Die Bahn kommt oder Streikfrust

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    • Original von Orthogräfin
      https://www.radio-utopie.de - gehts eigentlich noch?! :O


      Darf Ich Dir genau diese Frage bei deinen Informationsquellen stellen?

      In dem von Dir verlinkten Artikel heißt es unter anderem:

      Das Verhalten der Deutschen voller Unverständnis und persönlicher egoistischer Wut im aktuellen Bahnstreik ist das gleiche schleichende Gift des gesellschaftlichen Musters, welches Hitler letztendlich an die Macht brachte.

      Ganz genau, jeder, der die Aktion der GDL überzogen hält, hätte auch Hitler zur Macht geholfen.

      Gehts eigentlich noch?

      Wer schreibt sowas überhaupt? Und was ist das für eine Seite?

      Moment:
      publikative.org/2012/06/08/att…chts-auf-den-sozialstaat/

      Als Organisator der „Freunde des Grundgesetzes“ tritt der Betreiber der Internetseite „Radio Utopie“, Daniel Neun, in Erscheinung. Er hielt bereits auf der vorherigen Demo des Aktionsbündnisses Direkte Demokratie am 31. März in Karlsruhe eine Rede, in der er die Verschwörungstheorie ausbreitete, dass Josef Ackermann als Präsident des Verwaltungsrates des Institute of International Finance (IIF), Michael Sommer als Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes und die Parteifraktionen des Europäischen Parlaments als Blockparteien in der Nachfolge der UdSSR mit Hilfe des Euros sowie der Europäischen Union das Grundgesetz abschaffen wollten.


      psiram.net/ge/index.php/Daniel_Neun
      So will Radio Utopie den Lesern und Hörern vermitteln, dass die Al Quaida-Anschläge vom 11. September 2001 ein "Inside Job" waren, der Mensch nicht auf dem Mond gelandet (die so genannte Mondlandungslüge) und der Amoklauf eines Einzeltäters in Winnenden in Wirklichkeit eine "Verschwörung" gewesen sei. Der Mörder mehrerer jüdischer Schulkinder und eines Lehrers im französischen Toulouse, Mohamed Merah, wurde völlig spekulativ als Agent eines französischen Geheimdienstes bezeichnet, den man angeblich über Gefängnisaufenthalte und Straftaten zur Zusammenarbeit erpresst haben soll.


      In einem Interview mit der antisemitischen Internetseite "Muslim-Markt" machte Neun Angaben zu seinen politischen Vorstellungen: „Dann kommt hier andauernd in diesem Land einer an und will mit mir über die Schoa diskutieren”. Seine Ziele seien es auch, als "Zinnsoldat" und "als Journalist erst die Medienmafia, dann die Parteien-Mafia, dann die Musikindustrie und dann die Schurken aus der Filmindustrie platt" zu machen.


      Ja, gehts eigentlich noch?

      Das ist Medienkompetenz zu merken, auf welchen Seiten man sich eigentlich seine Informationen und Meinungen einsammelt.

      Aber sich über einen KOMMENTAR in den Öffentlich-rechtlichen aufregen... :)

      Ernsthaft?
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Stimmt, da hätte ich besser hinschauen müssen und zum Beispiel zu den Nachdenkseiten verlinken können. :O

      Allerdings finde ich es interessant, daß du dich jetzt - bei aller berechtigten Kritik an obigem Link - auf Nebenkriegssschauplätze verlegst.

      Original von Rincewind
      Macht es so langsam Klick und die Erkenntnis setzt ein? Oder war Dir das bislang nicht klar? :O

      Was ist damit? Oder damit, daß zwei Arbeitsgerichte der GDL Recht gegeben haben?

      Original von Rincewind
      Aber sich über einen KOMMENTAR in den Öffentlich-rechtlichen aufregen...

      Ich habe mich nicht über einen Kommentar in den ÖR-Medien aufgeregt. Was die abgeliefert haben, war war keine sachliche Berichterstattung, sondern niveaulos, tendenziös, manipulativ und teilweise sogar hetzerisch - einfach absolut inakzeptabel. Seriöse und vor allem unparteiliche Berichterstattung sieht anders aus als diese Propaganda mit persönlichen Diffamierungen - zumal die ja generell im Sinne der Bahn war. Warum wurde und wird nicht oder kaum über den wahren Streikgrund berichtet? Die Medien überschlagen sich in ihrem Eifer, der GDL einen völlig unnötigen Machtkampf auf dem Rücken der Bahnkunden zu unterstellen. Die GDL wolle für alle Bahnangestellten verhandeln - auch du hast das hier behauptet. Das ist eine so grobe Verzerrung der Tatsachen, daß man auch gleich das Wort "Lüge" benutzen kann. Ein solches Vorgehen der GDL wäre wohl kaum von zwei Arbeitsgerichten für rechtlich zulässig befunden worden.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Original von Orthogräfin
      Stimmt, da hätte ich besser hinschauen müssen und zum Beispiel zu den Nachdenkseiten verlinken können. :O

      Allerdings finde ich es interessant, daß du dich jetzt - bei aller berechtigten Kritik an obigem Link - auf Nebenkriegssschauplätze verlegst.


      Das ist kein Nebenkriegsschauplatz. Es ist die einfache Frage ob eine Diskussion überhaupt noch sinnvoll ist. Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass ich bei Dir Links sehe, bei denen ich mich ernsthaft frage, wie du in diese Ecke kommst.

      Aber um in die Medienecke zu kommen, das Privathaus von Weselsky ist nicht von Belang und geht keinen was an. Ich würde Focus Online aber auch nicht als Journalismus bezeichnen.
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      Benjamin Franklin
    • Original von Rincewind
      Das ist ein reiner Machtkampf zwischen zwei Gewerkschaften, angezettelt von der GDL und ohne Rücksicht auf Verluste auf dem Rücken der eigenen Kunden ausgetragen um bei der Bahn einen Tarifvertrag zu Lasten einer anderen Gewerkschaft durchzusetzen. Nein, dafür habe ich als Bahnkunde kein Verständnis.

      Wann willst du eigentlich mal richtigstellen, was du hier mehrfach und wahrheitswidrig verbreitet hast? Selbst die Tagesschau hat das mittlerweile geschafft...

      Original von Rincewind
      Was soll die Bahn auch tun?

      Sich an das Grundsatzurteil des Bundesarbeitsgerichts vom 7.7.2010 halten?

      Original von Rincewind
      Wie soll sowas praktisch funktionieren?
      Es soll ja Arbeitnehmer geben, die ihrem Arbeitgeber nicht zwingend mitteilen wollen, ob und wo sie gewerkschaftlich organisiert sind... Das wäre bei der Bahn nicht mehr möglich - zumindest die Lohnbuchhaltung muss wissen, ob die Arbeitnehmer in der Gewerkschaft sind und vor allem in welcher. Und was ist dann mit den Arbeitnehmern, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind? Pech gehabt?

      Komischerweise funktioniert das bei allem anderen Arbeitgebern. Die Bahn verweigert der GdL, was bei den Privatbahnen ebenso gang und gäbe ist wie in anderen Konzernen. Die GdL fordert, was ihr zusteht: Sie will ihre Mitglieder vertreten, egal welchen Job sie im Unternehmen machen. Das ist legal und überall normales Recht. Das machen EVG und GdL bei Metronom, bei HLB, Veolia und so weiter. Das gilt auch in anderen Konzernen, von Allianz bis VW. Überall hat jeder Arbeitnehmer das Recht, sich seine Gewerkschaft zu suchen, die ihn dann vertritt. Fast alle Privatbahnen haben das geltende Recht problemlos umgesetzt und es gibt auch keine Streiks. Die Bahnen fahren. Keine Streiks, kein Durcheinander, keine Probleme. Nur bei der bundeseigenen Bahn AG soll das nicht gehen?

      Die Bahn AG ist der einzige Arbeitgeber, die das ablehnt. Die Bahn AG sagt: die GdL darf nicht ihre eigenen Mitglieder vertreten, sondern wir bestimmen, welche Gewerkschaft welche Berufsgruppe vertreten darf - und damit verstößt die Bahn nicht nur ganz eindeutig gegen geltendes Recht, sondern hat auch den Streik mit seinen Kosten zu verantworten.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Orthogräfin ()

    • Original von Orthogräfin
      Nur bei der bundeseigenen Bahn AG soll das nicht gehen?


      Damit hast du wohl den Kern des Problems erwischt. Man hätte bei der Privatisierung auch die Beamtenmentalität aus den Hirnen prügeln müssen. Man hätte vor allem für echten Wettbewerb auf der Schiene sorgen müssen.
      So ist die Bahn ein Monopolunternehmen geblieben. Gäbe es flächendeckend Alternativen zu Bahn AG dann können sie streiken wofür sie wollen und so lange sie wollen. Und so sind wir alle Geiseln eines Konstruktionsfehlers geworden. Die Bahn ist eben kein Unternehmen wie jedes andere.

      Jetzt wird sich die Politik mit diesem Thema beschäftigen. Frau Nahles hat ja die Richtung schon angedeutet. Da wird dann voraussichtlich allen kleinen Gewerkschaften die Flügel gestutzt werden, was einen bösen Einschnitt ins Streikrecht bedeuten würde.
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      Descartes sagte: "Ich denke, also bin ich."
      Und seit TikTok WISSEN wir: Es geht auch so.
    • Original von Orthogräfin
      Original von Rincewind
      Das ist ein reiner Machtkampf zwischen zwei Gewerkschaften, angezettelt von der GDL und ohne Rücksicht auf Verluste auf dem Rücken der eigenen Kunden ausgetragen um bei der Bahn einen Tarifvertrag zu Lasten einer anderen Gewerkschaft durchzusetzen. Nein, dafür habe ich als Bahnkunde kein Verständnis.

      Wann willst du eigentlich mal richtigstellen, was du hier mehrfach und wahrheitswidrig verbreitet hast? Selbst die Tagesschau hat das mittlerweile geschafft...


      Das, was ich unter anderem mit mehreren Pressemitteilungen der GDL belegt habe?

      Sich an das Grundsatzurteil des Bundesarbeitsgerichts vom 7.7.2010 halten?


      1. Du verlinkst eine Pressemitteilung vom Januar 2010 um mir ein Grundsatzurteil vom Juli zu belegen?
      2. Das Urteil des BAG aus dem Jahr 2010 betrifft irgendwelche Zuschläge eines Arztes, der im Marburger Bund angestellt ist. Weder die Bahn noch die GDL waren beteiligt. Woran soll die Bahn sich hier ganz konkret halten?
      3. Das BAG hat sich dazu geäußert, dass es in einem Betrieb mehr als einen Tarifvertrag geben kann. Das ist bei der Bahn längst der Fall, es gibt den Tarifvertrag der Lokführer der GDL und den der EVG fürs Zugpersonal. Hält sich die Bahn also längst dran?
      4. Gibt es einen Unterschied zwischen Tarifeinheit, -pluralität und -konkurrenz.
      5. Nur weil das BAG gesagt hat, dass in einem Betrieb mehr als ein Tarifvertrag gelten kann, muss ein Arbeitgeber nicht sofort ohne Rücksicht auf eigene Interessen mit sämtlichen Gewerkschaften eigenständige Tarifverträge aushandeln.

      Die Bahn AG ist der einzige Arbeitgeber, die das ablehnt.


      Dafür hätte ich gerne einen Beleg...
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      Benjamin Franklin
    • Original von sarazena
      Jetzt wird sich die Politik mit diesem Thema beschäftigen. Frau Nahles hat ja die Richtung schon angedeutet. Da wird dann voraussichtlich allen kleinen Gewerkschaften die Flügel gestutzt werden, was einen bösen Einschnitt ins Streikrecht bedeuten würde.


      Wird (dir) nicht spätestens jetzt klar, warum sich die Bundesregierung, die ja als Vertreter des Alleinaktionärs der Bahn in diesem Konflikt Partei ist, so auffällig zurückhält? Warum hat sie den Bahnvorstand nicht wenigstens vor dem Gang vor Gericht abgehalten - es war doch völlig klar, daß die GDL dort gewinnen würde?

      Warum hat Frau Fahimi, die Generalsekretärin der SPD, also einer "Arbeiter"- und Regierungspartei, eine Gewerkschaft, die nichts anderes tut, als völlig legal die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten, in einer inakzeptablen Weise und wider besseres Wissen verbal angegriffen und damit der Hetzjagd der Medien Munition geliefert?

      Frau Nahles (ebenfalls SPD) hat schon ein Gesetz in der Tasche, um der GdL das Streikgenick zu brechen - ein Gesetz, dessen Verabschiedung bereits im Koalitionsvertrag der Groko steht: das grundgesetzwidrige Gesetz zur Tarifeinheit.

      Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Die Bundesregierung und insbesondere Frau Nahles braucht diese Streiks. Deshalb hält sich die Bundesregierung in diesem Tarifkonflikt so auffällig zurück, deshalb läßt man die Bahn vor Gericht verlieren - und bald, spätestens nach den nächsten Bahnstreiks, hat man den geneigten Wutbürger endlich so weit, daß er glaubt, nur eine Änderung des Grundgesetzes könne ihn vor den "Allmachtsfantasien des machtgeilen Führers einer Splittergewerkschaft" schützen.
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      Charles Dickens
    • Der Bund und nicht die Bundesregierung ist Aktionär der deutschen Bahn. Die Bahn wird vertreten durch den Vorstand und nicht durch die Aktionäre, die ihr Stimmrecht in der Aktionärsversammlung ausüben.

      Vor diesem Hintergrund kann ich nachvollziehen, dass sich die Bundesregierung schon auf Grund der Koalitionsfreiheit und der Tarifautonomie aus Tarifverhandlung oder Arbeitskampfmaßnahmen heraus hält.

      War es klar, das die GDL dort gewinnen würde? In den Medien war zu hören bzw. zu lesen, dass die Bahn eher schlechte Chancen habe. Das hatte "Emmely" aber auch, als sie vor das Bundesarbeitsgericht zog. Sie gewann, weil das BAG seine seit Jahrzehnten bestehende ständige Rechtsprechung über Bord warf. Warum sollte es die Bahn also nicht versuchen?
      Das ist lediglich ein Fall von vielen, in denen die Rechtsprechung eine Wende vollzog. Gerade vor den Arbeitsgerichten ist man vor Überraschungen nicht sicher.

      Ob das Gesetz zur Tarifeinheit verfassungswidrig ist oder nicht, wird letztendlich in Karlsruhe entschieden.
    • Original von Rincewind
      Das, was ich unter anderem mit mehreren Pressemitteilungen der GDL belegt habe?

      Vielleicht hat die GdL keine PR-Profis wie die Bahn. Aber schau dir die Seite der GdL doch jetzt einmal an.

      Glaubst du, die GdL hätte vor zwei Arbeitsgerichten gewonnen, wenn sie hätte Arbeitnehmer vertreten wollen, die nicht GdL-Mitglieder sind?

      Du verlinkst eine Pressemitteilung vom Januar 2010 um mir ein Grundsatzurteil vom Juli zu belegen?

      Ja, der Link war falsch - ich war wohl ein wenig unkonzentriert. Aber für jemanden, der (meines Wissens) Volljurist ist, sollte es doch kein Problem sein, nach diesem Urteil zu googeln? Und offensichtlich hast du es ja gefunden.

      Das BAG hat sich dazu geäußert, dass es in einem Betrieb mehr als einen Tarifvertrag geben kann. Das ist bei der Bahn längst der Fall, es gibt den Tarifvertrag der Lokführer der GDL und den der EVG fürs Zugpersonal. Hält sich die Bahn also längst dran?

      Es geht nicht um mehr als einen Tarifvertrag pro Betrieb, sondern um mehr als einen Tarifvertrag für eine Berufsgruppe. DAS verweigert die Bahn der GdL. Und nur der GdL. Die Bahn hatte nämlich kein Problem damit, neben einem bestehenden Lokführer-Tarifvertrag mit der GdL einen weiteren mit der damaligen Transnet (heute: EVG) abzuschließen, der des der Bahn ermöglichte, Lokführer mit einem Stundenlohn von 7,50 € einzustellen - die dann von Transnet vertreten werden sollten...

      Und auch aktuell verhandeln Bahn und EVG um einen eigenständigen Lokführertarif: evg-online.org/Tarifpolitik/Aktuelles/14_10_20_Verhandlung/

      Vor diesem Hintergrund ist die strikte Weigerung der Bahn, der Gdl einen eigenständigen Tarif für die in der GdL organisierten Zugbegleiter zuzugestehen, noch weniger nachvollziehbar.
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      Charles Dickens

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Orthogräfin ()

    • Original von Orthogräfin
      Original von Rincewind
      Das, was ich unter anderem mit mehreren Pressemitteilungen der GDL belegt habe?

      Vielleicht hat die GdL keine PR-Profis wie die Bahn.


      Daher macht die jemand, der mit dem genauen Sinn des Wortes "alle" überfordert ist?

      Glaubst du, die GdL hätte vor zwei Arbeitsgerichten gewonnen, wenn sie hätte Arbeitnehmer vertreten wollen, die nicht GdL-Mitglieder sind?


      Was hat das damit zu tun? Sie hat vor Gericht gewonnen, weil die Streiks nicht augenscheinlich rechtswidrig sind. Nun gibt es dabei nur ein Problem, das Gericht hat nicht darüber geurteilt, ob die Forderungen der GDL sinnvoll sind. Sie hat ebenfalls nicht geurteilt, dass die Bahn gezwungen ist diese Forderungen zu erfüllen. Bei deinen Posts habe ich aber das Gefühl, dass sowas bei Dir angekommen ist.

      Ja, der Link war falsch - ich war wohl ein wenig unkonzentriert. Aber für jemanden, der (meines Wissens) Volljurist ist, sollte es doch kein Problem sein, nach diesem Urteil zu googeln? Und offensichtlich hast du es ja gefunden.


      Ja, daher habe ich ja auch nach dem konkreten Anspruch gefragt, den die GDL daraus ableiten kann...

      Es geht nicht um mehr als einen Tarifvertrag pro Betrieb, sondern um mehr als einen Tarifvertrag für eine Berufsgruppe. DAS verweigert die Bahn der GdL. Und nur der GdL. Die Bahn hatte nämlich kein Problem damit, neben einem bestehenden Lokführer-Tarifvertrag mit der GdL einen weiteren mit der damaligen Transnet (heute: EVG) abzuschließen, der des der Bahn ermöglichte, Lokführer mit einem Stundenlohn von 7,50 € einzustellen - die dann von Transnet vertreten werden sollten...


      Transnet hat den entsprechenden Tarifvertrag 2007 abgeschlossen der das ermöglichen sollte. Das war der Grund für die GDL ab 2008 einen eigenständigen Tarifvertrag durchzusetzen - davor gab es keinen "Lokführertarifvertrag mit der GDL". Du verwechselst hier Ursache und Wirkung.

      Und auch aktuell verhandeln Bahn und EVG um einen eigenständigen Lokführertarif: evg-online.org/Tarifpolitik/A...20_Verhandlung/



      Ja, die entsprechende Vereinbarung zwischen EVG und GDL ist abgelaufen und die GDL alles oder nichts will, die EVG hingegen:
      Die EVG will den augenblicklich für Lokführer geltenden Tarifvertrag in ihr Tarifsystem übernehmen.


      Soll heißen, die GDL verhandelt mit der Bahn über einen Lokführertarifvertrag und die EVG übernimmt diesen für die bei ihr organisierten Lokführer. Die Bahn hat immer klargestellt, dass suie über sowas zu reden bereit ist, aber sich widersprechende Tarifverträge für ein und dieselbe Berufsgruppe verhindern will.
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    • Original von Queenie_Pie
      Für einen Moment dachte ich jetzt in einem Forum der Arbeitgeber gelandet zu sein.

      Als einfacher Arbeitnehmer kann ich bei solchen Witzen nicht lachen.
      Aber das ist ja immer so. Sobald jemand auf irgend was verzichten muss ist der böse Streikhansel schuld. Egal ob seine Forderungen nun gerechtfertigt sind oder nicht.
      Ich habe selber noch für die 35 Stunden auf der Straße gestanden. Damals waren wir auch die Bösen. Die Arbeitszeit hat dann nachher aber doch jeder gerne angenommen.
      Jetzt ist halt die GDL dran.

      Leider scheint keiner zu bemerken, dass ein erfolgreicher Arbeitskampf auch für andere Bereiche etwas positives bewirken könnte. Egal, hauen wir halt auf die GDL drauf und gut.

      Diesem Zitat ist heute, fast sieben Jahre später, kaum etwas hinzuzufügen.

      Ich habe meine Argumente dargelegt und steige hier vorerst aus.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Daß die Medien Stimmung gegen die GdL machen, ja sogar Hetze gegen die GdL und gegen Weselsky persönlich betreiben, sehe ich auch so. Können die "Journalisten" der Leitmedien wirklich nur noch die Pressemeldungen der Bahn abschreiben kopieren, statt selbst zu recherchieren?

      Den Vergleich mit Pogromen halte ich dennoch für völlig daneben.
      ________________________

      P.S.: Wann lernen es die Journalisten der Tagesschau eigentlich endlich, sauber zu formulieren? In der Überschrift heißt es "Tarifkonflikt Bahn will Dreiergipfel - EVG ist skeptisch", im Artikeltext dagegen "Wie das Unternehmen mitteilte, sind die Lokführergewerkschaft GDL und die konkurrierende Eisenbahngewerkschaft EVG zu parallelen Gesprächen am 21. November nach Frankfurt eingeladen worden." Auch auf die Tatsache, daß die GdL nicht alle Bahnmitarbeiter, sondern alle in der GdL organisierten Bahnmitarbeiter Tarifverträge aushandeln und abschließen will, wird in den Kommentaren jedes einzelnen Artikels mehrfach hingewiesen - und dieser Unterschied ist entscheidend dafür, wie dieser Tarifkonflikt in und von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens

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    • Original von Orthogräfin

      P.S.: Wann lernen es die Journalisten der Tagesschau eigentlich endlich, sauber zu formulieren? In der Überschrift heißt es "Tarifkonflikt Bahn will Dreiergipfel - EVG ist skeptisch", im Artikeltext dagegen "Wie das Unternehmen mitteilte, sind die Lokführergewerkschaft GDL und die konkurrierende Eisenbahngewerkschaft EVG zu parallelen Gesprächen am 21. November nach Frankfurt eingeladen worden." Auch auf die Tatsache, daß die GdL nicht alle Bahnmitarbeiter, sondern alle in der GdL organisierten Bahnmitarbeiter Tarifverträge aushandeln und abschließen will, wird in den Kommentaren jedes einzelnen Artikels mehrfach hingewiesen - und dieser Unterschied ist entscheidend dafür, wie dieser Tarifkonflikt in und von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.


      Nur nebenbei. Die Idee gleichzeitig mit EVG und GDL zu verhandeln hat die Bahn schon Anfang November gehabt und das der GDL angeboten. Weselsky hatte das da noch als Tarifdiktat bezeichnet und rundweg abgelehnt. Warum der gleiche Vorschlag nach dem Streikwochenende auf einmal ein Erfolg der GDL sein soll muss ich nicht verstehen...
      Das hätten die schon vor zwei Wochen und ohne den letzten Streik haben können...

      Ich zitiere mich mal selbst:
      Original von Rincewind
      3. Als Kompromiss konkurrierende Tarifverträge für die gleichen Berufsgruppen akzeptieren? Das scheint gerade der Weg zu sein. Nur habe ich jedes Verständnis, dass die Bahn sich dann ausbedingt mit beiden Gewerkschaften gleichzeitig zu reden - die GDL spricht hier vom "Tarifdiktat"...
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Original von Rincewind
      Die Idee gleichzeitig mit EVG und GDL zu verhandeln hat die Bahn schon Anfang November gehabt und das der GDL angeboten. Weselsky hatte das da noch als Tarifdiktat bezeichnet und rundweg abgelehnt.

      Davon, daß er mit der GDL verhandeln will, hat Weber schon vor dem Streik gesagt. Es geht aber nicht ums Verhandeln, sondern um den möglichen Abschluß unterschiedlicher Tarifverträge für eine Berufsgruppe. Welchen Sinn sollten Verhandlungen haben, wenn an deren Ende doch nur wieder ein Tarifvertrag pro Tarifgruppe stehen darf?

      Im Bahnvorstand sitzen wahrlich PR-Profis.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Original von Orthogräfin
      Original von Rincewind
      Die Idee gleichzeitig mit EVG und GDL zu verhandeln hat die Bahn schon Anfang November gehabt und das der GDL angeboten. Weselsky hatte das da noch als Tarifdiktat bezeichnet und rundweg abgelehnt.

      Davon, daß er mit der GDL verhandeln will, hat Weber schon vor dem Streik gesagt. Es geht aber nicht ums Verhandeln, sondern um den möglichen Abschluß unterschiedlicher Tarifverträge für eine Berufsgruppe. Welchen Sinn sollten Verhandlungen haben, wenn an deren Ende doch nur wieder ein Tarifvertrag pro Tarifgruppe stehen darf?

      Im Bahnvorstand sitzen wahrlich PR-Profis.


      Darum ging es schon zuvor. Nimm doch mal die GDL Brille ab. Das was Weselsky dann polternd als Tarifdiktat bezeichnet hat, war etwas über das zuvor mehrfach verhandelt wurde und dann von der Bahn schriftlich festgehalten und vorgelegt wurde. Und auch die jetzigen Gespräche sind offen - oder hat die Bahn den Abschluss eines unterschiedlichen Tarifvertrages garantiert?
      Was würde wohl die EVG machen wenn das passiert. Hat die dann auch dein Verständnis wenn die in den Streik geht, weil sie genau das nicht will? :evil:
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      Benjamin Franklin
    • Ist für Dich eigentlich alles, was auch nur im Ansatz eine andere Meinung oder Information darstellt, als das was von der Eigendarstellung von St. Weselsky und seinen tapferen Recken abweicht nur PR des Bahnvorstandes und wahrheitswidrig?
      Was ist mit den Äußerungen aus der EVG und dem DGB in denen das Vorgehen der GDL kritisiert wird? Sind das Verräter an den Gewerkschaften?

      Auf meine letzte Erwiderung zu deinem behaupteten konkurrierenden Tarifvertrag bist du noch mit wehenden Fahnen aus dem Thread abgezogen ohne drauf zu reagieren...
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      Benjamin Franklin