Ein Zeitungsartikel aus dem Irak.

    • spiegel.de/politik/ausland/0,1518,336846,00.html

      Wegen der Misshandlung irakischer Gefangener ist der US-Soldat Charles Graner am Abend von den Geschworenen eines US-Militärgerichts schuldig gesprochen worden. Ihm droht eine Gefängnisstrafe von bis zu 17 Jahren und sechs Monaten.

      Ich halte diesen Schuldspruch für richtig, allerdings ist Graner nicht der einzige, der im Zusammenhang mit den Folterungen im Irak (und anderswo!) auf die Anklagebank gehört. Warten wir mal das Urteil ab.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Guy Womack, 51, Verteidiger des mutmaßlichen Folterers von Abu Ghureib, Charles Graner, eröffnete seine Rede vor dem amerikanischen Kriegsgericht mit einem wahnwitzigen Vergleich. "Bilden Cheerleader in ganz Amerika nicht Tag für Tag Pyramiden?", fragte der Jurist die Jury, "ist das Folter?" Sheila Noon, Chefredakteurin des Magazins "American Cheerleader", war entsetzt - aber nicht über die lächerliche Verharmlosung der Vorgänge in dem irakischen Gefängnis, sondern über die angebliche Diffamierung der Cheerleader. Mr. Womack, so die Chefredakteurin, "beleidigte die vier Millionen Cheerleader, die so hart daran arbeiten, als Athleten und Studentenvertreter ernst genommen zu werden".

      Der Spiegel, Nr. 3/17.1.05, S. 160.

      Irgendwie fällt mir kein Kommentar mehr dazu ein...
    • [URL=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,354227,00.html]Lynndie England will sich schuldig bekennen[/URL]

      Ob sie das tut, weil sie Einsicht zeigt oder weil sie auf die geringere Strafe hofft, ist eigentlich nebensächlich. Interessant an dem Artikel ist dieser Satz:
      Ranghöhere Militärs wurden von jeder Schuld ausgenommen, obwohl deren Druck, Informationen aus den Häftlingen zu pressen, offenbar zu dem Klima für die Misshandlungen beigetragen hatte.


      Daß diese Mißhandlungen der Gefangenen nur mit Wissen und Duldung der Vorgesetzten möglich war, interessiert heute offenbar niemanden mehr - schon gar nicht ein US-amerikanisches Militärgericht. Hauptsache, man hat ein halbes Dutzend verurteilte Soldaten, die man der Welt präsentieren kann - vermutlich glaubt man wirklich, dann wieder eine weiße Weste zu haben.

      Und ein fünfjähriges Kind wird mit Handschellen aus dem Kindergarten abgeführt. God bless America.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • spiegel.de/politik/ausland/0,1518,406163,00.html

      Angesichts dieses Berichtes ist es sicher keine allzu große Überraschung, daß die UN-Vollversammlung den Rat für Menschenrechte (der aus der bisherigen Menschenrechtskommission hervorgegangen ist) gegen den Willen der USA gegründet hat.

      Als Begründung für das Veto führte John Bolton, der UN-Botschafter der USA, an, daß auch "gewohnheitsmäßige Menschenrechtsverletzer" (Quelle) in den neuen Rat gelangen könnten. Selbstverständlich hat er damit nicht die USA selbst gemeint.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens