Die Masern und die Impfpflicht

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    • Sollte es eine gesetzliche Impfpflicht geben? 14
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        Ja, unbedingt! (10) 71%
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        Nein, das sollten die Eltern allein entscheiden. (4) 29%
      3.  
        Ich habe keine Meinung dazu. (0) 0%
      Angesichts des Masern-Ausbruchs in Nordrhein-Westfalen fordert der Kinder- und Jugendärzteverband zum wiederholten Male eine Impfpflicht gegen Masern, Röteln, Mumps und andere übertragbare Krankheiten (Quelle).

      Im Jahr 2004 starben weltweit etwa eine halbe Million Menschen an Masern, dennoch soll diese Krankheit bis zum Jahr 2010 ausgerottet sein (dann müßten 95% der Bevölkerung geimpft sein). In der DDR war nach Angaben des Robert-Koch-Instituts die Impfung gegen Masern von 1970 bis 1989 Pflicht, und auch heute noch ist die Masernrate in den neuen Bundesländern relativ niedrig (Quelle).

      In Europa hätten beispielsweise Tschechien, die Slowakei, Finnland und Ungarn durch konsequente Impfung die Masern überwunden, sagte Meinrad Koch vom Robert-Koch-Institut Berlin. Die DDR hatte die letzten Fälle 1989*. In der Bundesrepublik werden jedoch jährlich 50 000 bis 60 000 Masern-Fälle registriert. "Jedes tausendste Kind stirbt daran", warnte Koch (Quelle).
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      Ich halte die Wiedereinführung der Impfpflicht für richtig, weil der Erfolg meiner Ansicht nach eindeutig nachgewiesen ist. Sicher gibt es Menschen, die mit Impfungen schlechte Erfahrungen gemacht haben, aber ich vermute, bei den meisten nicht geimpften Menschen liegt die Ursache in religiösen/esoterischen Gründen oder aber einfach in ihrer Bequemlichkeit.

      Mich würde nun zum einen interessieren, wie ihr über eine generelle Impfpflicht denkt, und zum zweiten, ob ihr selbst euch regelmäßig impfen laßt. Habt ihr eigentlich einen Impfausweis?

      Ich lasse mich gegen fast alles impfen - früher haben meine Eltern dafür gesorgt, daß ich alle Impfungen bekomme, und heute tue ich das selbst. Diphtherie, Tetanus, Borreliose... nur Grippeschutzimpfungen versäume ich gelegentlich - vor allem deshalb, weil man sich ja nicht impfen lassen soll, wenn man erkältet ist.

      Zum Impfen kann man sich übrigens auch hier belesen. ;)



      * Die DDR bestand bis zum 2.10.1990, inwieweit im Jahr 1990 statistische Erhebungen gemacht wurden, weiß ich nicht.
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?
      Charles Dickens
    • Impflicht ist was gutes, jedoch sollte man bedenken das alles was zur Pflicht gemacht wird auch entsprechend Finanziert werden muss.

      Es gibt neben den Masern noch viele andere Krankheiten die dann auch zur Pflicht gemacht werden sollten / müssen.

      In Anbetracht der dadurch entstehenden Kosten frage ich mich wer das Bezahlen soll?
      Das derzeit gängige Modell der Krankenkasse wird dies ohne massive Preiserhöhung nicht schaffen / schaffen wollen.
      Die großen Konzerne werden sich hier auch nicht sehr Sozial zeigen und die Kosten mit einem satten Gewinn auf den Verbraucher umlegen.

      Oder es muss an anderer Stelle gespart werden, wer verzichtet dann freiwillig auf eine Leistung bzw bezahlt diese aus eigener Tasche?

      Wird eine andere Leistung zugunsten der Impfung gestrichen, kann es sein das deshalb auch jeder tausendste stirbt.
      Die Verantwortung bleibt die gleiche.

      Das Thema ist gar nicht so einfach wie es aussieht.
      Der Reichtum gleicht dem Seewasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man. (Schopenhauer, Arthur)
    • Ich bin auch der Meinung wenn der Erfolg erwiesen ist sollte man so etwas einführen.
      Aber ich bin auch Klapo,s Meihnung wenns denn um die Kosten geht wird das Geschrei wieder groß sein. Wenn dann am Ende dabei rauskommt und man soll es selbst bezahlen werden die Sozial schwächeren es nicht tun ob Plicht oder nicht
      und eine Zwangsimpfung wirds denn wohl nicht geben, oder.

      Ich selbst bin nur gegen Tetanus geimft, die Kinderkrankheiten die für Erwachsene gefährlich sind hatte ich schon.
      8) und immer nett und freundlich bleiben ;)
    • Original von Klapo
      In Anbetracht der dadurch entstehenden Kosten frage ich mich wer das Bezahlen soll?
      Das derzeit gängige Modell der Krankenkasse wird dies ohne massive Preiserhöhung nicht schaffen / schaffen wollen.
      Die großen Konzerne werden sich hier auch nicht sehr Sozial zeigen und die Kosten mit einem satten Gewinn auf den Verbraucher umlegen.


      Wieviele Menschen kann man wohl vorsorglich einmal impfen wenn man dadurch die Behandlungskosten von 60000 Erkrankten jährlich spart? ;)
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Den ganzen Kinderkrankheitenkram habe ich damals bekommen. Meine letzten Impfungen sind aber auch aus Ende 2000. Diphterie, Wundstarrkrampf und Polio laut Impfausweis.

      Ich bin aber gegen eine Impfpflicht. Wenn man zb. aus religiösen Gründen eine Behandlung ablehnen kann muss dieses auch für impfungen gelten. Esoterisches Gemurkse gehört da auch dazu. Es sollte dagegen mehr aufgeklärt, auf die Risiken der Krankheiten hingewiesen werden und auch Impfungen aktiv angeboten werden.
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      Benjamin Franklin
    • Original von Bugs
      Diese einfachen Fragen stellst du/wir, aber nicht diejenigen die es entscheiden müssen, weil auch bei solchen sachen denke ich wie Klapo schreibt möchten welche Profit machen.


      Die Pharmafirmen machen auch so Profit. Wahrscheinlich sogar mehr als vorher durch die Herstellung der Impfseren als durch behandelne Medikamente. Die Kosten entstehen doch erst durch die Behandlung zb. im Krankenhaus.

      Ich habe vor kurzem gehört das nur 10% der Kosten im Gesundheitswesen durch Medikamente entstehen.
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      Benjamin Franklin
    • Original von Bugs
      Das ist wohl wahr Fabian, aber Pficht bedeutet mehr Serum und noch mehr Gewinn.


      Und damit machen auch die Pharmafirmen Profit. Die dürften da also kaum was dagegen haben... ;)

      Man spart an der ganzen Krankenbehandlung und die Krankenhausärzte klagen ja auch ganz aktuell gegen die schlechten Arbeitsbedingungen.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Diphtherie, Tetanus, Borreliose...


      Gegen Borreliose gibt es keinen Impfstoff für Menschen, Orthogräfin. Soweit ich weiß gibt es einen für Hunde, aber den wirst Du Dir ja kaum spritzen lassen :D
      Vielleicht meinst Du die FSME, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird. Dagegen ist eine Impfung in den betroffenen Gebieten auf jeden Fall ratsam.

      Die Borreliose wird mit Erfolg relativ einfach mit Antibiotika behandelt, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Im späteren Erkrankungsstadium wird Antibiotika intravenös gegeben. Auch hier sind die Chancen auf Heilung recht gut, sofern man auf das jew. Medikament anspricht.
      Man muß nicht alles wissen - man muß nur wissen wo es steht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gissmo ()

    • "Ich bin aber gegen eine Impfpflicht. Wenn man zb. aus religiösen Gründen eine Behandlung ablehnen kann muss dieses auch für impfungen gelten."

      Der Vergleich hinkt etwas, lieber Herr Traumtänzer !

      Wenn ich (z.B.) meine Lungenentzündung nicht behandeln lasse oder eine Bluttransfusion ablehne, habe ich allein die Konsequenzen zu tragen. Seuchen zu verbreiten hat hingegen eine andere Qualität. Erst kürzlich ist in der Wetterau (Hessen) ein Mädchen nach jahrelangen Siechtum den Folgen einer Maserinfektion erlegen. Sie infizierte sich im Alter, in dem eine Impfung noch nicht möglich war. Dieser Fall wäre bei einer konsequenten Durchimpfung der Bevölkerung zu verhindern gewesen.
      Ohne Impflicht wären die Pocken wohl niemals ausgerottet worden. Masern befallen nur den Menschen. Diese Seuche kann somit wie die Pocken von dieser Welt getilgt werden. Ist dieses Ziel erst einmal erreicht, kann zukünftigen Generation die leidige Impfprozedur erspart werden.

      Von einer Aufklärung der Bevölkerung verspreche ich mir nicht sehr viel. Unserer verwahrlosten Jugend ist in weiten Teilen unbekannt, wie man sich mit Aids infizieren kann. Ich glaube nicht, daß bei dieser Bevölkerungsgruppe Aufmerksamkeit bei der Bekämpfung der Masern geweckt werden kann.
    • Auf den ersten Blick ist die Impfpflicht eine logische Sache. Wenn man aber gewohnt ist, scheinbare Selbstverständlichkeiten anzuzweifeln, kommt man ins Grübeln. :))

      Nicht daß eine Ablehnung vernünftig wäre; aber sie kann trotzdem der freie Wille sein.

      Wenn man die Gesellschaft nur nach Nützlichkeitserwägungen führt, verliert sie ohne Zweifel auch an Freiheit und die Bevormundung nimmt zu; wenn auch diese Bevormundung gegen die Uneinsichtigkeit gerichtet ist.

      Es ist ein Problem der Abwägung und Grenzziehung.

      Mir fällt da das Urteil der BVerfG ein, das neulich untersagt hat, Flugzeuge abzuschießen, von denen nach menschlichem Ermessen eine Terrorgefahr ausgehen könnte.

      Der Grundtenor war wohl, daß sich der erhoffte Erhalt menschlichen Lebens zahlenmäßig nicht gegen die vorsätzliche Opferung anderen menschlichen Lebens aufrechnen lassen darf.

      Die Frage im Impfstreit lautet also eigentlich, ob die Erträglichkeit einer Bevormundung schon überschritten ist beziehungsweise ob das Nützlichkeitsdenken zugunsten der Gesamtgesellschaft einen solchen Zwang rechtfertigt.

      Weitergedacht kann ich mir noch sehr viele Streitfragen vorstellen, bei denen Zwang scheinbar einen Vorteil für alle bedeutet aber eine Einschränkung der persönlichen Freiheit zur Folge hat.

      Wenn man bedenkt, wie die Gründe für solche Entscheidungen zusammengetragen werden, verstärken sich die Zweifel. Häufig genug wird auf irgendwelche Fachleute gehört, denen dann alle glauben ohne die Chance zu haben, den Sachgehalt überprüfen zu können.

      Vielleicht ist es im Falle der Masern noch eindeutig, aber ist es das auch in jedem anderen denkbaren Fall?

      Joei
    • @Onkel_J

      Ich stimme Dir zu. Die Pflicht führ nur zu einer weiteren Aufblähung des sowieso schon völlig ineffizienten Beamtenapparates.

      Nachdenken würde ich allerdings über Folgendes:

      Die Krankenkassen bieten die kostenlose Impfmöglichkeit an.

      Im Falle der Erkrankung zahlt der nicht geimpfte selber die Krankheitskosten - bei Kindern die Eltern.

      So würde ich es bei ganz vielen so genannten Pflichten halten - das spart Bürokratie und das Nachdenken über Sanktionen.
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      Descartes sagte: "Ich denke, also bin ich."
      Und seit TikTok WISSEN wir: Es geht auch so.
    • Es geht hier auch nicht in erster Linie und den Schutz des Einzelnen, sondern der Bevölkerung. Der Staat befiehlt mir beim Fahren eines Motorrades eines Helm zu tragen. Mit welchem Recht ? Ist es nicht meine Sache, wenn ich mir den Schädel einfahren möchte ?

      Bei Krankheiten soll der Einzelne nun selbst entscheiden dürfen, ob er durch eine Infektion die Seuche weiter verbreitet.

      Nur mal so am Rande: die Masern sind kein harmloser Schnupfen. Jedes Jahr sterben weltweit 100000 Kinder an den Masern. Dabei sind die Fälle, in denen Erwachsene betroffen sind oder aber die Krankheit mit schwersten Spätfolgen überlebt wird, gar nicht eingerechnet.

      g-netz.de/Gesundheit_A-Z/Index_I-N/Masern/masern.shtml
    • Original von sarazena


      So würde ich es bei ganz vielen so genannten Pflichten halten - das spart Bürokratie und das Nachdenken über Sanktionen.


      Wenn das dein Ernst ist, dann Prost Mahltzeit. Haben wir nicht schon genug "arme Scheine"
      8) und immer nett und freundlich bleiben ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bugs ()