Patente und Leben...

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    • Patente und Leben...

      Bekannt ist die Tatsache das AIDS sich in Afrika nahezu ungehindert ausbreiten kann das Pharma Konzerne durch Patente die Preise künstlich hochhalten und die Produktion von Generika verbieten. Ist aber schon das Vorgehen der Firma Linde bekannt? Die verteuern ein längst bekanntes Gas um 5000% welches bei der Bahndlung von Frühchen und Herztransplantationen dringend benötigt wird.

      swr.de/report/archiv/sendungen/041004/03/frames.html

      Unglaublich. X(
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Lieber Fabian, das zeigt imo recht deutlich, wes Geistes Kind einige Herren bei der Linde AG ganz offensichtlich sind.

      Es ist in meinen Augen nicht verwerflich, mit der Produktion von Medikamenten Geld verdienen zu wollen. Aber das, was die Linde AG da abzieht, ist gewissenlose Erpressung. Und genauso ungeheuerlich wie diese Erpressung ist die Haltung des Bundeskartellamtes. Warum ist man dort ebensowenig zu einem Interview bereit wie Frau Schmidt?

      Mich wundert übrigens nicht, daß die Bundesgesundheitsministerin Verständnis für die Vorgehensweise der Linde AG aufbringt. Verständnis für die Interessen der Pharmaindustrie hat sie ja immer. Im übrigen scheint sie in diesem konkreten Fall nicht über die gleiche Sachkenntnis zu verfügen wie der Autor des verlinkten Artikels - hat sie vielleicht deshalb ein Interview abgelehnt?

      Das muß man sich mal lauf der Zunge zergehen lassen: das Gas wird seit Oktober 1991 in der Medizin angewendet, das Patent wurde erst im Dezember 1991 angemeldet. Die Patentlizenz und das gesamte NO-Gasgeschäft erwarb die Linde AG ohnehin erst 2001, als die wissenschaftliche Vorarbeit längst geleistet war. Bisher verwendeten die Kliniken industriell hergestelltes NO-Gas. Damit wurde Jahre lang Leben gerettet, und dieses Gas war spottbillig. Die medizinische Anwendung von billigem Industriegas lässt Linde gerichtlich verbieten.

      Wie war das nochmal mit der Mitnahmementalität? Man braucht nur eine Lobby...
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Bis zum Spätsommer 2001 hatte die Klinik die kleinen Patienten mit einem herkömmlichen Beatmungsgerät behandelt, das mit preiswertem Industriegas funktionierte.
      Der Hersteller begründet die drastische Kostenerhöhung durch einen sehr hohen Entwicklungsaufwand und durch Maßnahmen zur medizinischen Qualitätssicherung. (Quelle)


      NO ist nicht nur sehr wirksam, sondern auch preiswert. Mehrere Hersteller bieten das Produkt und die Geräte dazu an. Dann wittert der Linde-Konzern ein dickes Geschäft mit dem Stickstoffmonoxid. Linde kauft einen Gashersteller mitsamt seinen Patentrechten für inhaliertes NO. Jetzt verlangt der Monopolist für das NO-Produkt das 50-fache des vorherigen Preises.
      Das Linde-Produkt Inomax ist nicht von Grund auf neu. Linde musste keine teure und risikoreiche Forschung betreiben. Hier wurde ein längst bekannter Wirkstoff über eine neue EU-Zulassung zum Medikament erklärt. Das sei eben teuer gewesen, sagt Linde. Ein Argument, das Fachleute für Unsinn halten. Schaible: "Es ist schön verpackt, es ist gut anzusehen, es ist sicher zu dosieren und sicher professioneller überwacht - aber es ist nicht besser." ([URL=http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/21/0,1872,1016949,00.html]Quelle[/URL])


      Wie paßt denn das zusammen? Für mich stellt sich das folgendermaßen dar: die Therapie hat mit dem preiswerten Industriegas und einem konventionellen Beatmungsgerät funktioniert. Und erst zu diesem Zeitpunkt hat sich die Linde AG das Monopol und die Zulassung als Medikament besorgt und kassiert nun ab?




      Ich greife noch einmal die Äußerung von Frau Schmidt auf, die zwar ist nicht zu einem Interwiev bereit ist, aber Verständnis für die Pharmaindustrie hat. Mich würde mal interessieren, ob sie sich vor ihrem Statement mit den Fakten vertraut gemacht hat. Falls nicht, frage ich mich, warum sie sich dann überhaupt äußert, und wenn sie die Fakten des Falles kennt, dann müßte man ihr noch ganz andere Sachen als Dummheit und Ignoranz vorwerfen.

      Entweder ist die Dame unfähig, die Chronologie der Vorgänge zu erfassen und Zusammenhänge zu erkennen, oder die Schicksale (und hier geht es um die physische Existenz!) von Menschen, für die sie Verantwortung trägt, sind ihr scheißegal.

      Eigentlich ist es zweitrangig, ob die Dame einfach nur absolut inkompetent oder mehr der Pharmalobby als ihrem eigenen Gewissen verpflichtet ist - sie gehört meiner Ansicht nach einfach nicht in ein solches Amt mit derart weitreichenden Befugnissen.

      Im Zuge der Gesundheitsreform sollen im Jahr 2004 etwa 10 Milliarden Euro eingespart werden. Davon sollen allein die Mitglieder der GKV 8,5 Milliarden Euro aufbringen, während der Anteil der Pharmaindustrie bei einer Milliarden Euro liegen soll. Trotzdem betrachten sich die Pharmaverbände als die eigentlichen Leidtragenden der Reform. Und die Bundesgesundheitsministerin hat dafür Verständnis.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Und wieder einen Sack mit Managern vollgestopft zugebunden und jeder der vorbei kommt darf mal auf den Sack schlagen......

      Die Manager von heute beweisen immer öfter das nur Ihr eigenes Portmonai von intresse ist, Divende und Tantiemen, der Mensch ist nur noch ein reines Erstzteil, bei Störungen wird es einfach ausgetauscht..
      dann kann der Staat ( Allgemeinheit ) ja dafür zahlen..

      Wo bleibt die Menschlichkeit der Manager, Ich fodere ein weiteres Studienfach -> Wie Wirtschafte ich erfolgreich ohne dabei den Menschen zu vergessen.
      Der Reichtum gleicht dem Seewasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man. (Schopenhauer, Arthur)
    • Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.”
      P. J. Dunning, zitiert aus Karl Marx, Das Kapital, Band I
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
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