Macht euch nackich!

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    • Gräfin, wie wäre es denn mit einem verständlichen Deutsch? :D

      Selektive Brunnenvergiftung! :rofl:


      Es gebe hier zu Lande bis in den Mittelstand hinein Raffkes, die versuchten, so viele staatliche Leistungen wie möglich in Anspruch zu nehmen, stellte der Regierungschef fest.

      Das sagte der Kanzler und damit hat er doch Recht. Nichts anderes wird tagtäglich gemacht und auch vorgemacht. Jeder, der etwas abgeben muß, was er sicher hat, jammert und wird dies nicht freuwillig hergeben, einfach, weil ihm etwas genommen wird. Und wie er schon richtig sagte, das ist menschlich zwar verständlich, aber für einen Staat, der eine Vielzahl an Menschen absichern oder stützen soll nicht tragbar. Diesem obliegt es lediglich, soweit abzusichern, als dass niemand total verkommt und das wird meistens nicht gesehen. Mal abgesehen davon, dass das Geld dafür auch irgendwoher kommen muß.

      Gräfin, das sind doch nur Schlagwörter, was sagen die denn schon aus?
      Wie es einem Land geht, das hängt ja wohl letztendlich nicht an der Regierung. Diese kann nur die Richtung vorgeben, in die es laufen soll und versuchen, es sowohl dem Volk, als auch denjenigen, die Arbeitsplätze und Kapital einbringen so angenehm wie möglich zu machen, denn letzter sind es, an denen es hängt, wie gut es einem Land oder Volk geht oder nicht. Und genau da liegt doch das Problem. Wie soll man es den beiden Gruppen gleichzeitig recht machen, wenn deren Interessen offensichtlich auseinander gehen?
      Wie schon erwähnt, der Staat kann nur versuchen, Weg zu ebenen und Veränderungen einzuleiten, wo sie nötig sind und eine der Interessengruppen ist immer unzufrieden damit. Er wird letztendlich auch voll dafür verantwortlich gemacht, weil man sonst keinen hat, aber er ist es nicht zwingend.
    • Also da fehlt eh die Hälfte, um das so darzulegen, wie ich das gerne würde, denn wenn ich das machen würde, dann wären das ein paar Seiten und das alleine in der Kurzfassung. das Thema ist einfach zu groß und darum sind das nur die paar Zeilen.

      Was mir aber momentan aufgefallen ist und was mich eigentlich ankotzt ist diese neu aufgeflammte Ost-West- Diskussion.
      So eine Schwachheit. X(
    • Wenn ich mal etwas dazwischenwerfen darf..............

      Ich verstehe leider nicht, was der Kanzler überhaupt meint. Will er mit dieser Bemerkung andeuten, daß einige Leute Leistungen erschleichen oder erwartet er, daß Leute die genug Familieneinkommen haben auf Leistungen freiwillig verzichten sollen, die ihnen nach dem Gesetz zustehen?

      Mir ist völlig unklar, was der Kanzler eigentlich meint.

      Wenn es um einen freiwilligen Verzicht geht, könnte ich ganze Heerscharen von Bevölkerungsgruppen nennen, die auf einen Teil ihres Einkommens verzichten könnten.

      Und wenn er meint, daß der Staat zuviele Leistungen anbietet, die natürlich auch abgerufen werden, dann bräuchte er diese Leistungen doch nur zu streichen.

      Vielleicht sollte das reiche Gesindel als erstes mal auf das Kindergeld verzichten.

      Joei

      P.S. Außerdem ist mir unklar, ob der Kanzler meint "von oben bis weit in die Mittelschicht hinein" oder "von unten bis weit in die Mittelschicht hinein".

      Wenn einer von Euch das erklären könnte, wäre ich erstaunt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Onkel_J ()

    • Original von Onkel_J
      Ich verstehe leider nicht, was der Kanzler überhaupt meint. Will er mit dieser Bemerkung andeuten, daß einige Leute Leistungen erschleichen oder erwartet er, daß Leute die genug Familieneinkommen haben auf Leistungen freiwillig verzichten sollen, die ihnen nach dem Gesetz zustehen?

      Und wenn er meint, daß der Staat zuviele Leistungen anbietet, die natürlich auch abgerufen werden, dann bräuchte er diese Leistungen doch nur zu streichen.
      Genau das ist der Punkt.

      Vielleicht sollte das reiche Gesindel als erstes mal auf das Kindergeld verzichten.
      Das ist mir aber auch zu pauschal, Joei. Ab welchem Einkommen ist es "reiches Gesindel?"
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Reich ist jeder, der mehr Geld zur Verfügung hat als man selbst. :D

      Zu Schröder:
      Ich kann den Mann einfach nicht ernstnehmen.
      Seine Rundumschläge, ohne auf den Punkt zu kommen, neven einfach nur.
      Manchmal habe ich den Eindruck, der holt seine Reden aus der Bild.
      Soviel Polemik auf einen Haufen ist schon peinlich.

      Joei, ich bin mir sicher, er meint von unten bis in die Mittelschicht hinein.
      Ist natürlich tröstlich, das die "Oberschicht" folglich sozial und solidarisch ist und den Staat nicht weiter beansprucht.


      CB, deine erwähnte Ost-West- Diskussion, geht mir auch auf den Senkel.
      Ich frage mich auch wo die herkommt.
      Ich als "Wessi" (allein die Ausdrücke Wessi und Ossi sind so was von dämlich) im "wilden" Osten bin erstaunt, dass ich hier in meinem direkten Umfeld kaum etwas davon mitbekomme.
      Gibt es diese Diskussion also nur in den Medien?
    • "Reiches Gesindel" ist nur ein Terminus Technicus..........

      Ich teile die Gesellschaft in fünf Klassen ein.

      1. Reiches Gesindel
      Das sind die Leute, die vor lauter Geld nicht wissen, wo sie hinkucken sollen. Die niemals und nirgendwo auf der Welt Steuern zahlen (deswegen Gesindel) und dann auch noch nach Lohnsenkungen schreien. Bilanzfälscher Börsenzocker und so weiter.

      2. Gutverdiener
      Das sind die Leute, denen man das Einkommen in einer Notsituation wie jetzt ruhig auch ein wenig kürzen könnte. Sie werden vom Kanzler mit einer Senkung des Spitzensteuersatzes bedient.

      3. Normalverdiener
      Alle Einkommensbezieher mit BAT Axx. Die könnten teilweise auch ein paar Federn lassen.

      4. Arme Schweine
      Das sind diejenigen, die noch glücklich sind, wenn sie 100 Eumel mehr als den Sozialhilfesatz verdienen.

      5. Habenichtse
      .........

      Wenn diese Gesellschaft nicht zur Solidarität zurückfindet, wird sie zerbrechen.

      Joei
    • Die Aussage des Kanzlers war mehr als unglücklich. Jeder weiß, was er eigentlich sagen wollte und in vielem hat er Recht. Wenn man mit ansieht, welche Leute z.B. Sozialhilfe beantragen, die Sachen erschleichen, damit sie an Vorteile kommen, die ihnen gar nicht zustehen, dann stimmt das schon. Es gibt Schmarotzer, genügend. Das ist aber nicht nur hier in Deutschland so, das ist überall so, wo die Möglichkeit dazu besteht.

      Allerdings, so wie er es ausgedrückt hat ist diese Aussage falsch. Er differenziert nicht. Er spricht nicht von den Leuten, die Anspruch auf Sozialhilfe hätten, aber aus lauter Scham diese nicht beanspruchen, obwohl sie nicht oder nur schwer über die Runden kommen, obwohl die Hilfe genau für diese gedacht war. Er spricht nicht über die Firmen, die ihre Bilanzen so manipulieren, damit sie Verlustvorträge geltend machen können um Steuern zu sparen. Es besteht kein Unterschied zwischen demjenigen, der Leistungen beansprucht, die ihm zustehen oder demjenigen, der mit Hilfe des Steuerberaters jedes Schlupfloch ausnutzt um Steuern zu sparen. Hier hat Joei Recht, Leistungen, die angeboten werden, dürfen auch genutzt werden, hier aus Solidaritätsgründen zu verzichten wäre Dummheit, das hat nichts mit Schmarotzertum zu tun, das ist Selbsthilfe und Notwehr. Wenn man an allen Enden geschröpft wird, dann muss man auch die Möglichkeiten nützen um sich zu wehren. Das macht der Kanzler selbst mit Sicherheit nicht anders, dann ist er genauso ein „Schmarotzer“ wie alle anderen.

      Es ist richtig, es gibt massenhaft Leute, die den Sozialstaat kaputtmachen, weil sie ganz bewusst auf deren Kosten auf der faulen Haut liegen und nicht einen Finger krumm machen, weil es verdammt bequem ist. Die auf kriminellen Wegen den Staat schröpfen und ich möchte nicht wissen, wie viel dieser Anteil die Allgemeinheit schädigt.

      Der Kanzler erwartet Solidarität von den Bürgern, vergisst aber zu sagen, dass die Politiker sich selbst da ausklammern. Sie versuchen ihre Diäten, Altersversorgungen und sonstige Vergünstigungen durchzusetzen, egal ob sie Minuten vorher beim Normalbürger wieder den Rotstift angesetzt haben oder nicht. Diese Selbstbedienungsmentalität, diese Unsensibiliät, die hier an den Tag gelegt wird, die ist meiner Ansicht nach noch verwerflicher als das Schmarotzertum. Hier werden keine Signale gesetzt, ein bisschen Solidarität zu zeigen, den guten Willen auch bei sich selbst Einsparungen vorzunehmen. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

      Der Fehler liegt schon im Staat selbst. Da werden Gelder im Gießkannenprinzip verteilt. Kleine Vereine bekommen Zuschüsse, die ihnen im Grunde nicht zustehen, Subventionen werden gegeben auf Dinge, die einfach nicht berechtigt sind und die die Kriminalität noch anheizen. Da gäbe es viele Beispiele und man könnte noch seitenweise weiterschreiben.

      3. Normalverdiener
      Alle Einkommensbezieher mit BAT Axx. Die könnten teilweise auch ein paar Federn lassen.



      Hier wurden schon kräftig Federn gelassen, nur geht sowas in der allgemeinen Meinung leider unter, darüber wird nichts oder wenig geschrieben, denn über Beamte herzuziehen ist bedeutend einfacher und Buhmänner braucht man ja in der heutigen Zeit.
    • Berlin - Die Mitnahme-Mentalität sei in Deutschland weit verbreitet, prangerte Gerhard Schröder in einem Interview an.

      Mal als Gedankengang.
      Das war übrigens ein Interview und ich denke, da stellt sich dem Kanzler dasselbe Problem, wie ich es oben hatte. Wenn man das so erschöpfend und ausführlich abhandeln will, daß selbst der letzte Forenuser da nichts mehr dran rumzukritteln hat, weil er zwar weiß, was gemeint war, aber eben bei einem Kanzler darauf pocht, daß jeder Satz hieb- und stichfest ist, dann ist das alles andere, als ein Interview. :zlücke:
    • Soso cosgan,

      der Kanzler beklagt sich öffentlich über die Erschleichung von Hilfeleistungen. Dann frage ich doch mal, warum er nicht stärker kontrolliert? Ewa so, wie er das jetzt mit den Anträgen zu ALGII macht. Wenn die staatliche Verwaltung unfähig ist, Kriminalität zu verfolgen, sollte der Kanzler lieber schweigen.

      Erstaunlicherweise habe ich den Kanzler noch nie über die 50Mrd. jährliche Steuerhinterziehungen klagen hören. Nicht wegen Steuervergünstigungen sondern echte Hinterziehungen; also strafbare Tatbestände.

      Mein Hinweis auf BAT-Axx bezog sich nicht nur auf Beamte sondern auf alle vergleichbaren Einkommensgrößen.

      Es ist richtig, es gibt massenhaft Leute, die den Sozialstaat kaputtmachen, weil sie ganz bewusst auf deren Kosten auf der faulen Haut liegen und nicht einen Finger krumm machen, weil es verdammt bequem ist.

      Scheint so, als ob die Buhmann-Propaganda auch bei Dir ihre Wirkung nicht verfehlt hat. Insbesondere wenn man das Wort "massenhaft" liest. Es gibt kein Recht für solche Behauptungen solange keine Arbeitsplätze vorhanden sind.
      Hier wurden schon kräftig Federn gelassen, nur geht sowas in der allgemeinen Meinung leider unter, darüber wird nichts oder wenig geschrieben, denn über Beamte herzuziehen ist bedeutend einfacher und Buhmänner braucht man ja in der heutigen Zeit.

      Da hätte ich mal gerne eine Aufzählung. Und die Buhmänner sind ja wohl eher die angeblichen Faulenzer.

      Die Gehaltskürzungen im oberen Bereich sind nur als eine von vielen Maßnahmen gedacht, um die gegenwärtige Misere zu überwinden. Dazu kommt noch ein ganzer Katalog von zusätzlichen Maßnahmen.

      Wenn diese Gesellschaft nicht zur Solidarität zurückfindet, wird sie zerbrechen.

      Joei
    • Es ist richtig, es gibt massenhaft Leute, die den Sozialstaat kaputtmachen, weil sie ganz bewusst auf deren Kosten auf der faulen Haut liegen und nicht einen Finger krumm machen

      Wirklich massenhaft?
      Ich glaube, dass der Prozentsatz derer, die wirklich nicht arbeiten wollen und sich bewußt durchfüttern lassen eher gering ist.

      CB, du glaubst aber nicht, dass ein Politiker unvorbereitet in ein Interview geht, oder?
      Denn vor so einem Interview werden die Fragen besprochen.
      Ein spontanes Interview, in dem er mit unangenehmen Fragen auf dem falschen Fuß erwischt werden könnte, würde der Herr Schröder niemals geben.
    • Original von CheeseBürger
      Mal als Gedankengang.
      Das war übrigens ein Interview und ich denke, da stellt sich dem Kanzler dasselbe Problem, wie ich es oben hatte. Wenn man das so erschöpfend und ausführlich abhandeln will, daß selbst der letzte Forenuser da nichts mehr dran rumzukritteln hat, weil er zwar weiß, was gemeint war, aber eben bei einem Kanzler darauf pocht, daß jeder Satz hieb- und stichfest ist, dann ist das alles andere, als ein Interview. :zlücke:
      Willst du damit andeuten, die zitierte Aussage sei aus den Zusammenhang gerissen worden?

      edit: ich habe das Abschicken vergessen.
      :rolleyes:
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Lieber Joei,

      soweit liegen wir mit unseren Ansichten nicht auseinander wie es scheint, denn in vielem gebe ich Dir recht.

      Dass es diese Schmarotzer genügend gibt, das steht für mich ausser Frage und solchen Leuten wird genausowenig auf die Finger geklopft wie denn Steuerhinterziehern. Es gibt Beispiele, bei denen Leute sich auf verschiedenen Sozialämter bis zu 5 mal pro Tag Sozialhilfe abgeholt haben mit verfälschten Angaben. Das war bekannt, als man denen einen Strich zu die Rechnung machen wollte, indem man Vorschläge machte, wie das abzustellen wäre, legten die Grünen ein Veto an den Tag, weil diese Vorschläge gegen die Menschenwürde ging.

      Ich bin immer noch der Meinung, dass es wirklich massenhaft Leute gibt, die sich Vergünstigungen erschleichen und damit verallgermeinere ich nicht. Ich spreche nämlich nicht von den Leuten, denen diese Vergünstigungen zustehen und die darauf angewiesen sind und die auch versuchen, aus dieser Misere rauszukommen.

      Ich bin auch für stärkere Kontrolle, aber genau da wird eingespart.
    • Nochmal zu den Faulenzern.

      Solange noch nichtmal für die Nicht-Faulenzer Arbeitsplätze vorhanden sind, ist es völlig wurscht, ob es Faulenzer gibt oder nicht.

      Erst wenn genügend Arbeitsplätze da sind, kann man die Faulenzer mit Recht unter Druck setzen. Erst dann ist HarzIV gerechtfertigt.

      Wie der Oberschwätzer Clement selber sagt, geht es bei HartzIV um 600 000 "neue" (IMO überflüssige) Arbeitsplätze.

      Und was ist mit dem Rest?