Der kleine Treffpunkt II

  • Bei einer Lehrstelle wird ein Abiturient dem Realschüler vorgezogen. Ein Schwachsinn eigentlich. Es kann jemand in der Schule ein Ass gewesen sein, dafür hat er oft 2 linke Hände und ist handwerklich überhaupt nicht begabt. Es ist doch ähnlich wie bei Medizinern. Nur weil einer Top in der Schule war, deshalb Medizin studieren kann, muss er kein guter Arzt werden im Gegensatz zu einem. der immer Arzt werden wollte, aber nicht die Noten hat um zugelassen zu werden. Da Mediziner zwischenzeitlich nicht mehr zu den Spitzenverdienern gehören, stellt es sich wohl nicht mehr so. Heute studiert man Jura.
  • Ich will ja nicht abstreiten, dass der Leistungsdruck viel höher ist, aber warum ist der höher?

    Heute reicht es ja nicht mehr, das Abitur zu bestehen, es müssen ja dann auch noch Supernoten sein, wenn man einen guten Job will oder ein Wunschstudienfach.

    Irgendwie hast du deine Frage jetzt selbst beantwortet, Cosgan. ;)

    Guten Abend. :]

    CB, die Entwicklung in nahezu allen Bereichen schreitet in einem Tempo voran, von dem wir als Schüler kaum zu träumen wagten. Das ist alles dermaßen schnelllebig (oh man, ob das jetzt richtig geschrieben war? :D ) geworden und der Leistungsdruck ist um ein vielfaches höher. Konkurenzdruck, Mobbing (jop, das gibt es auch schon in der Schule) und dazu die Unfähigkeit der Politik, der Bildung einen angemessenen finaziellen Speilraum zu gewährleisten, darf man auch nicht unterschätzen.
  • Naja, was ist denn das aber für eine Herangehensweise, cosgan? :O
    Man nimmt bekanntlich immer den besten, den man bekommen kann.
    Natürlich kann einer handwerklich geschickt sein und der andere nicht. Da stehen die Chancen 50:50, jeder Bewerber mit der gleichen Vorraussetzung. Und wenn man die Qual der Wahl hat, entscheidet man sich eben für den mit den besseren schulischen Leistungen.
    Da ist die Möglichkeit, daß der auch mitdenken kann einfach größer. :))
    Und überhaupt, sollte man Strohhalme ziehen? Die Zeugnisse sind nunmal das einzige, das einem die Möglichkeit einer Entscheidung gibt, solange es nicht nach Aussehen und reiner Sympathie geht. :zlücke:
  • Hi tj! :]

    Also irgendwie fehlt mir da trotzdem was.
    Leistungsdruck bzw. Konkurenzdruck gab es doch auch schon früher, auch da hatte der beste die besten Möglichkeiten.
    Mir fällt einfach nur dazu ein, daß sich der Lernstoff vergrößert hat, aber ich weiß halt nicht, welcher und wo. Wenn er geblieben ist, dann kann sich der Druck nicht erhöht haben, mehr als "sehr gut" geht nicht.
    Wobei ich das Mobbing akzeptieren könnte, aber auch nicht als Regel.

    Kurz gesagt, ich stehe trotzdem auf dem Schlauch. ?(
  • Hallo tj!

    Also dann sind es wirklich die Noten, die die Schüler so unter Druck setzen. Das geht dann wohl auch nach der Schulzeit so weiter. Absolviert man ein Studium, dann muss man in Rekordzeit fertig sein und das mit Spitzennoten.
    Ja, so leuchtet mir das mit Leistungsdruck ein.

    Ich bin zwar nicht froh, eine alte Schachtel zu sein, aber ich bin froh, dass es diesen Leistungsdruck in meiner Jugend noch nicht so gab. Klar sollten wir auch gute Noten schreiben und es sollten nach Möglichkeit auch keine blauen Briefe nach Hause kommen, aber es war doch noch vieles einfacher. Leistungsdruck war trotzdem auch da, aber nicht in diesem, Maße.
    Ob man alles auf Politik schieben kann, tj?. Dass Stellen nur besetzt werden, wenn die Noten stimmen, dafür kann die Politik nichts. In Bildung sollte mehr investiert werden, das ist schon richtig und Chancengleichheit sollte es natürlich auch geben. Trotzdem wird es immer wieder die Bevölkerungsgruppe sein, die "gleicher" sein wird. Sei es, weil es diesen Schülern und Studenten möglich ist, einige Semester im Ausland zu studieren, was anderen halt nicht so ohne weiters möglich sein wird. u.s.w.
  • Mobbing wollte ich nicht als Entschuldigung vorbringen, CB - es ist halt nur eine Randerscheinung. Da hast vorher geschrieben "Und wenn viel Lernstoff gar nicht mehr vermittelt wird, wo ist denn dann die Anforderung". Weniger vermittelt heißt aber nicht "weniger verlangt". Und da sind wir wieder beim fehlenden Geld. Es sind einfach nicht genug Lehrer da, um den Kids alles notwendige zu vermitteln. Das ist m.E. nach der Hauptgrund, dass so viele der Schüler auf der Strecke bleiben.

    Also dann sind es wirklich die Noten

    Natürlich Cosgan. Da war ja schon immer so. Nur mit dem Unterschied, dass die Arbeitslosenzahlen den Arbeitgebern die Möglichkeit geben, sogar für Handlangerarbeiten Realschüler einzustellen. Krass ausgedrückt: Wer zu doof ist hat heute doch überhaupt keine Chance mehr.
  • Was macht ihr denn schon wieder bei den Unis? Wir sind doch erstmal in den Schulen! X(
    Universitäten sind etwas ganz anderes, da ist jeder auf sich selbst gestellt und bestimmt sein Handeln und Tun weitestgehend selbst.

    Und das Argument, der heutigen Spitzennoten leuchtet mir auch nicht ein.
    Das war früher auch so. Andererseits würde das heißen, daß es früher allen am nötigen Ehrgeiz gemangelt hat, aber wirklich allen. Die wollten halt nicht. :zlücke:
  • Sprungfan, dann kann man auch gleich sagen: Beziehung ist alles. ;)

    Soft skills.
    Noch nie gehört, das ist vermutlich eine Bildungslücke. Trotzdem nervt es mich ganz gewaltig, dass man alles nur noch in englischen Fachausdrücken vor den Buk geknallt bekommt. (Hopser, da meine ich jetzt nicht Dich) Wo leben wir denn, haben wir eignetlich noch eine eigene Sprache oder braucht man bald ein Lexikon, um noch mithalten zu können. :rolleyes:
  • Andererseits sehe ich aber auch, daß die Schüler heute wesentlich länger in der Schule sind und wesentlich mehr Heimarbeit aufgebrummt bekommen.


    Da die Verteidigung, vertreten durch den werten TJ, momentan nicht in der Lage ist, bestehende Zweifel aktiv zu zerstreuen,
    sieht sich das hohe Gericht (Das bin ich, falls jemand fragt! :)) ) dazu genötigt, festzustellen, daß sich das Potential der Jugend schrittweise verringert.
    Für diejenigen, die bereits davon betroffen sind: Die Menschheit verblödet Schritt für Schritt. :O
  • Wenn der Kuchen immer kleiner wird, werden halt nur noch an bestimmte Leute Stückchen verteilt. Früher war der Kuchen wohl größer und es gab auch noch Krumen für die, die schwach waren, heißt, die nicht so gute Noten hatten. Heute werden selbst die Krumen vom Roboter weggekehrt.

    Doch, so leuchtet mir Leistungsdruck schon eher ein. Also nicht, weil der Lernstoff umfangreicher geworden ist. Die Chancen einen "guten" Job zu bekommen, ist klleiner geworden.
    tj, bei uns früher gab es auch nicht mehr Lehrer. Die Klassen waren größer oder zumindest genauso groß als heute. 40 Schüler, das war normal. Es gab vielleicht mehr veramtete (oder heißt das beamtete Lehrer) als heute, aber das speilt dabei jetzt wohl keine Rolle.
  • Ich wurde gezwungen. :rolleyes:

    Die Schuld würde ich ganz klar in der Gesellschaft als solcher und da insbesondere in der Politik suchen. Da diese aber demokratisch gewählt ist, fällt das wiederum auf die Allgemeinheit zurück, was zu einem Teufelkskreis führt.
    Da hilft nur eines, es muß eine Gesellschaftsform her, wie man sie früher hatte. Kpitalismus oder Suzialismus, von mir aus auch Feudalismus ( :evil: ).
    Aber dieser soziale Kapitalismus ist nochmal unser Tod. :party:


    Das ist jetzt natürlich schon etwas überspitzt bzw. verzerrt dargestellt, aber ich denke, irgendwo ist irgendetwas dran. :)