„Unfähige Menschen erkennst du daran, daß sie ihre Nachfolger zu unterdrücken suchen.“ – Walther Rathenau
Lebensweisheiten und Zitate
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„Das Vorurteil ist recht für den Menschen gemacht, es tut der Bequemlichkeit und der Eigenliebe Vorschub, zweien Eigenschaften, die man nicht ohne die Menschheit ablegt.“ – Immanuel Kant
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Falscher Thread?!
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„Man verfällt immer wieder in den gleichen Irrtum. Jeder meint, daß alles, was ihn angeht, auch notwendigerweise den Nächsten interessieren müsse.“ – Friedrich Glauser
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Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sie bekennen, ehrliche Leute sind, und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land bevölkern, so wollen wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen.
Friedrich der GroßeGibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
Charles Dickens -
„Wer spricht vom Siegen? Überstehen ist alles!“ – Rainer Maria Rilke
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Meinte Rilke damit nicht die Weihnachtszeit?
Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
Charles Dickens -
Original von cosgan
Augen in der Großstadt
Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
dann zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? Vielleicht dein Lebensglück...
vorbei, verweht, nie wieder.
Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hast's gefunden,
nur für Sekunden...
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück...
vorbei, verweht, nie wieder.
Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Es sieht hinüber
und zieht vorüber...
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.
Kurt Tucholsky
Ich mag den ollen Kulle sehr gern, und das ist eines meiner Lieblingsgedichte.
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Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft - das ist eine Weltanschauung.
selbiger
Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
Charles DickensDieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Orthogräfin ()
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Damals
Damals war's, vor ungefähr 50 Jahren,
als wir noch zufrieden und sicher waren -
Politiker mit Herz und logischem Verstand
regierten unser wunderschönes Land.
Die Kinder ließ man gerne im Freien herum springen,
Komasaufen mit Cola und Limo konnte nicht gelingen.
Bubblegum und Brausepulver waren beliebte "Drogen"
mit Rauschgift wurde Niemand ums Leben betrogen.
Kriminalität konnte damals nur im Film unsre Gemüter erhitzen,
es gab genug Wachzimmer und Polizisten um uns zu beschützen.
Damals konnte man sich auch Nachts auf die Straße trauen,
man wurde nicht belästigt. beraubt und brutal verhauen
Man sekkierte die Kleinsten in den Kindergärten und Schulen
nicht mit fehlender Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen.
Wir wussten, es gibt keinen Grund, sich über sie zu beschweren -
wir akzeptierten und respektierten sie und ließen sie gewähren.
In den Städten gab es keine Parkplatznot, keinen Stau-Gestank,
wir mußten nicht im Kommunismus leben - Gott sei Dank.
Damals lebten alle Verkehrsteilnehmer miteinander ohne Zwist,
wie das halt unter einer guten Stadtverwaltung so üblich ist.
Damals brauchten wir unser fleißiges Arbeiten nicht bereuen,
wir konnten uns über hohe Zinsen aufs Sparbuch freuen.
Damals wussten wir, mit 55/60 ist mit dem Arbeiten Schluss,
keine Rede war davon dass man sich bis 70 abrackern muss.
Kein Schönheitschirurg schnippelte um teures Geld an uns herum,
dass wir aussahen wie Gott uns schuf war uns nie zu dumm.
Damals zählte das Oberflächliche, Äußere nicht,
nur der Wert eines Menschen fiel ins Gewicht.
In der Schule trugen wir Kleidung, von Mama genäht und angeprobt,
darauf waren wir stolz und Niemand hat uns deswegen gemobbt.
Damals brauchte man nicht laut kreischend zu Zalando laufen
um mithalten zu können mit dem trendigen Schicki-Micki-Haufen.
Unsere Eltern hielten wir damals stets gehörig auf Trab,
doch niemals schoben sie uns wegen Überlastung ab.
Für ein Gespräch oder ein Spiel nahmen sie sich Zeit,
waren immer für uns da und zum Zuhören bereit.
Damals trennte man sich nicht gleich nach einem Streit,
das ersparte den Kindern viel Kummer und Leid.
Damals wurden alte Leute nicht als lästiges Übel betrachtet
und als uninteressante Zielgruppe ins Abseits verfrachtet.
Herzenswärme und Verstand gingen uns nicht flöten,
auch nicht zum Spaß im Spiel wollten wir töten.
Wir schrien aufgeregt und lachten fröhlich im Kasperltheater,
Damals brauchte niemand von uns einen Kinderpsychiater.
Wurst gab es selten zu essen, doch wir litten keine Not -
es gab ja Mamas köstliches Schmalz auf knusprigem Brot.
Damals kam alles was wir brauchten frisch vom Bauern,
es gab keine Lebensmittel in denen Giftteufelchen lauern.
Wir mussten nicht mit 500 imaginären Facebook-Freunden angeben,
viel mehr Spaß machte es, mit echten Freunden Abenteuer zu erleben.
Undenkbar war es, einsam vor dem Monitor in einer Scheinwelt zu versinken,
damals wollten wir hinaus in die Realität und vom Kelch des Lebens trinken.
Damals drängte man sich nicht auf ein monströses Kreuzfahrtschiff,
viel erholsamer war es auf der Alm wo das Murmeltier pfiff
oder auf dem Bauernhof beim Schweinderl füttern und Kühe hüten,
beim Frühstücksei aus den Nestern holen bevor die Hendln brüten.
Damals durften uns noch jeder im Kindergarten besuchen,
es gab auch noch Mamas selbstgemachtes Pausenbrot und Geburtstagskuchen.
Damals kamen noch keine gehirnamputierten Beamten aus Brüssel daher
und verboten uns liebe Gewohnheiten, Gegenstände, Worte und mehr.
Damals hatten alle Arbeit, es gab massenhaft freie Stellen,
man konnte unter all den Angeboten das Beste auswählen.
Damals hatten die Leute noch gesunden Hausverstand,
sie wussten, ohne Bauern und Handwerker stirbt das Land.
Damals hatten wir Bundesrepublikaner mit vereinter Kraft
ein Dasein in Freiheit und Wohlstand geschafft.
Damals waren für Verbrecherbanden die Grenzbalken zu
- doch dann kam der Teufel und schuf die EU.
Damals gab es viel Wertvolles das heute nicht mehr zählt,
damals lebte man tatsächlich in einer besseren Welt.
Vielleicht besinnt man sich, das wäre der Menschen Glück
- vielleicht kommt das Damals einmal wieder zurück.
( Verfasser unbekannt )
Ich bin dankbar, dass ich diese Zeit erleben durfte.
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Ich bin dankbar, dass ich diese Zeit erleben durfte.
Ich nicht.... .
Lesben und Schwule wurden nicht toleriert sondern ignoriert, als krank, abnormal geächtet.
Auch andere Punkte (kein Zwist unter Verkehrsteilnehmern, kein Rauschgift) sehe ich anders. Als Stadtkind gab es wenig verkehrsarmen Lebensraum. Natürlich, gegen heute betrachtet, viel. Dafür war man es nicht gewohnt, durfte als Kind "blos nicht über die Straße ins Viertel!".
Einiges stimmt. Schönheitsschirurgen gab es damals nur für abstehende Ohren und riesen Nasen. Ebenfalls der Kleidungs-Hipe. Aaaaaber.... Adidas musste schon sein... .
Die Zeiten waren eben anders. Besser und schlechter."Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken.
Das Fortschreiten zur entwickelten Inhumanität ist dann nur noch eine Frage der Zeit."
(Albert Schweitzer) -
Es ist wohl auch ein Unterschied ob Du in einer Kleinstadt oder einer Großstadt aufgewachsen bist. So ein 'Viertel', Schwule und Lesben kannte ich nicht.. Ich wusste, dass es sie gab und über Tunten haben wir gelächelt und das tun wir heute noch, wenn sie sich auffallend bewegen. Mit den Parkplätzen gab es höchstens mal um die Vorweihnachtszeit Probleme.
Damals, das war vor 50 Jahren!!
Dies ist ein Gedicht und zeigt die Zeit damals, wie ich sie erlebt habe. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen.
Für mich war damals die Welt noch halbwegs in Ordnung.
Natürlich gab es damals auch schon Attentate und es gab Kriege, aber das war weit weg. Anschläge gab es erst später, man musste nicht damit rechnen, dass bei größeren Menchenansammlungen etwas passieren könnte, wie jetzt in Braunschweig.
Ich stehe immer noch dazu. Ich bin dankbar, dass, ich in dieser Zeit leben durfte.
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Nun,ich bin 1971 geboren-und im vergleich zu heute,sind das Welten.Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,wird es dir sein,als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihm wohne,weil ich auf einem von ihnen lache. -
Liebe cosgan, ich gönne dir deine Erinnerungen, aber die Realität sah für andere Menschen (und insbesondere Frauen) vermutlich doch ein bißchen anders aus.
Damals trennte man sich nicht gleich nach einem Streit,
das ersparte den Kindern viel Kummer und Leid.
Frauen mußten in der alten BRD bis 1977 ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen, wenn sie arbeiten gehen wollten:
[URL=http://lexetius.com/BGB/1356,2]§ 1356 BGB - gültig von 1958 bis 1977[/URL]
(1) [1] Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. [2] Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.
Vor 1958 war das sogar noch übler: der Ehemann konnte den Arbeitsvertrag seiner Frau fristlos kündigen (in Bayern mußten Lehrerinnen bei ihrer Heirat sogar generell ihren Beruf aufgeben). Ebenfalls bis 1958 wurden sowohl das von der Frau in die Ehe eingebrachte Vermögen als auch ihr Verdienst aus ihrer beruflichen Tätigkeit vom Mann verwaltet.
Und das war nur der finanzielle Aspekt - der Ehemann hatte auch das Vorrecht bei der Kindererziehung. Das ist keine 60 Jahre her! (Wie) konnte sich eine Frau einfach scheiden lassen, ohne vor den Trümmern ihrer familiären, beruflichen und sozialen Existenz zu stehen? Dazu kommt, daß es noch keine 20 Jahre her ist, daß in Deutschland Vergewaltigung in der Ehe überhaupt als Straftatbestand anerkannt wurde.
Damals hatten wir Bundesrepublikaner mit vereinter Kraft
ein Dasein in Freiheit und Wohlstand geschafft.
Jaja, die fleißigen Bundesrepublikaner.
Was wäre denn das Hochlohn- und Wirtschaftswunderland BRD ohne hunderttausende Gastarbeiter aus Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei - und ohne die Billigimporte aus dem Ausland gewesen?
Damals waren für Verbrecherbanden die Grenzbalken zu
- doch dann kam der Teufel und schuf die EU.
:rolleyes:
Original von Zwiebel
Lesben und Schwule wurden nicht toleriert sondern ignoriert, als krank, abnormal geächtet.
Eben. Bis 1969 (und das ist keine 50 Jahre her) war gleichgeschlechtliche Betätigung schlicht strafbar (§175 StGB).Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
Charles Dickens -
Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,wird es dir sein,als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihm wohne,weil ich auf einem von ihnen lache. -
Liebe cosgan,
das Gedicht ist vermutlich von jemandem, der vor 50 jahren Kind war (so wie ich) und heute erschreckt ist über die Terroranschläge. Bin ich ebenfalls. Da bin ich ganz beim Gedichtschreiber (in).
Allerdings habe ich als Kind (!) einiges von damals gar nicht wahrgenommen. Was interessierten mich als <10 jährige Schwule und Lesben... . Wo ist ein Spielplatz, wie komme ich zu Schulkameraden (ohne Mamataxi
) und später die Berufswahl (Unis voll, Lehrstellenmangel wegen geburtenstarker Jahrgänge) lag in meinem Focus. Klar gab es Nachrichten, die mich als Kind durchaus beschäftigten. Vor allem waren das die hungernden Kinder in Biafra, Mondlandung, Kennedy-Attentat.
Für mich ganz persönlich - und darauf bezog ich mich - war meine Kindheit keine glückliche Zeit.
"Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken.
Das Fortschreiten zur entwickelten Inhumanität ist dann nur noch eine Frage der Zeit."
(Albert Schweitzer)Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Zwiebel ()
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Original von Zwiebel
Liebe cosgan,
das Gedicht ist vermutlich von jemandem, der vor 50 jahren Kind war (so wie ich) und heute erschreckt ist über die Terroranschläge. Bin ich ebenfalls. Da bin ich ganz beim Gedichtschreiber (in).
Allerdings habe ich als Kind (!) einiges von damals gar nicht wahrgenommen. Was interessierten mich als <10 jährige Schwule und Lesben... . Wo ist ein Spielplatz, wie komme ich zu Schulkameraden (ohne Mamataxi
) und später die Berufswahl (Unis voll, Lehrstellenmangel wegen geburtenstarker Jahrgänge) lag in meinem Focus. Klar gab es Nachrichten, die mich als Kind durchaus beschäftigten. Vor allem waren das die hungernden Kinder in Biafra, Mondlandung, Kennedy-Attentat.
Für mich ganz persönlich - und darauf bezog ich mich - war meine Kindheit keine glückliche Zeit.
In diesen Punkten, die Du geschrieben hast, kann ich Dir nur recht geben, die sind richtig und glücklicherwese hat sich da zwischenzeitllich viel getan.
Ich habe diese Zeit mit meinen Augen gesehen, und da haben mich solche Dinge nicht interessiert, weil sie mich und meine Familie nicht betrafen.
Ich finde trotzdem, dass unsere Generation Glück hatte. Sie musste keinen Krieg erleben. Das Leben für die Jugend hatte sich geändert. Wir hatten vielleicht nicht diese große Freiheit, die die Jugend heute hat, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich sie dafür beneiden soll.
Auch wenn es diese vielen Schattenseiten in dieser Zeit gegeben hat, gefällt mir dieses Gedicht trotzdem. Es beschreibt nämlich die Dinge, die ich in guter Erinnerung habe und heute vermisse.
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Original von cosgan
Auch wenn es diese vielen Schattenseiten in dieser Zeit gegeben hat, gefällt mir dieses Gedicht trotzdem. Es beschreibt nämlich die Dinge, die ich in guter Erinnerung habe und heute vermisse.
Berührt mich sehr. Positive Erinnerungen trotz Schattenseiten. Das betrifft ja jeden und zu jeder Zeit. Finde ich schön, dass du den Wert erkannt hast.
Ich merke gerade, dass die bestimmt vorhandenen positiven Erinnerungen zuungunsten der schlechten im Hintergrund sind. Da geh ich doch gleich mal in mich, suche alte Fotos. Die sehe ich mir eh viel zu selten an. Wofür macht man die denn? *g All die vielen Jahre seit 1959. Nicht nur Kindertage.
Danke!"Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken.
Das Fortschreiten zur entwickelten Inhumanität ist dann nur noch eine Frage der Zeit."
(Albert Schweitzer)Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Zwiebel ()
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Zukunft: jene Zeit, in der unsere Geschäfte gut gehen, unsere Freunde treu sind und unser Glück gesichert ist.
Ambrose Bierce - Des Teufels WörterbuchGibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
Charles Dickens -
