Lebensborn die Zweite?

    • Lebensborn die Zweite?

      spiegel.de/spiegel/0,1518,308278,00.html

      Ende vergangenen Jahres erwarb der in der Neonazi-Szene beliebte Verteidiger Jürgen Rieger in Dörverden ein Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert für seine "Artgemeinschaft - Germanische Glaubens-Gemeinschaft" (AG). Diese will die "germanischen Sittengesetze" wiedererwecken und tritt für eine "gleich geartete Gattenwahl als Gewähr für gleich geartete Kinder" ein.

      Auch in der thüringischen Stadt Pößneck ist die englische Stiftung für Fertilisation Ltd. aktiv geworden. Dort hat das Schützenhaus den Besitzer gewechselt.

      Rieger hält sich derzeit auf seinem Gut Sveneby in Schweden versteckt.

      Da kommen bei mir entsetzliche Assoziationen hoch - z.B. an den Lebensborn. Ist diesen Wahnsinnnigen denn nicht mit den Mitteln des Rechtsstaates beizukommen?
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Wohl eher nicht, hab ich den anschein.

      Habe zufällig die tage diesen bericht im Fernsehen mitgesehen.

      Wie soll man Denen beikommen wenn die sich in den großen Parteien dieses Staates tumeln und Gesetze mitverabschieden können ?

      Oder anders gsagt " der Wolf im Schafspelz "...
      Der Reichtum gleicht dem Seewasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man. (Schopenhauer, Arthur)
    • Ganz so krass sehe ich das nicht, allerdings ist die Anbiederung an revanchistische Kreise auffällig. So zum Beispiel der bayrische Ministerpräsident Stoiber, der beim Besuch des 55. Treffens der Sudetendeutschen die Rücknahme der Beneš-Dekrete forderte. Bereits beim 53. Treffen - damals war er Kanzlerkandidat - stellte er offen und provokant Entscheidungen der alliierten Siegermächte in Frage . Als Kanzler, kündigte er an, werde er sich der Anliegen der Sudetendeutschen auf Rückkehr, Eigentum oder Wiedergutmachung annehmen.

      Aber es ist nicht nur Stoiber, nicht nur die Union. Selbst Bundesinnenminister Schily forderte auf dem Vertriebenentag in Nürnberg die Aufhebung der Beneš-Dekrete - auch wenn er Reparationsansprüche (noch?) ausschloß. [URL=http://www.taz.de/pt/2002/05/21/a0078.nf/text.name,askyvuJwJ.n,12]aktualisierte Quelle[/URL]

      Informationen über diese Dekrete, über die übrigens im Vorfeld des tschechischen EU-Beitritts heftig diskutiert wurde, findet man unter anderem hier.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Hallo Curu,
      danke für deinen Hinweis - du hast Recht. Ich habe den Link entfernt.

      Eine Entschuldigung ist möglicherweise angebracht, aber wie sieht es mit Wiedergutmachung aus? Ich bin der Ansicht, daß das von den Tschechen nicht verlangt werden kann.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Auch wenn es etwas OT ist: Ich finde es völlig absurd, wie sich dieser rechtskonservative Stoiber in widerlichstem Populismus Jahr für Jahr an die "Vertriebenen" anbiedert mit dem immer wieder gleichen Durchkauen 60 Jahre alter Geschichten. Ich habe "Vertriebene" in Anführungszeichen geschrieben, weil bei diesen ganzen Treffen zu großen Teilen Leute zwischen 20 und 40 Jahren anwesend sind. Meine Großmutter floh vor einem Bombenangriff aus Dresden, soll ich mich jetzt als Sachse fühlen? Ich kann diese rückwärtsgerichtete, verbohrte Ideologie nicht nachvollziehen.
    • Man sollte eigentlich meinen, daß die Existenz derartiger Treffen nur noch eine Frage der Zeit ist. Aber weit gefehlt.

      Das Unrecht von damals kann man an denen, die es erlebt haben, ohnehin nicht mehr gutmachen. Außerdem: wo fängt man da an? Bei den Kriegsgefangenen, die in den deutschen Rüstungsbetrieben krepiert sind? Bei den Nachkommen der Ermordeten in den deutschen KZs und Vernichtungslagern? Oder bei denen, die ihre Familienangehörigen bei "Vergeltungsaktionen" wie Oradour-sur-Glane oder Lidice verloren haben?
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Wenn ich Texte wie in dem Lebensborn-Link lese, wird mir regelmäßig schlecht.Ohnmächtige Wut ergreift einen, wenn man immer wieder feststellen muss, dass diese rechte Brut nicht wirksam bekämpft wird/werden kann(?).

      Zu deinem Post hinsichtlich Freund Edmund, wonderland: Hinzu kommt diese Wahlkampf-Scheinheiligkeit. Das betrifft leider auch viele andere Politiker.

      Ich habe neulich mal den Vorschlag gelesen, die Wahltermine in Deutschland zu vereinheitlichen und evtl. auch die Legislaturperiode auf 5 Jahre auszudehnen.
      Argument: Irgendwo ist immer Wahlkampf und Abgeordnete respektive Parteien müssen somit immer irgendwo Rücksicht nehmen und scheuen daher wirklich unpopuläre Maßnahmen.

      Was denkt ihr darüber?
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von pete ()

    • P.S.: Die Entschädigung der Zwangsarbeiter ist zwar Jahrzehnte nach dem Krieg in Gang gekommen, aber wie Teile der deutschen Industrie versuchen, sich ihrer Verantwortung zu entziehen, ist eine Schande.

      @ pete:
      Diese Vereinheitlichung der Wahltermine halte ich für eine gute Idee.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Was wurde eigentlich daraus?

      radiobremen.de/magazin/politik/neonazis_heisenhof/

      Am 13. Mai hatte das niedersächsische Oberverwaltungsgericht bestätigt: Die Gebäude des Heisenhofes dürfen nicht bewohnt werden. Drei dort gemeldete Neonazis meldeten sich Ende Mai ab und zwei von ihnen bei einem Gesinnungsfreund in Verden wieder an. Aufhalten - zumindest stundenweise - dürfen sich die Rechten jedoch weiterhin auf dem Gelände. Sogar einen Wachdienst könnten sie organisieren ohne dass der Landkreis als Baubehörde das verhindern könnte. Für die besorgten Bürger kommt es vor allem daruf an, dass Jürgen Rieger und die Firma "Wilhelm-Tietjen-Stiftung Limited" dort nicht ein rechtes Tagungszentrum aufziehen können.


      Die Pläne mussten nach einem Nutzungsverbot des Landkreises und entsprechenden Gerichtsurteilen aufgehoben werden.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Original von wonderland
      Auch wenn es etwas OT ist: Ich finde es völlig absurd, wie sich dieser rechtskonservative Stoiber in widerlichstem Populismus Jahr für Jahr an die "Vertriebenen" anbiedert mit dem immer wieder gleichen Durchkauen 60 Jahre alter Geschichten. Ich habe "Vertriebene" in Anführungszeichen geschrieben, weil bei diesen ganzen Treffen zu großen Teilen Leute zwischen 20 und 40 Jahren anwesend sind. Meine Großmutter floh vor einem Bombenangriff aus Dresden, soll ich mich jetzt als Sachse fühlen? Ich kann diese rückwärtsgerichtete, verbohrte Ideologie nicht nachvollziehen.


      Meine Mutter hatte den Status "Vertrieben", theoretisch hätte ich ihn auch.
      Aber mich hat keiner vertrieben. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, wenn ich mal Wuppertal verlassen habe, dann immer freiwillig.

      Die Leute, die so alt sind wie ich oder jünger, haben nicht mehr das Recht, sich als "Vertriebene" zu bezeichnen. Ich finde es ekelhaft, wenn Politiker auf diesen Treffen zu finden sind und sich einer Sache annehmen wollen, die in dieser Form überhaupt nicht mehr existiert.