Transrapid - (wie) geht es weiter?

    • Transrapid - (wie) geht es weiter?

      spiegel.de/panorama/0,1518,438640,00.html

      Habe ich das richtig gelesen - proben die da seit mehr als zwanzig Jahren? :O

      Was mir - unabhängig von dem heutigen Unglück - völlig unklar ist, ist folgendes: der Transrapid wird nie in einem konventionellen Bahnhof halten können - und falls doch, dann wären dazu aufwendige und kostenintensive Umbauarbeiten nötig, und zwar deutschlandweit. Und das wären lediglich die Haltepunkte, die Schienen kommen ja noch dazu.

      Wenn es so sehr auf Geschwindigkeit ankommt, warum steigt man dann nicht einfach in ein Flugzeug?
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Klar das Zeug wird doch nach China verkauft, da muss man weiter entwickeln und natürlich auch ein paar Tourismusfahrten einschieben.

      Wenn man sagen kann, man hat den schnellsten Zug, wird man von anderen evtl. bewundert.
      Believe in the future. If you do, spring will come.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mtc ()

    • Weil der Transrapid billiger ist als neue Flughäfen... :D

      Die Magnetschwebetechnik ist schon praktisch altbewährt, nur gibt es hier noch immer Gerangel um die Strecken. Vor Jahren war geplant, Hamburg mit Berlin zu verbinden, dann merkte man das es Geld kostet.
      Ich war damals auf Klassenfahrt im Emsland und wir haben uns auch die Transrapidstrecke angesehen, eine faszinierende Technik.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Sie haben richtig gehört, liebe Gräfin, der Transrapid fährt (oder traurierweise fuhr?) schon seit über zwanzig Jahren. Ich wohne gut 15 km von der Teststrecke entfernt und fahre da häufiger vorbei, bin auch selbst mal im Transrapid mitgefahren. Beeindruckend - wenngleich der Ausdruck nach dem Unglück etwas unpassend klingt.

      So wie sich nach meiner Kenntnis die Sachlage darstellt, hat das Unglück mit der dem Transrapid zugrunde liegenden Technik wohl nichts zu tun. Es wird eher das Problem sein, daß man auf der Teststrecke die Gefahr völlig unterschätzt hat, daß ein anderes Gefährt auf der Strecke sein könnte. Eine Art Blockstellenbetrieb wie bei der Bundesbahn hätte das Desaster m. E. wohl vermeiden können. Da nur ein Zug dort existiert(e)/verkehrt(e) (Transrapid 08 ) hat man vielleicht geglaubt, es ist im Prinzip kein weiterer Zug da, der auffahren kann oder auf den aufgefahren werden kann und auf solche Sicherheitstechnik verzichtet... Keine Ahnung.

      Meines Wissens ist die Bugstruktur des Zuges auch für Kollisionen mit Bäumen oder Steinen, die auf dem Fahrweg liegen, konstruiert. Zumindest soll der Nachfolger TR 09 mit Steinen um 50 kg und Aufprall mit ca. 500km/h "klarkommen". Es entzieht sich aber meiner Kenntnis, wie so etwas physikalisch zu bewerkstelligen ist.

      Ich bin - wie die ganze Gegend hier - jedenfalls schwer geschockt.
      Fernsehen ist der Beweis dafür, daß der Gehirntod
      nicht das Ende des Lebens ist.

      :O :O
      Aus dem Programm "Perlen vor die Säue" des Dresdner Kabaretts Herkuleskeule

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Doktor_Faustus ()

    • Heute hieß es wieder, daß der Transrapid erst losfahren sollte, wenn der Wekstattwagen "an seinem Platz" ist. Es stellt sich die Frage, wie dieser Zustand überprüft wurde? Wurde er elektromechanisch überprüft oder auf Sicht?

      Es könnte sein, daß man durch Blick aus dem Fenster des Kontrollzentrums sehen konnte, ob der Werkstattwagen "an seinem Platz" war denn schließlich gab es wohl nur diese zwei Gefährte und da hat man sich vielleicht keine Mühe mit einer aufwendigen Kontroll-Technik gemacht.

      Jedenfalls hat die Kontrolle dieser wichtigen Bedingung nicht funktioniert. Eigentlich ein geradezu läppischer Fehler.

      So toll wie die Magnet-Technik ist, scheint sie doch zu teuer zu sein. Selbst über die Strecke in China hieß es, daß sie nicht ausgelastet und ein Verlust sei.

      Joei

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    • Antriebstechnik der Zukunft, Sicherheitstechnik auf Dritte-Welt Standard.

      spiegel.de/panorama/0,1518,440146,00.html

      Manchmal habe ich den Eindruck, die Bahnbetreiber geniessen völlige Narrenfreiheit. Jeder Autofahrer soll innerhalb seiner Sichtweite zum Stehen kommen können, ein ICE darf dagegen mehr oder weniger im Blindflug unterwegs sein. Wann wird die Bahn gezwungen, hier einmal technische Maßnahmen zu ergreifen? Vermutlich gar nicht, denn während der Bürger ja gefälligst unbegrenzt Geld zu haben hat, sieht die Öffentliche Hand es für sich selbst immer als gerechtfertigt an, bei knapper Kasse an der Sicherheit zu sparen. Diese Mentalität hat hier beim Transrapid offensichtlich auch ihren Niederschlag gefunden. Von einer Teststrecke kann ja nicht ernsthaft die Rede sein, wenn dort über Jahre hinweg Hinz und Kunz transportiert werden.

      Gruß
      Kim
    • Bundeswirtschaftsminister Michael Glos will derweil auch nach dem Unfall der Magnetschwebebahn an der Transrapid-Technik festhalten. "Der Transrapid bleibt trotz des furchtbaren Unglücks eine technologische Innovation, die in China ausgezeichnet und reibungslos funktioniert", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag" ([URL=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,440146,00.html]Quelle[/URL]).

      Das deutsche Hochtechnologie-Vorzeigeprojekt wurde offenbar mit Hilfe von Geräten aus der Technik-Steinzeit überwacht - zumindest auf der Teststrecke im Emsland. [...] Wenn Retemeyer über die Aufzeichnung des Funkverkehrs in der Transrapid-Leitstelle spricht, hört es sich nach Technik aus den siebziger Jahren an - wie alt die Geräte tatsächlich sind, darüber schweigt die Staatsanwaltschaft. Die Kassette mit dem Funkverkehr der Transrapid-Teststrecke wurde offenbar nicht nur unzählige Male überspielt. Das Aufnahmegerät suchte sich außerdem bei jedem neuen Funkkontakt zwischen Leitstelle und Transrapid eine neue freie Tonspur. Weil es davon insgesamt acht gibt, stellt sich nun ein gigantisches Problem: Um nachzuvollziehen, wer wann mit wem gesprochen hat, müssen die Ermittler ein Puzzle aus Satzfetzen, undeutlichem Stimmengewirr und kurzen Anweisungen zusammenfügen. Auf Anhieb ist die Kommunikation nicht zu entschlüsseln ([URL=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,439302,00.html]Quelle[/URL]).


      Innovative Hochtechnologie, Herr Glos?

      Kim, da gebe ich Ihnen schon recht - ich selbst saß schon in vollen ICEs, die über weite Strecken 260 und mehr Stundenkilometer "draufhatten". Kein sehr angenehmes Gefühl, wenn da an der Sicherheit gespart wird - und eine nicht auszudenkende Katastrophe, wenn da wirklich mal was passiert!
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens