Darf Medizin alles?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Das ist ja schon (fast) eine philosophische Frage. Ganz bewußt, ja geradezu vorsätzlich geistig und körperlich behinderte Kinder in die Welt zu setzen halte ich für ein Verbrechen. Zumal es auch wahrscheinlich ist, daß diese Kinder von Anfang an oder bereits sehr früh ohne ihre "Mutter" klarkommen müssen.

      Mal ganz abgesehen davon, daß ich es (ganz unabhängig vom Alter) für grenzenlos egoistisch und unverantwortlich halte, sich bewußt für Kinder zu entscheiden und ihnen vorsätzlich den Vater vorzuenthalten, frage ich mich schon, ob ihr klar ist, wie hoch das Risiko ist, daß auch sie als "Mutter" diese Geburt nicht überlebt. Ich begreife nicht, wie diese Frau glauben kann, daß sie ganz allein mit vier Säuglingen klarkommen wird. Das kann doch gar nicht funktionieren.

      Und noch etwas. Die Frau wiederholt immer wieder, wie sehr sich ihre jetzt neunjährige Tochter (die sie - angeblich auf natürlichem Weg - mit 55 Jahren bekam) jüngere Geschwister gewünscht hat. Was ist, wenn die Vierlinge geistig/und/oder körperlich behindert sind, falls sie die Geburt überhaupt überleben, was ist, wenn die Mutter Schangerschaft oder Geburt nicht überlebt? Was für eine emotionale Last bürdet die Frau diesem Mädchen auf? Und welche Last den anderen Kindern - sowohl denen, die sie schon hat, wie auch denen, die sie erwartet? Die, die sie jetzt erwartet, werden nie wissen, wer ihre leiblichen Eltern sind - aber sie werden dank der Medien wissen, warum sie auf der Welt sind. Eine normale Kindheit werden die - wenn überhaupt - definitiv nicht haben.

      Nein, lieber Börni - diese Frau hat aus meiner Sicht mit dieser Schwangerschaft eben nicht nur über ihren Körper und ihr Leben entschieden. Wenn man Kinder in die Welt setzt, sollte das Kindswohl im Vordergrund stehen und nicht der vollkommen kranke und rücksichtslose Reproduktionswahn der "Mutter".
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Original von börni
      Ich wollte zuerst etwas dazu schreiben,lass es aber lieber.


      Feigling! :D

      Ganz bewußt, ja geradezu vorsätzlich geistig und körperlich behinderte Kinder in die Welt zu setzen halte ich für ein Verbrechen.


      Liebe Gräfin,

      wenn eine Frau schwanger wird, und ich spreche jetzt nicht von der Irren, die gerade Vierlinge erwartet, und dann erfährt, dass das Kind evtl. behindert auf die Welt kommt, trotzdem nicht abtreibt, dann tut sie das bewusst, auch wenn sie weiß, was auf sie zukommen könnte. Deshalb ist sie nicht verantwortungslos und ein Verbrechen ist dies schon garnicht. Bei manchen ist es eine Glaubensfrage, dass sie nicht abtreibt, bei anderen einfach eine Einstellung. Diese Frauen lieben ihre Kinder trotzdem, auch wenn man als Außenstehender nicht nachvollziehen kann, warum sie sich sowas antut und wie sie so ein Kind lieben kann. Auch, ob sie dem Kind einen Gefallen tat, dass sie es nicht abgetrieben hat, können wir nicht beurteilen, weil wir nicht wissen, was solche ein Kind empfindet.

      Beispiel: Ich bin befreundet mit einem Arzt, der relativ spät geheiratet hat. Seine Frau war 40 Jahre alt, als sie das erste Kind erwartete, ein Kind, das heiß ersehnt wurde.
      Seine Frau wollte eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen, um sicherzugehen, dass das Kind gesund auf die Welt kommen würde. Er war strikt gegen diese Untersuchung, weil diese natürlich auch Risiken birgt und hat ihr angedroht, sich von ihr zu trennen, falls sie bei einem negativen Bescheid abtreiben würde.
      Die Tochter kam gesund zur Welt und ist der ganze stolz ihres Vaters.
      Was ich damit sagen will. Du kannst Menschen, die dieses Risiko eingehen würden, nicht pauschal verurteilen. Außerdem, Kinder, die ihre leiblichen Eltern nicht kennen, sind deshalb nicht benachteiligt, das passsiert vielen Kindern, die adoptiert worden sind und nicht alle wollen, wenn sie älter werden, ihre leiblichen Eltern kennenlernen. Sie sind glücklich in ihrer Familie und diese Menschen, die sie aufgezogen haben, das sind ihre Eltern.

      Was die Vierlingsmutter angeht, halte ich es auch für verantwortungslos, was sie macht, vorallem mit diesem Hintergrund. Irgendwo sitzt bei der 'ne Schraube locker.
    • Hier geht es um eine Frau jenseits der Menopause, die ihre Schwangerschaft komplett künstlich erzeugt hat. Um sie austragen zu können, bedurfte es einer langen Hormontherapie vor dem einsetzen der fremden und fremd befruchteten Eier. Daran ist nichts natürliches. Die Frau hat kein Verantwortungsgefühl sich selbst, den existierenden und erwarteten Kindern gegenüber.

      Ich ziehe mich aus dem Thread zurück. Jede Erörterung in Medien, zu denen ich auch Foren zähle, spielt ihr zu. Sie giert danach, habe ich den Eindruck. Das unterstütze ich nicht weiter. Das Thema selbst ist sowieso vielfältig, man sieht es an den jetzt zu lesenden Themen wie Moral in anderen Fällen. Gestern kam ein Beispiel dafür: der Mann will, dass seine geschiedene Frau die eingefrorenen und befruchteten Eier austrägt. Geht natürlich nicht, aber auch er hat einen Wunsch.... Und und und..... .
      "Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken.
      Das Fortschreiten zur entwickelten Inhumanität ist dann nur noch eine Frage der Zeit."
      (Albert Schweitzer)
    • Jede Erörterung in Medien, zu denen ich auch Foren zähle, spielt ihr zu. Sie giert danach, habe ich den Eindruck. Das unterstütze ich nicht weiter.

      Da hast du recht - allerdings möchte ich noch einen Punkt klarstellen:

      ...wenn eine Frau schwanger wird, und ich spreche jetzt nicht von der Irren, die gerade Vierlinge erwartet, und dann erfährt, dass das Kind evtl. behindert auf die Welt kommt, trotzdem nicht abtreibt, dann tut sie das bewusst, auch wenn sie weiß, was auf sie zukommen könnte. Deshalb ist sie nicht verantwortungslos und ein Verbrechen ist dies schon garnicht.

      (Hervorhebung durch mich)

      Stimmt - da habe ich mich ungenau ausgedrückt. ;)

      Aber das hatte ich nicht gemeint, sondern die 65jährige, die sich trotz der Warnungen, daß "ihre" Kinder tot oder geistig/körperlich behindert geboren werden und sie auch ihre eigene Gesundheit und ihr eigenes Leben riskiert, für das Einpflanzen mehrerer fremder befruchteter Eizellen entschieden hat. Also noch vor Beginn der Schwangerschaft - und das ist ein signifikanter Unterschied zu der Situation, die du beschrieben hast. Ich habe die Tage von einer Frau gelesen, die vor ein paar Jahren mit Hilfe der Reproduktionsmedizin im Alter von 66 Jahren Zwillinge bekommen hat - diese Frau starb vor deren drittem Geburtstag an Krebs (möglicherweise durch die massive Hormonbehandlung während der IVF ausgelöst). Natürlich kann sowas auch bei einer jüngeren Mutter passieren, aber in diesem Alter ist das Risiko doch deutlich höher. Genau wie die anderen Risiken während und vor allem nach der Schwangerschaft.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Orthogräfin ()

    • Tagesschau schrieb:

      Damit es irgendwann einmal eine Medizin gegen Demenz gibt, muss erst auch an Demenzkranken geforscht werden. Solche Tests sind in Deutschland bisher aber nur sehr begrenzt erlaubt. Ausnahmen gibt es nur dann, wenn der Patient selbst unmittelbar von der Therapie profitiert. Genau das will Gesundheitsminister Hermann Gröhe jetzt mit einer Novelle im Arzneimittelrecht ändern. Auch wer selbst gar nichts von den Tests hat, soll als Proband zur Verfügung stehen - zu Forschungszwecken.
      Mir gefriert das Blut in den Adern, wenn ich sowas lese. Also ist der Patient nur noch Versuchskaninchen? Wäre das heute nicht Körperverletzung?

      Was mich wirklich irritiert:

      Tagesschau schrieb:

      Dabei können die Patienten laut Novelle selbst festlegen, ob und wie sie später einmal an Tests teilnehmen wollen. Dazu hätte ein Betreuer immer noch das letzte Wort.
      Was ist, wenn der Betreuer anderer Meinung ist als der Patient, der im voraus verfügt hat, dass er an Tests auf keinen Fall teilnehmen will? Kann der Patient dann gegen seinen eindeutig erklärten Willen getestet werden? Und was ist mit Tests anderer Arzneimittel außer gegen Demenz? :hmm:
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Postscriptum: Der Bundestag hat der Gesetzvorlage zugestimmt. Die Abstimmung war namentlich:
      bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung

      Die Mitglieder des Bundeskabinetts - soweit sie auch MdB sind - haben sich entweder nicht beteiligt oder zugestimmt.

      Jetzt bleibt mal wieder nur das BVerfG.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Orthogräfin ()

    • Orthogräfin schrieb:

      Mir gefriert das Blut in den Adern, wenn ich sowas lese. Also ist der Patient nur noch Versuchskaninchen? Wäre das heute nicht Körperverletzung?
      Was mich wirklich irritiert:

      Tagesschau schrieb:

      Dabei können die Patienten laut Novelle selbst festlegen, ob und wie sie später einmal an Tests teilnehmen wollen. Dazu hätte ein Betreuer immer noch das letzte Wort.
      Was ist, wenn der Betreuer anderer Meinung ist als der Patient, der im voraus verfügt hat, dass er an Tests auf keinen Fall teilnehmen will? Kann der Patient dann gegen seinen eindeutig erklärten Willen getestet werden? Und was ist mit Tests anderer Arzneimittel außer gegen Demenz? :hmm:
      Ohne jetzt das Gesetz zu bewerten, das ist nicht zu befürchten. Der Betreuer soll selbstverständlich nur in dem Fall verantwortlich sein wenn der Patient den entsprechenden Tests zugestimmt hat und dann seine Interessen vertreten wenn dieser es selbst nicht mehr kann - wer sich gegen entsprechende Tests entschieden hat muss auch nach diesem Gesetz nichts befürchten.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin