Was man gelesen haben sollte.

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    • Einspruch. Aus mehreren Gründen.

      1. Wer ein Wörterbuch benutzt, schlägt eine Vokabel nach. EINE. Mit einem Smartphone scannst du einen kompletten Text ein und die App spuckt die Übersetzung aus. So erlernt man heutzutage Sprachen?

      2. Darf man vielleicht bei der Prüfung ein Smartphone einsetzen? Das zählt bisher als Betrugsversuch...

      3. Die Bundesbildungsministerin sagt, dass "es indes ein paar Regeln" brauche. Tja, wenn die lieben Kleinen es mal gelernt hätten, sich an Regeln zu halten, dann brauchte man kein Handyverbot in der Schule! Wie naiv ist die Frau? Und was machen Schüler, die - aus welchen Gründen auch immer - kein Smartphone besitzen?

      Die Dame erwähnt mit keinem Wort, wie man diese Regeln durchsetzen soll - kein Wunder, sie hat ja auch noch nie vor einer Klasse mit 20 bis 30 Schülern gestanden, von denen etliche keine Lust haben, verantwortungsvoll mit ihrem Smarphone umzugehen.
      Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut.
      Wilhelm Busch
    • Orthogräfin schrieb:

      Einspruch. Aus mehreren Gründen.

      1. Wer ein Wörterbuch benutzt, schlägt eine Vokabel nach. EINE. Mit einem Smartphone scannst du einen kompletten Text ein und die App spuckt die Übersetzung aus. So erlernt man heutzutage Sprachen?
      Und da erschöpft sich das Wörterbuch schon. Eine App liefert Anwendungsbeispiele, Sprachvorlagen, die Chance nachgeschlagene und damit unbekannte Wörter als Karteikarten zum lernen abzuspeichern, etc., etc.
      Nein Sprachen lernt man durchs anwenden, durchs hören und vor allem sprechen. Stures übersetzen eines Texts hat wenig damit zu tun eine Sprache zu lernen, wo liegt der Lernerfolg dabei?


      2. Darf man vielleicht bei der Prüfung ein Smartphone einsetzen? Das zählt bisher als Betrugsversuch...

      Das man Smartphone und Tablet als Unterrichtsmaterialien nutzt heißt nicht, dass dann auf einmal alles geht... Wenn es zukünftig bei einer Prüfung heißt, kein Smartphone heißt es kein Smartphone. Das ist wie "früher" wenn es im Englischunterricht je nach situation erlaubt war ein Wörterbuch zu benutzen - oder eben nicht.
      Dazu kommt, dass auch die Lehrer sich umstellen müssen, wenn Dank Netz und Wolke sämtliches Faktenwissen nur einen Wisch entfernt ist, muss der Fokus der Fragestellung auf der Anwendung und Reflexion dieses Wissens liegen und nicht auf der Kenntnis des reinen Fakts. Sprich Lehrer sind verantwortlich dafür die Fragestellung so zu gestalten, dass man schwer betrügen kann, was aber zusätzliche Arbeit ist.


      3. Die Bundesbildungsministerin sagt, dass "es indes ein paar Regeln" brauche. Tja, wenn die lieben Kleinen es mal gelernt hätten, sich an Regeln zu halten, dann brauchte man kein Handyverbot in der Schule! Wie naiv ist die Frau? Und was machen Schüler, die - aus welchen Gründen auch immer - kein Smartphone besitzen?
      Das erste Argument schreit eigentlich danach Kinder mit Knebel und Zwangsjacke in die Klassenzimmer zu setzen, die hören ja eh nicht...

      Was ist mit Kindern, die kein Wörterbuch besitzen? Eltern geben jedes Jahr Unsummen für Schulbücher aus oder die Schulen stellen welche - schön wenn der Schüler dann einen knapp 10 Jahre alten Diercke Atlas bekommt. Solange die Schulen nicht sicherstellen können, dass jeder Schüler ein Tablet oder Smartphone hat oder durch die Schule gestellt bekommt, können sie eben nur in der Schule im Rahmen von Gruppenarbeiten eingesetzt werden.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Neu

      Eine Paradebeispiel über Narration und einer Geschichte einen Spin zu geben geistert gerade durch die deutschen Medien.

      tagesschau.de/kultur/spacey-film-101.html

      Der Film "Billionaires Boys Club" mit Kevin Spacey in einer tragenden Rolle hat am ersten Kinotag 126 Dollar eingespielt.

      "Billioniare Boys Club" wurde weder in Los Angeles noch in New York gezeigt.

      Das geistert gerade, mit Bezug auf eine Meldung im Hollywood Reporter durch sämtliche Medien - ich habe hier mal die Tagesschau raus gegriffen. Was quasi überall fehlt ist der Kontext.

      1. Der Film ist bereits seit Juli via iTunes erhältlich.-
      2. Jetzt folgte ein "Limited Release". Das bedeutet in dem Fall, dass der Film in den gesamten USA in insgesamt 10(!) Kinos gestartet ist - teilweise mit genau einer(!) Vorstellung. So ist die einzige Vorstellung überhaupt in Südkalifornien in Riverside gewesen - am Freitag um 9:30 Uhr vormittags.
      3. Es gab praktisch 0 Marketing und Werbung für den Kinostart.

      Grund für solch einen Limited Release können vertragliche Vereinbarungen sein den Film im Kino zu zeigen oder auch um die Voraussetzungen zu erfüllen um sich für Wettbewerbe oder Preise zu qualifizieren.

      Das sollte man vielleicht wissen, um das Einspielergebnis beurteilen zu können.

      Wenn man diesen Kontext nicht hat, kommt man zu Kommentaren wie diesem unter dem Artikel:

      Als ich das gelesen habe, dachte ich erst, dass da ein paar Nullen fehlen: Denn auch z. B. $126.000 wären ein echt mieser Start für einen Hollywood-Streifen.
      Um Kevin Spacey tut's mir nicht leid - wegen der Anschuldigungen; plus, er ist reich genug.
      Aber man sieht daran, wie so jemand alle seine Kollegen, all die Menschen, die mit ihm an einem Großprojekt wie diesem Film gearbeitet haben und nichts verschuldet haben, mit runterzieht.
      Und da sind mehr als genug Leute dabei, die nun mal keine Millionen auf der hohen Kante haben. Um die Leute tut's mir schon leid.



      PS: Eins der 10 Kinos war in Brooklyn - bekannterweise ein Stadtteil von New York - da lief er einmalig um 22 Uhr...
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin