Original von Rincewind
Ich nehme an, dass diese Forderung einer "Klarstellung" beider Landesregierungen intern mit einer sehr deutlichen Drohung bezüglich einer zukünftigen Akzeptanz und Finanzierung von Krankenhäusern in katholischen Trägerschaft kombiniert wurde und so die Kompromissbereitschaft der entsprechenden Bischöfe deutlich gesteigert wurde.
Das nehme ich auch an. Die Kirche ist also nur deshalb "kompromissbereit", weil es gar nicht mehr anders geht - das hat also mit Menschlichkeit nicht allzuviel zu tun, sondern ist reiner Opportunismus.
Und das ist wieder eine seit Jahrhunderten bestehende Konstante.
Zweitens ist die Argumentation herrlich. Die katholische Kirche sagt nun:Die «Pille danach» sei zulässig, wenn das Medikament eingesetzt werde, um die Befruchtung zu verhindern. Nicht hinnehmbar sei eine Verschreibung dagegen, wenn die «Pille danach» die Einnistung bereits befruchteter Eizellen in der Gebärmutter verhindern solle.
Mit anderen Worten: Verhütung ist erlaubt (oder ist sie es nur nach einer Vergewaltigung?), aber Abtreibung (auch nicht nach einer Vergewaltigung) ist es weiterhin nicht?
Was übrigens meine Verwunderung betrifft, bezieht die sich im wesentlich auf die von dir beschriebene konsequente Logik der katholischen Kirche.
Der Kölner Erzbischof sagte, er habe seine Ansicht zu dem Medikament nach einer Beratung mit Fachleuten geändert. Ihm sei deutlich geworden, dass unter dem Namen "Pille danach" verschiedene Präparate mit unterschiedlichen Wirkungen zusammengefasst werden.
www1.wdr.de/themen/panorama/pilledanach126.html
Soso, nach einer Beratung mit Fachleuten also. Das heißt, vorher hat er eigentlich gar keine Ahnung gehabt?
Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
Charles Dickens
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