Keine Hartz IV Erhöhung

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    • Wer beachtet denn noch die Steuerbetrüger, wenn er sein Mütchen an den faulen Arbeitslosen kühlen kann? Insofern war Westerwelles Hetze auch ein geschicktes Ablenkungsmanöver.

      Es ist doch von jeher eine gute deutsche Tugend gewesen, nach oben zu buckeln und nach unten zu treten.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Als Ablenkungsmanöver käme das aber viel zu früh. Bis die Daten betroffener Politiker veröffentlicht werden - wenn denn überhaupt - wird noch einige Zeit vergehen. Bis dahin redet keiner mehr über das Hartz IV-Gewäsch, dass Westerwelle gerade von sich gibt. Es ist ja nicht so, dass das vorher noch kein Politiker gewagt hätte.

      Solche Sprüche schlagen ein paar Wellen und das war es auch schon. Selbst ein Esel ( :grins: ) kann nicht annehmen, dass er so ein Thema monatelang durch die Medien peitschen kann. Außerdem unterstellst du unserem Vizekanzler ja, dass er selbst oder Politikerfreunde von ihm zu den Steuerhinterziehern gehören. Das ist schon ziemlich gewagt.
    • @ Gräfin.
      Es ist doch von jeher eine gute deutsche Tugend gewesen, nach oben zu buckeln und nach unten zu treten.
      Und da es so bleiben wird kümmer ich mich um den Kram eh nicht.
      So viel wir auch meckern, ändern wird sich eh nüschts.
      Aber der Welle wird glaube ich sein Fett bekommen.
      8) und immer nett und freundlich bleiben ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bugs ()

    • So viel wir auch meckern, ändern wird sich eh nüschts.

      Falsch! Je mehr Menschen sich um nichts als ihre eigenen Interessen kümmern, umso schlimmer wird es. Nur solange es Menschen gibt, die sich engagieren, kann sich überhaupt noch etwas zum positiven verändern, oder zumindest der Status Quo, mit dem ja offenbar schon niemand zufrieden ist, erhalten bleiben.
    • Und genau den zerstört Westerwelle mit seiner Hetze, wenn er Hartzer, Aufstocker und Niedriglöhner gegeneinander ausspielt!

      Divide et impera hat schon immer funktioniert - nur um einmal eine richtige Parallele zum Römischen Reich herzustellen...
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Vielleicht kriegt jetzt endlich mal Frau Merkel ihren Hintern hoch und es gibt wirklich eine Debatte mit Ergebnissen. So wie es ist, kann es ja nicht weitergehen. Dass nachgebessert werden muss, steht fest. Geredet wurde darüber zwar schon seit Monaten, passiert ist aber nichts. Nicht umsonst werden die Gerichte zugedeckt mit Beschwerden. Es müssen jetzt endlich mal klare Vorgaben gemacht werden. Wer weiß, vielleicht hat Herr Westerwelle mit seinen blödsinnigen Aussagen trotzdem etwas in Gang gebracht. Das Aussitzen von Frau Merkle wird so nicht mehr funktionieren.
    • Original von thejailer
      Als Ablenkungsmanöver käme das aber viel zu früh. Bis die Daten betroffener Politiker veröffentlicht werden - wenn denn überhaupt - wird noch einige Zeit vergehen. Bis dahin redet keiner mehr über das Hartz IV-Gewäsch, dass Westerwelle gerade von sich gibt. Es ist ja nicht so, dass das vorher noch kein Politiker gewagt hätte.

      Es paßt aber wunderbar zur Steuerhinterziehungbetrugsdebatte. Mit seinem Geschwurbel über die Kosten des Sozialstaates lenkt er von denen ab, die den Staat um Milliarden bescheißen.

      Solche Sprüche schlagen ein paar Wellen und das war es auch schon. Selbst ein Esel ( :grins: ) kann nicht annehmen, dass er so ein Thema monatelang durch die Medien peitschen kann.

      Die Frage ist sowieso, warum der Außenminister (und das ist nun mal sein Job - und nicht Arbeitsminister, Finanzminister oder Innenminister) das Thema überhaupt aufgreift und das nicht als reactio, sondern als actio.

      Außerdem unterstellst du unserem Vizekanzler ja, dass er selbst oder Politikerfreunde von ihm zu den Steuerhinterziehern gehören. Das ist schon ziemlich gewagt.

      Wenn, dann eher indirekt. Welches Interesse sollte Herr Westerwelle wohl daran haben, Steuersünder unter den Politikern aus der Schußlinie zu nehmen?

      Bei all der Diskussion um den Kauf (angeblich oder tatsächlich vorhandener) CDs mit Daten von Steuersündern sollte man übrigens endlich mal darüber nachdenken, ob man diese Millionen nicht sinnvoller anlegt, indem der Staat seine Steuerprüfung und -fahndung personell deutlich aufstockt. Da wäre nämlich mit Sicherheit mehr zu holen, als wenn man (grundgesetzwidrig) den Hartzern in der Unterwäsche rumwühlt oder deren Bankdaten automatisch mit den Daten aller Ämter abgleicht.

      Der Spiegel schrieb gestern, daß die Einahmen des Fiskus aus den bisherigen Selbstanzeigen (ohne Datenankauf) schon ein Vielfaches dessen betragen, was in der BRD jährlich als Mißbrauch von Sozialleistungen geschätzt wird. Apropos Mißbrauch von Sozialleistungen: wenn ein Arbeitgeber einen so miserablen (Stunden)Lohn zahlt, daß der Arbeitnehmer zum Aufstocken gezwungen ist - wer ist dann eigentlich der Sozialbetrüger? Und gibt es dazu eigentlich Statistiken?

      Herr Westerwelles Argumentation, daß mittlerweile fast 60% des Bundeshaushaltes für Sozialausgaben draufgehen, ist unseriös, ja geradezu demagogisch. Im Kontext zu seinem Vergleich der Kellnerin mit einer Hartz-IV-Empfängerin und der Äußerung, "daß der, der arbeitet, der Dumme ist, weil ihm immer weniger bleibt" muß zwangsläufig der Eindruck entstehen, daß dieses Geld die Hartzer bekommen.

      Dem ist aber nicht so. Der weitaus größte Posten im Ressort "Arbeit und Soziales" des Bundesetats ist der Zuschuß zur Rentenversicherung: der Einzelplan 11 des Haushaltentwurfs für 2010 (S. 1263-1360) sieht für das Ressort "Arbeit und Soziales" einen Etat von EUR 146.822.404.000 vor (siehe S. 1340). Davon entfallen auf Kapitel 13 (Sozialversicherung) EUR 80.776.249.000 , das sind Leistungen des Bundes an die Rentenversicherung. Kapitel 12 (Leistungen nach dem Zweiten und Dritten Buch Sozialgesetzbuch und gleichartige Leistungen) EUR 38.711.100.000 Euro, die sich im wesentlichen aus Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende und ALG2 zusammensetzen. Das entspricht etwa einem Viertel des Ressorts und bei einem Gesamtetat von EUR 325.400.000.000 einem Anteil von 11,78% des Bundeshaushalts. Dazu kommen noch EUR 23.927.000.000 Beteiligung des Bundes an den Kosten der Arbeitsförderung und Darlehen an die Bundesagentur für Arbeit. Im übrigen bekommen nicht nur Arbeitslose Leistungen der Bundesagentur für Arbeit - die zahlt nämlich auch das (einkommensunabhängige!) Kindergeld aus.

      Das stützt die Argumentation des Herrn Dr. Westerwelle nicht mehr ganz so - im übrigen würde mich interessieren, wie man zu der Behauptung kommt, daß der Anteil der Sozialausgaben am Bundeshaushalt fast 60% betrage - nach meiner Rechnung sind das nämlich etwa 45%.

      Schaut man sich die [URL=http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_4158/DE/BMF__Startseite/Service/Downloads/Abt__I/1001191a6003,templateId=raw,property=publicationFile.pdf]Steuereinnahmen des Bundes für 2009[/URL] an, sieht man deutlich, daß auch diese finanzielle Belastung in der Hauptsache vom Mittelstand gestemmt wird:

      Steuereinnahmen 2009:
      Lohnsteuer: 135 Mrd
      Einkommensteuer: 26 Mrd
      Abgeltungssteuer: 12 Mrd

      Die oberen Einkommen hält Westerwelle wohlweislich aus der Diskussion heraus. Vor allem die Vermögen, die sich jenseits von konsumierbarem Einkommen bewegen und ihre Renditen am Kapitalmarkt erwirtschaften. Denn dieses Kapital und die damit zu erzielenden Renditen sind es, die sich mit dem von der FDP hochgehaltenen Leistungsprinzip nur schwer verargumentieren lassen. Denn von Arbeit und Leistung kann die Rede nicht sein, ganz nach dem Slogan "Lassen Sie ihr Kapital für sich arbeiten". Hier wird eine Vergangenheitsleistung immer wieder belohnt, die der vererbenden Eltern oder des zurückgelegten Arbeitslebens. Nach FDP scheint es nun genau der Leistungsanreiz zu sein, möglichst viel Kapital anzuhäufen, das dann weitere Arbeit überflüssig macht und sich weitgehend der Steuer entzieht.

      Dieses Kapital ist dass was sich in den letztem Jahren vor allem bei der Klientel der FDP vermehrt. Mit seiner Halbwahrheiten-Agenda versucht W, dieses Einkommenssegment aus der Sozialstaatsdebatte herauszuhalten. Da nicht dran zu rühren wird der FDP auf Jahre eine dankbare Wählerschaft verschaffen, eine Elite deren Fortbestand über die Steuergesetzgebung gesichert ist (Quelle)
      .

      Aber noch interessanter ist das hier:
      Doch das sind Krümel im Vergleich zum eigentlichen Kuchen. Was Westerwelle nämlich vor allem vernebelt, ist die eigentliche Umverteilung von den Leistungsträgern zu den Empfängern leistungsloser Einkommen: Jährlich werden rund 500 Milliarden Euro von Arbeitnehmern und Konsumenten an eine kleine Besitzstandselite umverteilt durch Einkünfte aus dem Besitz großer Vermögen in Form von Renditen und Zinsen. Wohlgemerkt sind hier nicht gemeint die mittelständischen Unternehmer, die das Gros der Arbeitsplätze schaffen und sichern und nicht gemeint die Sparer, die für die Rente oder größere Anschaffungen Geld zurücklegen und nicht gemeint die Besitzer von Eigenheimen und Mietshäusern und anderer überschaubarer Besitzstände.

      Nicht die Umverteilung von der Mitte nach unten ist also das Problem, sondern die Umverteilung von Mitte UND unten nach ganz oben. Denn nur ein winziger Bruchteil dessen, was der Mittelstand erarbeitet, geht an die Hartz-IV-Empfänger. Der Löwenanteil fließt zu den Superreichen.

      Es geht um einen kleinen Prozentsatz der Bevölkerung, der durch die Umverteilung eines immer größeren Anteils des jährlich Erarbeiteten in exponentieller Weise reicher wird. Es geht um die Besitzer großer Vermögen, deren Besitzstand von Jahr zu Jahr wächst durch die Umlage der Kapitalerträge in allen Preisen, Steuern und Gebühren. Diese Klientel, die sich der FDP-Führungsriege bedient und diese Partei weitgehend finanziert, hat Westerwelle nicht gemeint und doch würden seine Aussagen auf den elitären Geldadel so präzise treffen, wie auf niemand sonst.

      Die Äußerungen Westerwelles, in der er der „Diskussion sozialistische Züge“ bescheinigt, erscheint in diesem Licht als blanke Demagogie, entsprungen einem kaum überbietbar dekadenten Geist (1). Doch seine Einlassungen(2) brauchen nur wenig umformuliert zu werden, um den Kern zu treffen:

      * "Es sind in Deutschland immer mehr Kapitalerträge zu zahlen, die von immer weniger Arbeitnehmern und Unternehmern erarbeitet werden."
      * "Die Empfänger bleiben ungenannt, doch die, die alles bezahlen, finden kaum Beachtung."
      * "Wer diesen anstrengungslosen Wohlstand der Vermögenden sichert, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein."
      * "Die Missachtung der Mitte hat System, und sie ist brandgefährlich."
      ([URL=http://www.sonnenseite.com/Politik,Westerwelles+Amoklauf,95,a15111.html]Quelle[/URL])
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens

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    • Der FDP-Chef von NRW, Herr Pinkwart, sagte gestern der Rheinischen Post in einem Interview wörtlich:
      Wer arbeitsfähig ist, sollte auf staatliche Hilfe grundsätzlich nur Anspruch haben, wenn er auch zur Gegenleistung bereit ist.

      Was für eine gegenleistung? Wenn er zur Gegenleistung bereit ist, nutzt das gar nichts. Er braucht auch einen Arbeitsplatz dafür - keinen Aufstocker- oder Billiglohnjob! Und wenn er einen sozialversicherungspflichtigen und existenzsichernden Arbeitsplatz hat, dann hat er auf staatliche Hilfe keinen Anspruch mehr...

      Pinkwarts Hetze zeigt deutlich, was von Anfang an das Konzept von Hartz IV war: Löhne zu drücken und ein Millionenheer an Sklaven zur Verfügung zu haben, das man zu wirklich jedem Drecksjob ohne Bezahlung erpressen kann. Der Gipfel der Unverschämtheit ist, die Opfer dieser asozialen Politik dann auch noch als Schuldige an leeren Sozialkassen und sinkendem Lebensstandard der Mittelschicht zu diffamieren, während die Oberschicht sich immer ungenierter die Taschen vollstopft.

      Und das beunruhigt mich zutiefst. Geht diese Hetze, diese Demütigung von Millionen Menschen jetzt bis zur NRW-Wahl so weiter?
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens

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    • Original von Orthogräfin
      Der FDP-Chef von NRW, Herr Pinkwart, sagte gestern der Rheinischen Post in einem Interview wörtlich:
      Wer arbeitsfähig ist, sollte auf staatliche Hilfe grundsätzlich nur Anspruch haben, wenn er auch zur Gegenleistung bereit ist.

      Was für eine gegenleistung? Wenn er zur Gegenleistung bereit ist, nutzt das gar nichts. Er braucht auch einen Arbeitsplatz dafür - keinen Aufstocker- oder Billiglohnjob! Und wenn er einen sozialversicherungspflichtigen und existenzsichernden Arbeitsplatz hat, dann hat er auf staatliche Hilfe keinen Anspruch mehr...

      Pinkwarts Hetze zeigt deutlich,


      Du verdrehst seine Aussage. Es geht schlicht um die Anwendung bisheriger Regelungen. Wer einen zumutbaren Job ablehnt soll eben entsprechend sanktioniert werden. Das zielt auf die bei Hartz 4 eben auch vorhandene Arno Dübel (oder so) Fraktion.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Du verdrehst seine Aussage.

      Das sehe ich nicht so.

      Es geht schlicht um die Anwendung bisheriger Regelungen. Wer einen zumutbaren Job ablehnt soll eben entsprechend sanktioniert werden.

      Die Regelungen werden bereits angewendet - eine Statistik dazu habe ich hier bereits verlinkt. Und wenn die Argen nicht mehr sanktionieren, dann liegt das vielleicht daran, daß es einfach nicht so viele Drückeberger gibt, wie man uns das immer weismachen will? Oder es gibt noch nicht einmal genug Jobs (zumutbar oder nicht), die man den "Drückebergern" anbieten kann?

      Das zielt auf die bei Hartz 4 eben auch vorhandene Arno Dübel (oder so) Fraktion.

      Gibt dir die Causa Dübel eigentlich nicht zu denken?
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Original von Orthogräfin
      Gibt dir die Causa Dübel eigentlich nicht zu denken?


      Ehrlich gesagt nein. Ich habe dienstlich gegenwärtig etwas mit dem Klientel zu tun und weiß zu gut, dass Dübel vielleicht exponiert und ein Extremfall ist aber das viele sich mit Hartz IV wunderbar eingelebt haben und keinen Nerv auf Arbeit haben ist so.
      Das ist nicht die Mehrheit, aber so einen Einzelfall stellt der Typ nicht dar, der Rest ist nur nicht so doof das so laut zu sagen...
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin