Warnstreik in München

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    • Original von Orthogräfin
      Schade eigentlich.


      Haha, das musste so kommen, eine Frau aus [West] Baden Württemberg und eine Frau aus [Ost] Sachsen.
      Das steht nicht repräsentativ für die Meinung West-Ost aber da ich viele Kollegen aus der ehemaligen DDR habe, weiß ich, das deren Positionen sich eher mit denen der Gräfin decken.
      Ich komme aus der Mitte [Berlin (West)] und müsste jetzt eigentlich liberal [FDP] denken.
      Soweit zum Thema deutsche Einheit! :D

      Original von Onkel_J
      Man kann ja auch mal umgekehrt argumentieren. Die Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst sind in ihren Streikrechten eingeschränkt, weil die Öffentlichkeit durch einen Streik zu sehr belastet wird.


      Ich bin seit Jahren im Dienstleistungssektor tätig und würde sicher keinem Streik beitreten, der unseren Kunden Schaden und Unannehmlichkeiten bereiten würde.
      Die Ausnahme wäre Massenentlassungen aufgrund zu hoher Gewinnerwartung seitens der Gesellschafter!
      Diese Einstellung ist ein Teil des Dienstleistungsgedankens.
      Der Kunde hat das Recht, bereits gezahlte Leistungen (in dem konkreten Fall Monats- und Wochenkarten) uneingeschränkt in Anspruch zu nehmen.
      Kundenorientierung und Servicebereitschaft haben auf jeden Fall Vorrang vor den eigenen Interessen!!

      Original von Onkel_J
      Mir ist schon klar, dass das eigentlich nicht zum Thema passt. Aber ich explodiere wirklich bald. Ich habe gerade den Schwätzer Müntefering im Radio gehört:

      "Wir haben hunderttausende aus der Sozialhilfe geholt und werden sie nun wieder an die Arbeit heranführen"

      Kurze Gedenkpause ............................................


      Explodier doch, was willst du ändern? Das wird nie ein Politiker aussprechen [Wahlkampf- oder sonst welche Strategien] aber Fakt ist, die Looser von gestern werden auch Morgen noch vor Karstadt Gitarre spielen, wohingegen die Politik jetzt aus wirklich triftigen Gründen auf den Morgen ausgerichtet ist.
      Wir treten als Europäische Gemeinschaft gegen die kommende Weltmacht China an, einem Land mit 400.000.000 Arbeitslosen in dem trotzdem nahezu ein jeder mit dem Gedanken beseelt ist, eines Tages wieder die Weltherrschaft zu übernehmen, und sei es für 4,50 € Stundenlohn.
      Wie soll man denn reagieren, mit dem Blick auf die 3 in der Schlange vor dir, wenn 120 hinter dir stehen und dich mit allen Mitteln überholen wollen?
      Joei so wie du würde heute nur noch Herbert Wehner daherquatschen, so wie die gegenwärtige Politik, eben völlig an der aktuellen Zeit vorbei! :ätsch:
      Büchermäßig bin ich nicht so lesetechnisch unterwegs!

      Cora Schumacher

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tomex090 ()

    • Nene Tom, das haut nicht ganz hin. Ich komme auch aus dem Osten, bin damals durch Ausbildung und Umgang eher in der damaligen werdenden Kaderabteilung einzuordnen, aber auch ich habe inzwischen erkannt, daß es nicht die Pflicht der Arbeitgeber ist, Arbeitsplätze zu stellen, sondern daß sie Gewinne einfahren wollen und daß das gerade in der heutigen Zeit und da verweise ich ebenso auf China, extrem schwierig ist.
      Zumal wenn ich Arbeitsplätze stellen müßte, um mein Geschäft am laufen zu halten und dann diverse Ansichten hier höre, ich machen würde, daß ich ins Ausland komme, aber ganz fix. Sollen die hier doch gut leben und ihren gehobenen Standard wahren. Das dürfen sie auch, wenn sie es können.
      Aber können sie es und können sie es sich wirklich leisten? :zlücke:
    • Ein Wirtschaftssystem hat den Sinn, die Bedürfnisse der Gesamtgesellschaft zu befriedigen. Wenn es das nicht schafft, gehört es abgeschafft oder geändert. Mit Sicherheit ist es nicht die Plattform für wenige, sich hier reich zu machen und dann mit den Koffern voller Geld zu verswchwinden.

      aber Fakt ist, die Looser von gestern werden auch Morgen noch vor Karstadt Gitarre spielen,

      Na da sind wir ja wieder bei der beliebten Klassifizierung der Arbeitslosen angelangt. Ziemlich unpolitisch.

      wohingegen die Politik jetzt aus wirklich triftigen Gründen auf den Morgen ausgerichtet ist.

      ...indem sie große Teile der Gesellschaft mit Armut bestraft.

      Wir treten als Europäische Gemeinschaft gegen die kommende Weltmacht China an, einem Land mit 400.000.000 Arbeitslosen in dem trotzdem nahezu ein jeder mit dem Gedanken beseelt ist, eines Tages wieder die Weltherrschaft zu übernehmen, und sei es für 4,50 € Stundenlohn.

      Von 4,50 € Stundenlohn sind die Chinesen aber weit entfernt. Das würden bei uns sogar die AL-II Empfänger gerne nehmen. Allerdings würde unser System bei solchen Stundenlöhnen in kürzester Zeit zusammenbrechen, weil alle vorhandenen Strukturen nicht mehr finanzierbar wären.

      Joei so wie du würde heute nur noch Herbert Wehner daherquatschen, so wie die gegenwärtige Politik, eben völlig an der aktuellen Zeit vorbei!

      Die aktuelle Zeit? Was ist denn die aktuelle Zeit? Kann man die irgendwie in ihren wesentlichen Zügen beschreiben? Das ist wohl wieder die Zeit der Ausbeutung und insofern die Zeit der vergangenen Jahrhunderte.


      CB,
      es geht auch nicht für die Arbeitgeber darum, Arbeitsplätze schaffen zu müssen. Das ist nicht die Aufgabe der Arbeitgeber. Auch die Politik kann das nicht durch einfachen Beschluß.

      Wenn ich aber höre, daß immer mehr Leute 50-60 Stunden arbeiten, frage ich mal, ob diese Entwicklung etwas mit der Massenarbeitslosigkeit zu tun hat und die Politik nicht verpflichtet ist, diesen Trend zu unterbinden.

      Ansonsten wird dieses System langsam zum Raubtiersystem der Menschen untereinander.
    • Original von Orthogräfin
      Die 35-Stunden-Woche wurde zu einer Zeit eingeführt, als es der Wirtschaft ausgesprochen gut ging



      Da war doch was? Ach ja die IG Metall wollte doch erst vor 2 Jahren die 35 Stunden Woche im Osten einführen und hat dafür auch fleißig gestreikt.




      Das war übrigens der Moment wo ich das erste mal dachte das die von der Gewerkschaft nicht mehr alle Tassen im Schrank haben und für wen die eigentlich eintreten...
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Original von tomex090

      Ich komme aus der Mitte [Berlin (West)] und müsste jetzt eigentlich liberal [FDP] denken.



      Das tust du bereits :evil:



      Bevor ich jetzt dem Drang nachgebe, Marx´ Kapital bei Amazon zu bestellen, werfe ich mal die Frage in die illustre Runde:
      Was kommt danach ? Welches Gesellschafts- bzw Wirtschaftssystem wird uns in weiter Zukunft beschert sein ?
      Weil: So wie es zur Zeit läuft, geht es nicht unbegrenzt weiter. Irgendwann hat der Turbo-Kapitalismus den Ast auf dem er sitzt abgesägt. Und dann ?


      TT, Streiks dienen dazu den Forderungen der Arbeitnehmer Nachdruck zu verleihen. Ein Aufmerksam machen der Öffentlichkeit ist allenfalls sekundär und im Dienstleistungsektor für die Katz. Man wird als Streikender in aller Regel nur angepöbelt.


      Cosgan,

      Die Tarifverhandlungen in der Vergangenheit liefen nach einem bestimmten Ritual ab. (Das weißt Du dach sicher auch)Die eine Seite stellte total überzogene Forderungen und die andere Seite gab gradezu lächerliche (wenn überhaupt) Angebote ab.
      Nach einigem HickHack und manchmal auch Streik, einigte man sich auf einen für alle erträglichen Tarif. Alle waren mehr oder weniger glücklich, die Arbeitnehmer hatten Netto 12,50€/DM mehr im Monat und der Betrieb machte weiterhin ordentlich Umsatz und Gewinne. Die Gattin vom Boss konnte weiterhin Mercedes fahren und der Erwerb der Yacht für das Ferienhaus auf Marbella war trotzdem gesichert. (es sei ihnen gegönnt !)
      Der Arbeitnehmer hatte ein paar €uro mehr auf der Tasche und gab sie fröhlich aus und stärkte den Binnenmarkt.
      Letztlich profitierten allen davon. Es ist schlicht falsch, die Gewerkschaften und Arbeitnehmer für die heutige Situation Verantwortlich zu machen.
      "Zicke Zacke Hühnerkacke"

      Dickie Hoppenstedt
    • Damit hier keine Zweifel aufkommen, ich heiße das nicht gut, aber das ist ein Teil der Realität, die uns in sehr naher Zukunft einholen wird. Ich habe nur eigentlich keine Lust die Augen davor zu verschließen, wir werden alle unseren Sessel räumen müssen zugunsten jener sie jetzt noch hungrig sind.

      Original von Onkel_J

      Von 4,50 € Stundenlohn sind die Chinesen aber weit entfernt. Das würden bei uns sogar die AL-II Empfänger gerne nehmen. Allerdings würde unser System bei solchen Stundenlöhnen in kürzester Zeit zusammenbrechen, weil alle vorhandenen Strukturen nicht mehr finanzierbar wären.


      Ich meinte in diesem Fall die über 400.000 Studienabgänge im Ingenieurswesen, die die Chinesischen Universitäten jährlich verlassen, schwer da gegenanzustinken oder?


      Um einen gelungenen Lebens-Weltstandart herzustellen bedarf es einer funktionierenden Weltgemeinschaft, und wir kriegen ja nicht einmal eine deutsche Einheit hin.
      Büchermäßig bin ich nicht so lesetechnisch unterwegs!

      Cora Schumacher
    • @ Friedhelm,

      ich gehe mal davon aus, Du meinst nach dem Zusammenbruch dieses Systems?

      Wenn man denn die Kraft und Intelligenz finden würde, die Fehler dieses Systems zu analysieren, müßte man nicht fragen, wie einzelne Personen am schnellsten reich werden sondern wie man möglichst viele Menschen vor dem Hungertod bewahren könnte.

      Es herrscht in unserer gegenwärtigen Wirtschaftsphilosophie die Meinung vor, daß Reiche auch die Leistungsträger seien. Das ist nicht der Fall. Reiche, die ohne Rücksicht auf die Menschen lediglich nur noch reicher und damit mächtiger werden wollen, sind krank.

      Mehr Wohlstand sollte in Zukunft denen zustehen, die erfolgreich die Armut auf der Welt bekämpfen und die verhindern helfen, daß Wohlstandsunterschiede zu neuen Kriegen führen.

      Das gegenwärtig der Wirtschaftsordnung immanente Wertesystem muß abgeschafft und durch ein humanes System ersetzt werden.

      Wenn dieses System funktioniert, werden wir wahrscheinlich überrascht feststellen, daß diejenigen, die wir für ihre erfolgreiche Arbeit großzügig entlohnen wollen, keinen Wert auf außergewöhnliche Entlohnung legen. :D
    • Cosgan, München liegt zwar weit im Süden aber nicht in Österreich, und vor einiger Zeit wurde die sog. Kleindeutsche Lösung gewählt, deren Durchsetzung auch der Wahnsinnige, der zwischen 1933 und 1945 regiert hat, nicht aufzuhalten vermochte. Insofern frage ich mich, warum du hier mit österreichischen Tarifverträgen argumentierst.

      Im übrigen finde ich es sehr fürsorglich, daß sich hier die ganzen Rostocker, Berliner und dergleichen um das Wohl der Münchner sorgen, danke dafür. Aber ich kann euch beruhigen, die Zustände hier sind nicht mit denen in New Orleans zu vergleichen, Spendenaktionen nicht nötig.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wonderland ()

    • Original von Onkel_J
      Als erstes möchte ich mal für die neue Weltordnung nur einen einzigen aber umso revolutionäreren Vorschlag machen: :D


      Und das stört mich eigentlich (aber nicht nur bei dir 8) ). Ich höre ständig, was alles falsch ist. Aber keiner von denen, die lamentieren, sagen, wie es denn funktionieren soll.

      Jede Firma, die Waren in ein anderes Land exportieren will, ist verpflichtet, an ihre Arbeitnehmer dieselben Löhne zu zahlen, die im Empfängerland der Produkte gezahlt werden.


      Wahrscheinlich habe ich den Hintersinn nicht verstanden, das schreibe ich dann meiner immer noch schlechten Laune zu, aber hieße das dann, z. B. Volkswagen zahlt den Wolfsburger Mitarbeitern dann z. B. Tschechische Löhne? :))

      @Wonderland

      Gut, dass du mir nicht dankst. Ich sorge mich nämlich nicht um dich. :ätsch:
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.
    • Wahrscheinlich habe ich den Hintersinn nicht verstanden, das schreibe ich dann meiner immer noch schlechten Laune zu, aber hieße das dann, z. B. Volkswagen zahlt den Wolfsburger Mitarbeitern dann z. B. Tschechische Löhne?

      Nein. Das heißt, daß sich die Tschechen ihre Autos gefälligst selbst bauen sollen. ;)
      Mit anderen Worten: ich halte nichts von der Globalisierung der Märkte, weil sie den Menschen in der Region nichts nutzen.

      Und das stört mich eigentlich (aber nicht nur bei dir). Ich höre ständig, was alles falsch ist. Aber keiner von denen, die lamentieren, sagen, wie es denn funktionieren soll.


      Das habe ich in groben Zügen schon häufiger beschrieben. Aber hier mal ein wichtiger Bereich:

      Das Kapital bewegt sich global nahezu ohne irgendwelche gesetzlichen Einschränkungen. Es gibt kaum internationale Vorschriften oder etwa einen internationalen Gerichtshof. das wäre aber Vorbedingung dafür, daß das Kapital den Menschen dient und nicht sich selbst. Darin sehe ich eines der Grundübel unserer Zeit.

      Außerdem habe ich mich auch schon zu einer anderen grundsätzlichen gesellschaftlichen Frage mehrfach geäußert. Zur gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bei der Lösung gesamtgesellschaftlicher Probleme. In diesem Fall Massenarbeitslosigkeit. Sie ist kein individuelles Problem sondern ein gesamtgesellschaftliches. Also muß Arbeit solange einigermaßen gerecht verteilt werden, wie sie eine Mangelware ist.

      Aber ich kenne bereits die stereotypen Antworten auf derartige Vorschläge. Sie werden aus der Logik der kapitalistischen Wirtschaft gegeben und fangen meistens damit an "Das geht nicht, weil ....... Und dann werden die kapitalistischen Grundgesetze zitiert, die angeblich nicht zu ändern sind.
    • "Das geht nicht, weil..."

      Fürchterlich. Ich hasse das auch. Wenn ich im Betrieb mit meinen Leuten irgendetwas bespreche, wird auch ständig nach Punkten gesucht warum etwas nicht funktioniert. Aber keine Socke versucht auch nur mal zu überlegen, wie man es machen könnte. Grauenhaft. Und von denen hängt demnächst mein Weihnachtsgeld ab. X( :mecker:

      Aber zu deinen Vorschlägen:

      Sind mir zu schwammig und zu pauschal. Wie soll das funktionieren, die "Arbeit gerecht zu verteilen?"

      Wie willst du international gültige Vorschriften (gräßlich, noch mehr Gesetze) hinbekommen? So wie das Kyoto-Protokoll? :zlücke:
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.
    • Schwammig? Ich will ja keine Gesetzestexte formulieren. Es geht insgesamt darum, die Interessen zwischen Kapital und Arbeit auszugleichen.

      Mit der Arbeitslosigkeit ist das sehr einfach. Die gesetzliche Arbeitszeit wird auf 35 Stunden festgelegt. Sonderregelungen gibt es nur dann, wenn nachweislich eine Fachkraft nicht zu finden ist.

      Der freie Kapitalverkehr wird abgeschafft und jeder Staat entscheidet, wieviel ausländisches Kapital ins Land kommen darf. Renditen werden in ein Verhältnis zur Gesamtlohnsumme eines Unternehmens gesetzt. Verkäufe von Anteilen unterliegen gesetzlichen Regelungen.
    • Joei, eigentlich gefiel mir deine Argumentation immer ganz gut, auch wenn ich nicht immer deiner Meinung war.

      Aber das was du jetzt schriebst, ist für mich keine groß andere Sache als der Sozialismus/Kommunismus was auch immer. Und damit kann ich mich nicht identifizieren.
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.