Dumm, dümmer, SPD

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    • Michel schrieb:

      "6% der Mitglieder haben dagegen gestimmt"

      Zitat von Surfin und sachlich nicht zu widerlegen.
      Aber die Aussage geht davon aus, dass ALLE, die nicht an der Befragung teilgenommen haben, nicht gegen CETA sind.

      Und auch das ist unlauter.
      Nein das tut die Aussage nicht, das interpretierst du dann da als zweiten Schritt hinein.
      Die Aussage bezieht sich nämlich explizit auf die Anzahl der überhaupt abstimmenden Mitglieder.
      Ich mache mal das Gegenbeispiel auf.
      "0,858% der Mitglieder haben dafür gestimmt."


      Kann man davon ausgehen, dass jetzt 99% der Mitglieder dagegen sind? Nein, weil die Information, dass 93% der Mitglieder sich schlicht nicht an der Abstimmung beteiligt haben wesentlich ist.

      Die gerundeten tatsächlichen Zahlen sehen so aus:
      1% dafür
      6% dagegen
      93% nicht teilgenommen/egal.

      Die Umfrage ist wertlos. Die relevante Erkenntnis ist, dass 93% der Parteimitglieder das Thema anscheinend nicht weiter interessiert. Das Narrativ ist aber "90% dagegen", "die Basis dagegen" und "ein überwältigender Teil der Basis dagegen". Das ist Quatsch.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Nachtrag:

      Ausgerechnet bei der taz ist es übrigens journalistisches Totalversagen mit Sternchen:
      taz.de/!5342273/


      Nun haben fast 90 Prozent der SPÖ-Mitglieder gegen Ceta gestimmt.
      Fast 90 Prozent aller Befragten sagten, dass Österreich der vorläufigen Anwendung von Ceta auf EU-Ebene nicht zustimmen solle.
      Bis zum vergangenen Sonntag konnten SPÖ-Mitglieder wie Nicht-Mitglieder ihre Stimme bei einer Online-Umfrage abgeben. Über 23 .700 Personen, davon mehr als 14 .300 SPÖ-Mitglieder, antworteten auf fünf Fragen zu dem Thema.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Ich möchte hier etwas grundsätzliches dagegenhalten. Für mich zählt kein Parteibuch, sondern Taten. Die sind inzwischen selten geworden, auch die herausragenden Persönlichkeiten, die eine eigene Mwinung vertreten.

      Das läuft meiner Meinung nach gegen jedes demokratisch Programm. Wer leite es? Wer hat Charisma? Da zählt mehr als ein Programm und leider zählt niemand darauf. <gerne würde ich juhu rufen, wenn die FDP ein wirklich liberales Programm bringt und das dann auch durchsetzt!

      Habe Ponyhof fertig....
      "Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken.
      Das Fortschreiten zur entwickelten Inhumanität ist dann nur noch eine Frage der Zeit."
      (Albert Schweitzer)
    • Das Leben ist aber kein Ponyhof. :P

      Ich sagte ja bereits, dass mein Vergleich gewaltig hinkt.
      Aber Eure Argumentation braucht einen Rollator.

      Richtig ist imo, dass Online-Befragungen mit großer Vorsicht zu genießen sind. Insofern hat sich Gysi womöglich zu weit aus dem Fenster gelehnt..

      Aber auch wenn ich mir teilweise selbst widerspreche (da ich damit angefangen habe):

      Aus der Nicht Beteiligung an einer Online-Umfrage kann man gar nichts folgern, weder Ablehnung, noch Zustimmung, noch mir egal.
      Es wird ganz einfach sicher nicht jeden erreicht haben. Anders als bei einer Wahl, da kommt ein normaler Mensch gar nicht dran vorbei.
      Religion ist wie wennze ne Wasserpfeife rauchst
      - Karl Mai -
    • Michel schrieb:

      Aus der Nicht Beteiligung an einer Online-Umfrage kann man gar nichts folgern, weder Ablehnung, noch Zustimmung, noch mir egal.Es wird ganz einfach sicher nicht jeden erreicht haben. Anders als bei einer Wahl, da kommt ein normaler Mensch gar nicht dran vorbei.
      Die entsprechenden Informationen befanden sich in dem für SPÖ Mitglieder anscheinend unvermeidlichen Parteimagazin.

      Alle rund 200.000 Mitglieder werden mit der SPÖ-Zeitung, dem "Österreich Magazin" über CETA und TTIP informiert.
      Teilnehmen konnte man Online, per Telefon und persönlich in den SPÖ Bezirksbüros. Die SPÖ Mitglieder waren daher schon alle informiert - teilgenommen hat die große Mehrheit trotzdem nicht...
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • thejailer schrieb:

      Theoretisch informiert. So ein Parteimagazin wandert sicherlich ebenso schnell ins Altpapier, wie bei mir ein Magazin der Krankenkasse.
      Wie, du liest das Magazin deiner Krankenkasse nicht aufmerksam? :nono: :P

      Klar, kann passieren, dann aber keiner Sagen, dass er von nix wusste, der Hinweis mit der Umfrage befand sich direkt auf dem Titel.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Gabriel attackiert Deutsche Bank

      Tagesschau schrieb:

      Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die Deutsche Bank in ungewöhnlich heftiger Form angegriffen und ihr Spekulantentum vorgeworfen. Die Darstellung der Bank, sie sehe sich mit ihren aktuellen Problemen als Opfer von Spekulanten, wies er zurück. "Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, dass die Bank, die das Spekulantentum zum Geschäftsmodell gemacht hat, sich jetzt zum Opfer von Spekulanten erklärt," sagte der SPD-Chef auf einem Flug nach Teheran. "Ich mache mir Sorgen um die Menschen, die dort beschäftigt sind."
      Ach nee. War es nicht eine rot-grüne Bundesregierung, die die Deregulierung der Finanzmärkte eingeleitet hat? Was haben die denn geglaubt, was da passieren würde?

      Und die Sorgen um die Menschen, die dort beschäftigt sind, kaufe ich Gabriel gleich gar nicht ab.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Orthogräfin schrieb:

      Gabriel attackiert Deutsche Bank

      Tagesschau schrieb:

      Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die Deutsche Bank in ungewöhnlich heftiger Form angegriffen und ihr Spekulantentum vorgeworfen. Die Darstellung der Bank, sie sehe sich mit ihren aktuellen Problemen als Opfer von Spekulanten, wies er zurück. "Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, dass die Bank, die das Spekulantentum zum Geschäftsmodell gemacht hat, sich jetzt zum Opfer von Spekulanten erklärt," sagte der SPD-Chef auf einem Flug nach Teheran. "Ich mache mir Sorgen um die Menschen, die dort beschäftigt sind."
      Ach nee. War es nicht eine rot-grüne Bundesregierung, die die Deregulierung der Finanzmärkte eingeleitet hat? Was haben die denn geglaubt, was da passieren würde?
      War Bill Clinton Chef einer rot-grünen Regierung und in der SPD? Die aktuelle Krise hängt mal so garnicht an rot grüner Politik.
      Das Kernproblem der deutschen Bank war und ist, dass sie in ihrem US Geschäft selbst in den dortigen wenig regulieren Finanzmärkte regelmäßig gegen Gesetze und Vorschriften verstoßen haben und nun von den US Behörden eine Milliardenrechnung präsentiert bekommen haben. Gabriels Aussage ist IMHO völlig korrekt.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Ist das aktuelle Postengeschacher bei der Esspeedee nicht mal wieder wunderbar?

      Ich meine, da läßt sich Gabriel nicht als Kanzlerkandidat aufstellen - so weit, so gut. Wobei es ja völlig egal ist, wer von diesen Figuren die Wahl im September verliert - aber vielleicht ist genau das der Grund?

      Nicht gut genug als Kanzlerkandidat, aber als Bundesminister? Und wenn man keinen Bock mehr auf Bundeswirtschaftsminister hat, sagt man mal einfach "dann mache ich jetzt eben Bundesaußenminister" und das ganze als ein eigenmächtiger fait accompli? Der amtierende Bundesaußenminister soll Bundespräsident werden und ist noch nicht einmal gewählt?

      Was soll das? Wollen die wirklich mit aller Macht unter zehn Prozent?
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Mache ich ebenso. Vollkommen unabhängig davon, wer sich dort aufstellen lässt. Wobei, schlimmer als den feisten Gabriel antreten zu lassen, ginge es ja gar nicht. Von daher denke ich, dass Schulz durchaus die bessere Wahl ist.

      Bleibt zu hoffen, dass deren Absturz nicht ausgerechnet den Braunen zu Gute kommt. Aber genau das befürchte ich.

      Denn ganz ehrlich, Merkel will ich auch nicht mehr als Kanzlerin. Aber was für Alternativen bleiben denn? Linke und FDP sind für mich nach wie vor unwählbar. Im Moment sieht es für mich so aus, dass ich entweder aus Protest die Grünen wähle oder meinen Stimmzettel ungültig mache.
    • ratet mal schrieb:

      Jetzt, wo ich kein Kanzlerkandidat bin, kann ich's ja sagen: Die Fünf-Prozent-Hürde knacken und am Ende als Juniorpartner irgendwo unterkommen.
      Klasse Interview - Respekt!




      Spoiler anzeigen
      Wobei - ich habe den Postillon bisher immer für ein Satiremagazin gehalten...
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens