Ein Zeitungsartikel aus dem Irak.

    • So erreicht man für die amerikanische Presse günstige Abschußquoten von 50:1 - wenn man keinen "Terroristen" erwischen kann, laufen immer noch genügend Leute ohne amerikanische Uniform herum. Wenn ein Sniper irgendwo 24 Stunden in einer getarnten Stellung liegt, will er sich wohl auch nicht damit begnügen den blauen Himmel anzusehen...Staatsterrorismus pur.
    • Wahrscheinlich kann man den Soldaten da teil nicht mal nen Vorwurf machen. Die sind jung und unerfahren und haben wohl einfach nur Angst.
      Wobei ich auch glaube das da unten irgendwo die Grenzen verschwimmen und das Leben eines Arabers für sie nicht viel zählt.
      Die wahren Schuldigen dafür sitzen woanders und bestreiten gerade Wahlkampf, mit schön selektierten Bildern im Fernsehen und der Presse so das ja nicht das Vietnam Gefühl aufkommt.
      Die Zahlen getöteter Zivilisten bewegen sich nach dieser Seite zwischen knapp 9000 und fast 11000 Toten. Leute die einfach nur das Pech hatten als Iraker geboren zu sein.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Welcher patriotische Amerikaner will schon zerfetzte Leichen von Frauen und Kindern sehen? Man hat aus dem Vietnamkrieg gelernt.

      Demonstrationen im eigenen Land gegen den Krieg können Bush und Co nicht ertragen, stellen sie doch die Grundfesten dieser Politik - den American Way of Life - in Frage. Den will man den Irakis bringen - jedenfalls denen, die nach diesem Krieg noch übrig sein werden.

      Ich könnte kotzen.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Ich hab gestern abend bei Phönix einen Bericht über die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener im zweiten Weltkrieg (und danach) gesehen. Es war und ist einfach entsetzlich, wozu Menschen fähig sind.

      Und jetzt werden wieder Kriegsgefangene gefoltert - es ist eine Schande.
      spiegel.de/spiegel/0,1518,299044,00.html
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Es ist erstaunlich ruhig. Wenn ich mich noch an die Aktivität im Netz und auch im Gespräch mit Freunden vor einem Jahr erinnere, als der Krieg losging. Nun, nach diesen Bildern ist nichts. Keine Reaktion - keine Gespräche darüber, warum? Scham, Desintresse oder muss man dazu eigentlich nichts sagen? Die Bilder sprechen ja für sich. Ich will nicht wissen, was alles geschah - wovon man aber keine Erinnerungsfotos schießen wollte. Die Bilder sind der Horror. Als von den eigentlichen Kriegsgründen nichts mehr übrigblieb, war doch immer noch die moralische Überlegenheit des Westens die von der Dikatur befreien wollte und den Menschen Freiheit und Demokratie bringen wollte. Von der Demokratie ist nichts zu sehen und die Folterknechte änderten nur ihre Uniform.
      Eine perfide Art, mit religiösen Befindlichkeiten der Iraker zu spielen, um sie möglichst wirkungsvoll zu erniedrigen und zu quälen. Das ist kein Werk von unerfahrenen und überforderten jungen Soldaten, die wussten genau, was sie taten.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Und, wie lautet das Fazit?
      Wer ist jetzt Schuld?

      Eine oberste Führung, die ihre Ziele falsch oder nicht exakt erläutert hat, die Leitung der umsetzenden Organe Vorort, weil sie ihre Mannschaft nicht im Griff hat, die Mannschaft selbst, weil sie eine sadistische Ader an den Tag legen, von der man meint, die ist heutzutage bei einem zivilisierten Menschen nicht möglich oder wo hängt es?
      Ich lese immer wieder einiges dazu und das letztendlich die oberste Führung dafür gerade zu stehen hat, ist klar und kommt auch immer wieder heraus, aber wo ist der Punkt, wo die Kette ins wanken gerät, denn als direkter Befehl werden solche Aktionen wohl kaum ausgegeben. Warum funktioniert es nicht so, wie es sein soll?
      Wo liegen die Ursachen und das bringt mich wieder zu den beiden Eingangsfragen.
      Weiß das jemand?
    • Man scheint etwas zu verkennen - hier und auch in der gesamten Öffentlichkeit.
      Solche Einheiten sind dazu ausgebildet zu foltern. Spezielle Einheiten dazu auszubilden ist gang und gäbe in den meisten Armeen - auch in den westlichen, "zivilisierten". Möglicherweise stellt die Bundeswehr eine Ausnahme dar, wobei ja kein Mensch weiß, was die KSK alles lernen.
      Es ist gewollt von den Armeeführungen, daß irgendwelche Geständnisse herausgepreßt werden - natürlich gibt es keine expliziten Befehle oder Akten, wie die "guten Verhörergebnisse" erreicht werden.
      Blöderweise (für die Koalitionstruppen) ist jetzt mal ausnahmsweise n großem Stil aufgedeckt worden. Wer glaubt, daß das in Afghanistan oder beliebigen anderen Kriegen (oder auch in Guantanamo) vorkommt, der ist schief gewickelt.

      Deswegen auch an Traumtänzer: Was soll man darüber noch sagen? Viele wissen es, haben aber keine Beweise. Wird trotzdem mal etwas veröffentlicht, wird es als Spekulation abgetan - so wie bei dem Bericht von Spiegel Online (mehrere Monate her) über "mysteriöse Todesfälle" in von US-Truppen geführten Gefangenenlagern in Afghanistan. Woher sollen auch die Beweise kommen?
      Und was sollen wir jetzt darüber in den Foren rumheulen? Es ist furchtbar, ja, aber was bleibt uns übrig, als zu protestieren, wenn deutsche Politiker es sich noch einmal überlegen sollten, ob man nicht doch Seite an Seite mit der obersten Weltzivilisation kämpfen soll?
    • Die Vorgänge in irakischen Gefängnissen wurden bereits Anfang des Jahres untersucht - an die Öffentlichkeit gelangte das aber erst, als die Medien davon Wind bekamen.

      Hätte die politische und militärische Führung der USA seit Anfang des Jahres nicht genügend Zeit gehabt, diese Verbrechen nicht nur zu unterbinden, sondern auch die Schuldigen zur Verantwortlung zu ziehen? Muß man denn nicht davon ausgehen, daß die Folterungen zumindest gebilligt wurden, wenn sie nicht direkt befohlen wurden?

      Mal ganz abgesehen davon, daß Folter völkerrechtlich strikt verboten ist - und das unter allen Umständen! - wirft sie ein unangenehmes und bezeichnendes Licht auf die US-Army, die doch (angeblich) in den Irak eingerückt ist, um die Menschenrechte durchzusetzen. Außerdem: liefern diese Folterungen nicht einen guten Vorwand für weitere Verbrechen wie die Ermordung des amerikanischen Zivilisten Nick Berg, dem vor laufender Kamera und bei vollem Bewußsein die Kehle durchgeschnitten wurde?

      Amerika, die Vormacht des freien Westens, hat nicht nur unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ein arabisch-muslimisches Land überfallen und besetzt, nein, es tötet weiter irakische Zivilisten und foltert, offenbar systematisch und mit Billigung der politisch-militärischen Führung, Hunderte, wenn nicht Tausende irakische Gefangene. [URL=http://www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,299331,00.html]Quelle[/URL]
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Drei Stunden lang wurden Mitgliedern des US-Kongresses bislang geheim gehaltene Aufnahmen über Folterexzesse in irakischen Gefängnissen gezeigt. Die Senatoren reagierten schockiert. Auf den rund 1600 Bildern sind noch schlimmere Details zu sehen. Das Weiße Haus lehnt eine Veröffentlichung ab.

      Etliche US-Senatoren meinten, die Misshandlungen und sexuellen Demütigungen seien viel zu gezielt erfolgt, um das Werk Einzelner zu sein. Senatorin Susan Collins sagte, für die bekannt gewordenen Praktiken sei viel Wissen darüber notwendig, was für die Gefangenen erniedrigend sei

      Nach Angaben eines Militärsprechers wurden die Bilder aus dem Gefängnis Abu Ghureib bei Bagdad privat von Soldaten aufgenommen. Offensichtlich sollten damit weitere Häftlinge und die Familien von Gefangenen eingeschüchtert werden, sagte Senator John Warner.

      Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verteidigte unterdessen die Verhörmethoden. Sie seien mit internationalem Recht vereinbar. [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,299589,00.html]Quelle[/URL]
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens

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