeboten bekommt. Selbstverständlich zahlt der Globalisierer jeden Umzug in die USA oder nach HongKong und Saigon. Selbstredend ist auch ein eventuell nötiger Fallback vertraglich abgesichert.

      Ein arbeitsloser Alg-II Empfänger dürfte wohl überhaupt keine dieser Perspektiven haben und seine Umzugskosten mit seinem zukünftigen mageren Einkommen verrechnen dürfen.

      Ich bedaure wirklich, daß jemand als Kommunist beschimpft wird, wenn er darauf hinweist, daß die Analyse von Karl Marx unübertroffen richtig ist. Stattdessen mogelt sich das Kapital und seine Erfüllungsgehilfen um die Frage herum, ob das Kapital den Menschen oder die Menschen dem Kapital dienen sollen.

      Und das hat nichts mit sozialer Hängematte zu tun. Eine zivile Gesellschaft ist stark genug, auch Faulenzer an die Kandarre zu bekommen. Besonders dann, wenn sie nachweisen kann, daß sie für alle Mitglieder der Gesellschaft da ist.

      Joei

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Onkel_J ()

    • @ tomex090

      ich beobachte zunehmend, daß die Diskussion in sämtlichen Medien entlang von untauglichen Einzelbeispielen geführt wird. Es gibt keine nennenswerten Versuche, das Problem Massenarbeitslosigkeit, das ja angeblich strukturell bedingt sein soll, in Angriff zu nehmen.

      Warum werden diese fehlerhaften Strukturen nicht benannt und warum werden keine Konzepte zur Verbesserung der Strukturen entwickelt. Es werden ausschließlich Kostenfaktoren hin- und hergeschoben. Wobei es überdeutlich ist, daß die Kosten auf der Seite der arbeitenden Bevölkerung hängenbleiben.

      Es ist wirklich lächerlich, über einen angeblichen Generationenkonflikt zu palavern, wenn einem klar wird, daß immer die Gesamtgesellschaft vom gesamten erzielten Einkommen leben muß. Möchte man jetzt auch die Altersklassen gegeneinander aufhetzen?

      Joei

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Onkel_J ()

    • Es ist einfach unglaublich: home.arcor.de/schandmaeulchen/forum/cc/docs/agentur.pdf

      Wenn ich das lese, fällt es mir sehr schwer, meine Meinung über solche "Agenten" - und dem dahintersteckenden System - zurückzuhalten.

      Die Erfahrungen dieses Mannes erinnern mich an eine "Beraterin" des AA Leipzig, die - verantwortlich für die Beratung und Vermittlung Dutzender ehemaliger Lehrkräfte der Universität Leipzig (die z.T. über mehrere Jahrzehnte Berufserfahrung und Habilitationen verfügten) - einer bedarfsgekündigten, 55jährigen Germanistikprofessorin die Frage stellte, ob die Uni sie nicht wieder einstellen könne.

      Typen schickt det Arbeitsamt... nö, die loofen dort rum. Und offensichtlich hat das auch Methode.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Original von Onkel_J
      Die wahre Ursache ist die Globalisierung


      Jein. Die wahre Ursache ist m.E. eine seit Jahrzehnten verfehlte Wirtschafts- und Bildungspolitik, die versucht, uns auf Gebieten wie Landwirtschaft, Kohleförderung und Stahlverarbeitung konkurrenzfähig zu halten, was natürlich völlig aussichtslos ist, anstatt in zukunftsfähige Technologien zu investieren. Aber Hauptsache, wir sind ethisch fein raus, lassen die Finger von der bösen, bösen Gentechnik und verpassen wieder mal den Anschluß an eine Schlüsseltechnologie, anstatt ihre Entwicklung gestaltend zu beeinflussen (nur mal so als Beispiel).

      Zu den sage und schreibe 2 negativen Beispielen über Agentur-Mitarbeiter möchte ich nun ein positives hinzufügen: Ich wurde freundlich und schnell bedient, man kannte die Situation von befristet angestellten Hohschulmitarbeitern bereits, und man hat mir ein durchaus passendes Stellenangebot vermittelt.
    • Solche Prozesse sind natürlich wie immer ein Mix aus verschiedenen Ursachen. Wenn man aber unsere viel beschworene Exportweltmeisterschaft mal ins Spiel bringt, so bedeutet das, daß wir sowohl technologisch (Maschinenbau) als auch preislich (Lohnkostenanteil) durchaus wettbewerbsfähig sind.

      Im Verpassen von Innovationen waren wir allerdings auch immer Weltmeister.

      Nur der Binnenmarkt wird zur Zeit durch die haarsträubende Flickschusterei der "Reformen" und die überhastete EU-Erweiterung zerstört.

      Natürlich ist es richtig, die Märkte der beteiligten Länder anzugleichen. Es stellt sich aber die Frage, ob die neuen Mitglieder aufholen sollen oder ob unser Level abgesenkt werden soll.

      Es ist für ein armes Land leicht und sehr vorteilhaft, das Lohnniveau anzuheben. Eine schockartige Absenkung der Löhne kann den Markt eines reichen Landes jedoch ruinieren. Schließlich ist der gesamte Prozeß des Binnenmarktes auf ein bestimmtes Lohnniveau eingestellt.

      Ein Beispiel: Bei sinkenden Löhnen können sich manche Arbeitnehmer eine hohe Miete nicht mehr leisten. Teure Wohnungen fallen aus dem Markt und die Kredite für die Häuser können nicht mehr bedient werden. Die Häuser gehen in Konkurs und werden zwangsversteigert. Der Immobilienmarkt kollabiert. Die derzeitigen Zwangsversteigerungstermine datieren auf Anfang 2006. Der Prozeß schlägt auch auf die Bilanzen der Banken durch. Die Banken sind zurückhaltend bei der Kreditvergabe. Das ist die aktuelle Entwicklung.

      Ein Rattenschwanz also der beweist, wie anfällig ein reicher Markt bei einer Deflation ist. Den Vorteil haben die armen Märkte. Deshalb ist diese überhastete Europasierung für uns höchst gefährlich.

      Wenn man nun noch bedenkt, wie stark unsere Wirtschaft kreditfinanziert ist, kann einem Angst und Bange werden.

      Joei
    • Ich glaube, das beschreibt unser Problem ganz gut. Jeder will alles, aber keiner will dafür bezahlen. Und das mit steigender Tendenz.

      Hinzu kommen handwerklich schlecht gemachte Gesetze -egal von wem übrigens- die derartige Lücken aufweisen.
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.
    • Jetzt poltert Münte (der mit dem Münteeffekt) gegen die Kapitalisten und alle Spitzensozis stimmen in den Chor ein. Gerade rechtzeitig zur NRW-Wahl haben sie ihr verstaubtes linkes Herz wiederentdeckt.

      Eine erbärmlichere Scharade hätten sie sich nicht einfallen lassen können.

      Und der Autokanzler verspricht, etwas gegen das EU-Lohndumping zu unternehmen. Na klar. Ein wenig weiße Salbe drüberstreichen wird schon helfen. Mehr als eine leichte Entschärfung des Problems wird da wohl nicht herauskommen. Aber der Trend bleibt.

      Es gab da eine Schlagzeile, die ich leider nicht wiedergefunden habe. Eine Versicherung (?) läßt im Ausland ihre Dateien von Billigkräften darauf untersuchen, ob die Versicherten ihre Zahlungsverpflichtungen einhalten. Outsoucing von Verwaltungsarbeiten ist der neuste Trend. Und wenn die Inder für derartige Arbeiten zu teuer werden, geht man eben nach Indonesien.

      Ich glaube, das beschreibt unser Problem ganz gut. Jeder will alles, aber keiner will dafür bezahlen. Und das mit steigender Tendenz.

      Ich glaube nicht, Pete, daß das unser Problem beschreibt. Es gab vor wenigen Jahren Untersuchungen, die eine Bereitschaft der Bevölkerung zum Verzicht aufzeigten. Die Menschen hatten durchaus erkannt, daß es Probleme geben würde. Nur sind die sogenannten "Reformen" dieser Stimmung überhaupt nicht gerecht geworden.

      Eine gleichmäßige Belastung der Gesellschaft ist unterblieben. Stattdessen versucht man es mit Underdogs, die man als Faulenzer beschimpfen kann. Die typische Prügelknabenpolitik.

      Diese Strategie ist auch richtig, weil sie dem Egoismus Rechnung trägt.

      Es wird Zeit, die Frage zu beantworten, ob die Menschen für die Wirtschaft oder die Wirtschaft für die Menschen da ist. (Schade, daß der Kanzler diese richtige Fragestellung für seine verlogene Politik mißbraucht hat)



      Joei
    • Doch, ich glaube schon, dass das eines unserer Probleme ist. Du glaubst doch nicht wirklich, dass diese Studie aussagekräftig ist. Ich erlebe tagtäglich das Gegenteil.

      Zu Münte: Solange die Deutsche Bank Mitarbeiter entlässt, weil sie nur 230 Millionen EUR Gewinn im Quartal gemacht hat, kommt mir die Galle hoch.

      Eine gleichmäßige Belastung der Gesellschaft ist unterblieben.


      Nach meiner Auffassung leider auch graue Theorie.
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.
    • Gerade gehört im Fernsehen :O

      Elektonische Fussfesseln für Arbeitslose

      Deutschland das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ?(
      Natürlich war das alles mal wieder ein Missverständnis.
      [COLOR=8B4513]Der Mann ist viel zu spät geboren![/COLOR]
      Ich habe so viel über die Auswirkungen von Rauchen, Trinken und Sex gelesen, dass ich jetzt beschlossen habe, mit dem Lesen aufzuhören!

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