Auf der Flucht

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    • Auf der Flucht

      Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht. Vor Krieg, vor miserablen Lebensumständen, aussichtsloser Zukunftsperspektive.

      Aktuell im öffentlichen Fokus sind die Flüchtlinge aus Syrien, die in Ungarn gestrandet waren. Hierzu gibt es einen Bericht, der deutlich vor Augen führt, was sich abspielt(e). taz.de/Bei-den-Fliehenden-in-Budapest/!5226965/ Ihr habtsicher alle einiges darüber gelesen.

      Die Hilfsbereitschaft, das Bedürfnis zu Helfen ist groß, der Bedarf an Hilfe ist groß.

      Ich möchte den Einleitungstext nicht zu Umfangreich gestalten. Ein Text sei euch noch empfohlen:
      faz.net/aktuell/politik/fluech…dArticle=true#pageIndex_2

      Abzüglich kleiner Schwächen hat er für mich besonders bei der "Erklärung für die Kinder" beeindruckt.

      Die beiden Beiträge (der TAZ und FAZ) sind das Beste, was ich seit langem gelesen habe.

      Mir ist es wichtig, dass bei all den Hilfen für die Flüchtlinge andere hilfsbedürftige nicht vergessen werden. Sei es ein Obdachloser, der vom Essen abhaben will

      Ausfr-online.de/zuwanderung-in-rh…er,24933504,31731560.html Die wenigen wütenden Stimmen, die laut werden, gehören meistens Obdachlosen,die neidisch auf die Lunchpakete blicken, die so nah und doch so fern sind.„Ich bin auch Flüchtling, ich lebe auf der Straße“, brüllt einer, aber die Menschenkette wankt nicht.


      oder anderen schwache Mitglieder unserer Gesellschaft. Um die es aber hier nicht geht. Ja, auch hier nicht.... .

      Es wird Winter. Auch in Syrien. Libanon. Türkei. Mit Lagern im Freien. Oft ohne ärztliche Versorgung, irgendeine Versorgung.
      "Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken.
      Das Fortschreiten zur entwickelten Inhumanität ist dann nur noch eine Frage der Zeit."
      (Albert Schweitzer)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Zwiebel ()

    • Zwiebel schrieb:

      Es wird Winter. Auch in Syrien. Libanon. Türkei. Mit Lagern im freien. Oft ohne ärztliche Versorgung, irgendeine Versorgung.
      Hier ist noch eine beeindruckende Luftaufnahme die das Flüchtlingslager von Zaatari in Jordanien zeigt, wo 160.000 syrische Flüchtlinge untergebracht werden. Nur um das schreckliche, deutsche Problem ein wenig zu relativieren. In Jordanien halten sich übrigens insgesamt 630.000 syrische Flüchtlinge auf, bei 6,7 Mio. Einwohnern.

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      Wer es nicht wagt, wird nie wissen, wie es gewesen wäre :thumbsup:
    • Michel schrieb:

      Mich haben aber auch die Bilder aus Wien und München bewegt. Flüchtlinge, die mal nicht mit Brandbomben und Protestplakaten empfangen wurden, sondern mit Jubel, Applaus und Spenden.

      Es geht also doch!
      Genau - und das ist ein guter Grund, stolz auf dieses Land zu sein. Auf ein Land, in dem Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft zählen und das zeigt, daß die dummen rassistischen Hetzer und Brandstifter nicht die Mehrheit sind und auch nicht die Mehrheit repräsentieren.

      Zwiebel schrieb:

      Schlimm. Da gibt es keine Willkommensplakate. Menschenwürde? Überleben?
      Das verstehe ich jetzt nicht.

      Und den im Opener verlinkten FAZ-Artikel finde ich ziemlich kritikwürdig.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Orthogräfin schrieb:

      Und den im Opener verlinkten FAZ-Artikel finde ich ziemlich kritikwürdig.
      In Details ja, die Kernaussage geht aber klar in die richtige Richtung. Deutschland schafft sich laufend ab, was aber nichts schlechtes ist sondern Zeichen einer offenen Gesellschaft.

      Ansonsten habe ich mich auch sehr über München gefreut und das es gelungen ist auch ein anderes Bild von Deutschland zu zeigen - wir dürfen aber trotzdem nicht vergessen, dass gerade gefühlt jede Nacht irgendwo im Land ein Brand gelegt wird und es reines Glück ist, dass noch niemand umgekommen ist.

      Mal sehen wie lange es dauert, nach der Feier kommt im Regelfall der Kater und da helfen dann keine Bonbons und Kuscheltiere. Der Flüchtlingsstrom wird in den kommenden Wochen mit Sicherheit noch deutlich zunehmen und gleichzeitig nähert sich der Herbst mit großen Schritten und dann kommt der Winter, die ganzen Übergangsquartiere, Zelte und ähnliches gehen dann nicht mehr. Das was den Verantwortlichen in den kommenden Wochen bevorsteht wird eine Herkulesaufgabe. Und dann kommt der langfristige Blick, die meisten, gerade aus Syrien werden bleiben und müssen integriert werden. Und irgendwann wird es den Neuankömmlingen nicht mehr reichen in Sicherheit zu sein und ein Dach über dem Kopf zu haben - dann geht es um Teilhabe und dann werden die Diskussionen erst richtig los gehen. Das wird spannend und ich sehe da eine große Chance - auch für unser Land. Nur wird das Arbeit und Anstrengung für alle. Plüschtiere und das generelle Refugees Welcome nicht mehr weiter, sondern es braucht Geld - sehr viel Geld und Engagement auf beiden Seiten und auch schmerzhafte Kompromisse.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • ich glaub, zwiebels letztes post war eine reaktion auf das foto vom flüchtlingslager in jordanien...

      ich freue mich auf die flüchtlinge, sie verändern dieses land weil sie uns verändern...
      gesellschaftliche und soziale verwerfungen? ja, die wird es geben, aber wir haben es in der hand, welcher art diese verwerfungen sind...
      womöglich, sicher, müssen wir wieder teilen lernen, wir müssen uns wieder darauf besinnen, was wir wirklich zum guten leben brauchen und was nicht... wir werden wieder lernen müssen, kompromisse zu machen und neues anzunehmen...
      darauf freue ich mich...
      ich war schon lange von diesem land mit seinem gartenzwergkapitalismus so satt... jetzt habe ich hoffnung, dass wir eine moderne gesellschaft mit hoher kultureller vielfalt (auch für uns "deutsche") werden können ....

      es wird schwierig werden, ganz sicher... aber ich hab hoffnung und vll. schaff ichs mit ü50 ja doch noch, einmal stolz zu haben, deutsche zu sein.... wer weiß!!!
    • Ich hätte es vermutlich mit anderen Worten beschrieben, aber der Serdar bringt es durchaus auf den Punkt.
      So begrüßenswert die aktuell verbreitete öffentliche Meinung auch ist. Ich höre überall in meinem Bekanntenkreis, unterwegs oder auf Arbeit unzählige andere Stimmen. Und das sind in der Regel Leute, die nicht einmal annähernd im Verdacht stehen mit der rechtsextremen Seite zu sympathisieren. Das Bild, das uns in den Medien aktuell von uns Deutschen gezeigt wird, stimmt mit der Realität nicht überein.
      Die Hilfsbereitschaft aus großen Teilen der Bevölkerung ist tatsächlich da. Das ist unbestreitbar und begrüßenswert. Die Begeisterung, die da ein kleiner Teil aber demonstrativ heraus lässt, ist doch eher weltfremd. Mit Luftballons, Luftschlangen und Kuscheltieren vor den Unterkünften zu stehen und die Busse mit den Flüchtlingen mit debilen Gesängen zu begrüßen ist fast Waldorfschulenklischee!
      Die 'Flüchtlingswelle' bereitet Probleme. Jetzt erstmal nur die Unterbringung, aber es wird weitere Probleme geben. Eine große Anforderung an unsere Gesellschaft. Auch ich glaube, dass die neuen Mitbürger unser Zusammenleben bereichern werden. Allerdings sehe ich schwarz, was die Bereitschaft der Mehrheit meiner Mitbürger betrifft, diese Veränderungen mitzutragen. Ein Blick auf unsere Nachbarländer und die politische Entwicklung dort, lässt nichts Gutes für die Richtung erwarten, in der sich die Politik in unserem Land entwickeln wird. Aktuell sind Parteien wie die NPD und die AFD auf einem sehr niedrigen Stand. Aber die werden sich noch mehr auf das Thema Einwanderung konzentrieren. Und sie werden damit erfolgreich sein.

      Und das macht mir Angst!
      Seid barmherzig. Das Leben ist schon schwer genug!
      Kutte Tucholsky
    • ah, danke wendland... damit kann ich was anfangen....

      ja, ich denke auch, dass die wirklich aufgaben anstehen, wenn die letzten kuscheltiere verteilt worden sind und es an den alltag geht... mich stören die jubler aber nicht, sie sind ein signal ...

      wahrscheinlich habe ich ein anderes umfeld als du. um mich herum wird sehr konstruktiv diskutiert, wie es weitergehen kann und wie man nachhaltig mit der unerwarteten zuwanderung fertig wird... dabei ist man nicht euphorisch, aber zuversichtlich und freudig neugierig auf das, was kommt... und das tut mir gut...
      allerdings lebe ich in einem landstrich, wo afd und pegida keine rolle spielt...
    • Konstruktive Diskussionen und auch die teilweise bereits seit langem aktiv gezeigte Bereitschaft hier zu helfen sind in meinem Umfeld natürlich auch zu finden. Zum Glück. Aber eben auch sehr, sehr viel andere Stimmen.
      AFD und Pegida und ähnliches spielen in meinem direkten Bekanntenkreis so gut wie keine Rolle. Die Ecke, in der ich wohne ist aber eine der besonders konservativen Berlins. Hier ist die rechte Szene leider besonders stark. Und wenn man die Ohren aufmacht und zuhört; beim Einkaufen an der Kasse, beim Gang über den Markt oder einfach nur so bei Spaziergängen: dann hört man doch vieles, das man eigentlich nicht wirklich hören möchte. Ich zumindest nicht.
      Seid barmherzig. Das Leben ist schon schwer genug!
      Kutte Tucholsky
    • Ich komme nicht mit direkter, offizieller, Flüchtlingshilfe in Kontakt, habe aber einige Nachbarn mit Migrationshintergrund. Wir leben ohne Probleme zusammen. Allerdings gibt es keine Sprachbarriere, keine Abschottung, keine Ausgrenzung. Ein Stück weiter sieht es anders aus. Leider. Erstmal geht es um die aktuellen Flüchtlinge.

      Es kommen viele Flüchtlinge nach Deutschland. Mehr als erwartet und zusätzlich zu einer bereits als zu viel empfunden Anzahl an Einwohnern mit Migrationshintergrund. Die Furcht, das gewohnte Leben würde sich verändern, der eigene Wohlstand verringern, wird weiter größer. Erspartes wirft keine Zinsen mehr ab, Steuern werden nicht weniger, Zukunftsangst, Umweltkatastrophen- die Liste ließe sich um viele Punkte verlängern. Bis zu einem gewissen Grad sind solche Ängte wohl normal. Wie seit einigen Jahren immer mehr öffentlich (!) Fremdenhass und sogar kriminelle Gewalt gezeigt wird, ist etwas, das mir zunehmend Angst macht.

      Jetzt der Aufbruch von Flüchtlingen, die z. T. lange in Zeltlagern ausharrten, sehr weite Reisen hinter sich hatten. Die sich nach vielen Mühen bis Ungarn durchgeschlagen haben, dort nach weiterer menschenunwürdiger Lebenssituation aufbrachen. Ein Weg, der aufrüttelte, eine Welle an Hilfsbereitschaft losbrach. Ein positives Bild, das bleibt. Ein Bild, das den vielen negativen der Vergangenheit ein positives entgegensetzt. Und mir Hoffnung macht. :)

      Die geradezu euphorische Hilfe wird nachlassen. Es bleiben viele, die sich neu zusammen gefunden haben. So mancher hat in den letzten Wochen mal über seinen Tellerrand heraus gesehen. Das sehe ich als Erfolg, auf den man aufbauen kann. EU und Bund müssen jetzt Weichen stellen. Für alle tragfähig und dazu gehört auch ein Einwanderungsgesetz.

      sarazena, dein Foto von dem Lager in Jordanien geht mir nicht mehr aus dem Kopf (mein Beitrag - lfd.Nr.4 - bezog sich darauf). Jordanien (6300.000 Flüchtlinge bei 6,7 Millionen Einwohnern), Libanon 1,2 Millionen bei einer Einwohnerzahl von fünf Millionen. Mit katastrophalen Zuständen. Was allerdings nicht verwunderlich ist; die Länder geben, was sie können. Saudi Arabien dagegen fast nichts!

      Eine Lösung ist nur weltpolitisch zu finden. Solange selbst jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht (Vorteile annehmen, Nachteile ablehnen), sehe ich lange Zeit viel Arbeit auf die Politik und Diplomatie zukommen.
      "Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken.
      Das Fortschreiten zur entwickelten Inhumanität ist dann nur noch eine Frage der Zeit."
      (Albert Schweitzer)
    • Zwiebel schrieb:

      sarazena, dein Foto von dem Lager in Jordanien geht mir nicht mehr aus dem Kopf
      Ja, das war der Sinn. Und ich wollte veranschaulichen, was die Begriffe Überforderung und Flüchtlingselend wirklich bedeuten. Dafür ist uns in der ganzen Willkommenshuddelei wohl der Blick etwas verstellt.

      Ps. Es sind 630.000 Flüchtlinge in Jordanien - nur der guten Ordnung halber :lupe:
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      Wer es nicht wagt, wird nie wissen, wie es gewesen wäre :thumbsup:
    • Unter anderem das Kosovo soll jetzt zum sicheren Herkunftsstaat erklärt werden, damit Asylbewerber von dort schneller in ihre Heimat abgeschoben werden können.

      Kann mir mal jemand erklären, was dann die Bundeswehr im Kosovo macht?
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens