Ernergiekrise im Anmarsch....

    • Die Vergütung für Solarstrom beträgt zur Zeit etwa 50 Ct pro kWh und sinkt bei Neuanlagen jährlich um 5%.

      Auch bei diesen Anlagen läßt sich trotz der hohen Subvention kaum eine Wirtschaftlichkeit herauskitzeln.

      1 kW(peak) 10 m2 kostet 5500,-- Euro
      KfW-Kredit 3% kostet 360,-- Euro pro Jahr (20 Jahre)
      850 kWh Jahresertrag macht 425,-- Euro

      Bleibt also noch nichtmal ein schlapper Hunni übrig
      ohne Reparatur etc.

      Joei

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Onkel_J ()


    • Wo bleibt denn nun die viel beschworene Innovationsförderung der Regierung? Oder ist sowas nicht genug hightechnikmäßig? Oder ist die Rohenergie einfach viel zu billig und würde das Marktgeschehen stören?

      Immerhin hätte man auch einen Großteil der ständig jammernden Landwirte vom Hals. Ostdeutschland könnte endlich wenn auch keine blühenden Landschaften so doch aber blühende Äcker sehen.


      Ähm, die blühenden Äcker gibt es doch längst. Raps soweit das Auge schaut. Hier wird bald nichts anderes mehr angebaut. Dabei ist das sogar nach dem Umweltbundesamt eigentlich Blödsinnig.

      Die andere Problematik hatte ich hier bereits angesprochen. In Brasilien wird der Regenwald großflächig brandgerodet um Soja anzubauen was in Europa an Tiere verfüttert wird. Gleichzeitig wird hier Mais angebaut um ihn zu verbrennen... Na wenn das ernsthaft eine Alternative ist... Das Klima und der Treibhauseffekt werden sich schon weiter bemerkbar machen. Das ganze ist übrigens nur so spottbillig weil täglich Milliarden an Agrarsubventionen gezahlt werden. Ein Grund mehr das zu überdenken.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Die Energiefrage ist eine Preisfrage und die Abholzung ist eine Frage der Landreform in ganz Südamerika.

      Natürlich sollten die sich besser selbst versorgen. Aber der weltweite Handel ist nunmal Teil der gepriesenen Globalisierung.

      Was die Transportkosten von Bio-Energieträgern anbelangt: Die fallen bei allen Treibstoff-Transporten an. Und selbst die Förderung von Kohle kostet Energie.

      Da müßte schonmal eine genauere Bilanz her. Wobei die Selbstversorgung ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsfaktor wäre. Der mögliche Ertrag ist mir unbekannt. Da müßte man auch mal Gesamtzahlen haben.

      Joei
    • Es geht mir mal kurz nicht um Preisfragen sondern um die Frage ob sich die Menschheit eine Weitere Rodung der Regenwälder klimatisch leisten kann.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Original von Onkel_J
      Die Vergütung für Solarstrom beträgt zur Zeit etwa 50 Ct pro kWh und sinkt bei Neuanlagen jährlich um 5%.

      Auch bei diesen Anlagen läßt sich trotz der hohen Subvention kaum eine Wirtschaftlichkeit herauskitzeln.

      1 kW(peak) 10 m2 kostet 5500,-- Euro
      KfW-Kredit 3% kostet 360,-- Euro pro Jahr (20 Jahre)
      850 kWh Jahresertrag macht 425,-- Euro

      Bleibt also noch nichtmal ein schlapper Hunni übrig
      ohne Reparatur etc.

      Joei


      Hallo Joei,

      irgendwie kann ich Deine Berechnungen nicht nachvollziehen. Wir haben auf unserem Dach eine 3,2 KWp Photovoltaik-Anlage (PV)und eine Warmwasseranlage (im weiteren WW). Alles zusammen hat uns die Anlage Netto ca. 23.000 € (17.000 PV und 6000 die WW) gekostet.

      Wir sparen mit der WW-Anlage ca. 30% Öl ein. Was bei den derzeitigen Ölpreisen nicht schlecht ist, aber ich gebe Dir recht, ökonomisch ist es eher als Überzeugungstat zu sehen. Allerdings wird eine WW-Anlage mit 125 €/m²gefördert. Da wir eine 4,5 m² Anlage haben, betrug die Förderung 625 €. Die musst Du von Deiner Berechnung allerdings noch abziehen. Die Anlage war deswegen so teuer, weil es eine neue, effektivere Technik ist. Diese Anlage erwärmt das Wasser auch im Winter auf ca. 40°C. Was heißt, daß wir 25°C nicht mehr mit Öl aufheizen müssen.

      Für den eingespeisten Strom der PV-Anlage bekommen wir 54.4 Ct/KWh. das waren Netto ca. 1600 € in 2005. Wenn ich die Zinsen, Kosten und Abschreibung mit einkalkuliere, habe ich einen Verlust von ca. 1800 € mit der Anlage gemacht, was heißt, das ich dadurch noch Steuern spare. Insofern hat sich die Anlage in ca. 10 Jahren amortisiert. Bei einer Lebensdauer von 20 - 25 Jahre ist das nicht schlecht, oder?

      Sonnenenergie lohnt sich auf jeden Fall. Auch wenn es vielleicht nur ein kleiner Beitrag ist, so ist doch jede KWh die wir einspeisen, eine weniger, die ein Kohle-, Öl- oder Kernkraftwerk produzieren muss.

      Als nächstes fliegt die Ölheizung raus und wird durch eine Pelletheizung ersetzt, die mittels Sterlingmotor Strom erzeugt. Das heißt, für jeden eingesetzten Euro bekomme ich 1,30 wieder raus. :ätsch:

      Gruß Ivanhoe
      heute mal ohne Signatur
    • Jajaaaa,

      die Hausbesitzer müssen sich ihre Investitionen ja schön rechnen, sonst kriegen sie Krach mit ihren Ehefrauen. :D

      Rechnen wir mal die Thermie umgekehrt. Bei durchschnittlichem WW-Bedarf von 650 kWh/a und Nase kostet das WW in Gas 42,-- Euro/a. Davon werden durch eine Solaranlage etwa 66% substituiert; das macht 28,-- Euro Einsparung pro Jahr. Damit soll man nun eine Solaranlage refinanzieren. Bei 3% und 20 Jahren Standzeit kann man mit dem Betrag von 28,-- Euro ein Investitionsvolumen von 440 Euro refinanzieren. Bei einer Standzeit von 25 Jahren darf die Anlage 505 Eoro pro Nase kosten. Und die bekommst Du zu diesem Preis pro Nase nicht gebaut. Die Anlage darf für einen 4-Personenhaushalt 2020,-- Euro kosten. Dabei bin ich noch so großzügig gewesen und habe den Pumpenstrom und die Reparatur- und Wartungskosten glatt vergessen. :D

      Wenn man nun einen höheren Deckungsgrad der Anlage erreichen will, steigen die Anlagenkosten überproportional an. Jede zusätzlich gewonnene kWh wird umso unwirtschaftlicher. Daran ändert sich auch nichts bei hohem Warmwasserverbrauch pro Person. Dann muß die Anlage auch entsprechend größer und teurer sein.

      Nix zu machen mit Solarthermie. Spitz mal Deinen Bleistift an. :))

      Mit Deiner PV-Anlage hast Du also einen Ertrag von ca. 920 kWh/kWp gehabt. Das ist schon ziemlich gut. Wahrscheinlich wohnst Du im Südwesten Karlsruhe/Freiburg oder so. ;)

      Es ist durchaus möglich, damit etwas Überschuß zu erzielen; vielleicht 150 Euro pro kWp oder so. Aber auch hier bleibt das Anlagenrisiko und der leicht sinkende Ertrag nach Jahren. Und wenn man die Anlage steuerlich abschreiben kann, wirds wohl noch besser. Da kenn ich mich aber nicht aus.

      Vor einer Mini-KWK-Anlage kann ich nur warnen. Es hört sich so an, als ob Du ein Niedrigenergiehaus hast. Je geringer der Wärmebedarf, umso weniger lohnt sich eine KWK-Anlage. Die Wartungskosten (zumindesten beim Dachs) schlagen unerwartet hoch zu Buche. Die Trauerreden in den entsprechenden Foren kannst Du nachlesen. :D

      Die Stirling-KWK-Anlage dürfte 30000,-- Kosten? Hab ich noch nie von gehört. :))

      Rechne Dir mal aus, wieviel du an Tilgung pro kWh Wärme drauflegen mußt und dann den verkauften Strom dagegen. Nur Strom zu erzeugen und die Wärme wegzublasen kann sich mit Sicherheit nicht rechnen. Die Wärme muß schon sinnvoll einsetzbar sein.

      Dazu bräuchte ich aber alle Daten, um das prüfen zu können.

      KWK-Anlagen lohnen sich durchaus bei mittleren Mehrfamilienhäusern.

      Joei

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Onkel_J ()

    • Original von Onkel_J
      Jajaaaa,

      die Hausbesitzer müssen sich ihre Investitionen ja schön rechnen, sonst kriegen sie Krach mit ihren Ehefrauen. :D


      Ne, schön gerechnet ist das nix, wir wissen, daß wir mit der Anlage nicht in die Gewinnzone kommen. Müssen wir auch gar nicht. Es handelt sich bei uns eher um eine Tat des besseren Gewissens. Alles was wir mir Sonne erwärmen, müssen wir nicht mit fossilen Energieträgern erwärmen. Das spart einerseits natürlich Geld, andererseits aber kann ich gerade im Sommer mit ruhigem Gewissen duschen, baden und mir die Zähne putzen. Ach so: Wir benötigen keinen Punpenstrom da auch die Pumpe über Solarzellen läuft, die WW-Zirkulation haben wir abgestellt, weil das "verschwendete" Wasser in keinem Verhältnis zur verschwendeten Energie steht,

      Mit Deiner PV-Anlage hast Du also einen Ertrag von ca. 920 kWh/kWp gehabt. Das ist schon ziemlich gut. Wahrscheinlich wohnst Du im Südwesten Karlsruhe/Freiburg oder so. ;)


      Ja :ätsch:

      Wie groß der Ertrag (die Solarer sprechen von Ernte ?() müsste ich erst nachsehen. Ich meine mich zu erinnern, das es rund 2,5 MWh waren

      Und wenn man die Anlage steuerlich abschreiben kann, wirds wohl noch besser. Da kenn ich mich aber nicht aus.


      Ja kann man, als Kleinstunternehmen kann ich die Anlage abschreiben. Sowie alle Kosten die mit der Anlage zusammenhängen steuerlich geltend machen.

      Vor einer Mini-KWK-Anlage kann ich nur warnen. Es hört sich so an, als ob Du ein Niedrigenergiehaus hast. Je geringer der Wärmebedarf, umso weniger lohnt sich eine KWK-Anlage. Die Wartungskosten (zumindesten beim Dachs) schlagen unerwartet hoch zu Buche. Die Trauerreden in den entsprechenden Foren kannst Du nachlesen. Rechne Dir mal aus, wieviel du an Tilgung pro kWh Wärme drauflegen mußt und dann den verkauften Strom dagegen. Nur Strom zu erzeugen und die Wärme wegzublasen kann sich mit Sicherheit nicht rechnen. Die Wärme muß schon sinnvoll einsetzbar sein.


      Ich habe ein ca. 45 Jahre altes Haus in dem nix isoliert ist :(

      Aber auch hier geht es eher um die Substitution von Öl. Ich sehe einfach nicht ein, Öl zu verbrennen nur um einen warmen Hintern zu haben. Es geht also in erster Linie um die Wärmeerzeugung, die Stromerzeugung nehmen wir nur mit. Ich würde es sonst nicht machen. Irgendwo bin ich ja doch Kaufmann.

      Die Stirling-KWK-Anlage dürfte 30000,-- Kosten? Hab ich noch nie von gehört.


      Naja, eher 40.000.

      Dazu bräuchte ich aber alle Daten, um das prüfen zu können.


      Du bist herzlich eingeladen uns zu besuchen und dann können wir bei einer Tasse Gerstenkaltschale oder Hopfentee mit einem Steak das auf regenerativem Energieträger CO2 neutral gegart wurde, darüber reden. :))

      Gruß Ivanhoe
      heute mal ohne Signatur
    • Bei einem Öko-Terroristen kommt man mit betriebswirtschaftlichen Rechnungen natürlich nicht weiter. :D

      Aber mal im Ernst: Eine Öko-Strategie für das Haus sollte man anders angehen. Diese Stirling-Geschichte ist ziemlich risikoreich. Es gab immer mal wieder Anläufe mit Subskriptionsmodellen und anderen Versuchen zur Markteinführung von Stirling-Maschinen. Ich hab son Ding schon vor 20 Jahren auf einer Messe gesehen. Da ist auch nichts draus geworden. Manchmal habe ich den Eindruck, daß da Überzeugungstäter am Werk sind. :D Ist das eigentlich dieses Fraunhofer-Modell?

      Man sollte sein Haus so gut dämmen wie es geht und dann für die Wärmeversorgung ein möglichst einfaches System nehmen. Es macht keinen Sinn, für eine Aufgabenstellung mehrere Anlagen einzusetzen, wenn eine Anlage alleine die Wärmeversorgung des Hauses erledigen kann. Man nimmt einem Heizkessel ja die Arbeit weg, wenn man einen Teil der Wärme durch ein anderes System erzeugen läßt. Dadurch wird der Heizkessel umso unwirtschaftlicher.

      Wenn man den Wärmebedarf des Hauses auf NE-Hausniveau gedrückt hat, macht eine KWK-Anlage umso weniger Sinn. Oder umgekehrt: Man sollte keine KWK-Anlage in ein schlecht gedämmtes Haus stellen.

      Ich würde daher einen stinknomalen Pelletkessel nehmen oder einen Rapsölkessel. Damit wäre das Haus zukunftsfest und ökologisch wertvoll bei geringem Risiko.

      Alles andere kann man zusätzlich machen. Man muß ja nicht unbedingt selber und alleine Strom erzeugen. Da gibt es genug Beteiligungsmodelle, die sich wegen der Größe besser rechnen.

      PV-Subventionen sind sowieso der größte politische Unsinn im Energiebereich, den sich je eine Regierung hat einfallen lassen. Das Geld hätte man für die Dämmung der Häuser ausgeben sollen. Der Öko-Effekt wäre ungleich größer gewesen. Deutschland wird nie ein Solarenergieland. Selbst wenn es noch preiswertere Systeme in Zukunft gibt, können wir den Wettbewerb mit Südeuropa nicht gewinnen. Leider scheint die Solarenergie in Spanien jetzt erst so richtig ans Laufen zu kommen. Vielleicht hätte die EU da mehr machen sollen statt Gurkenrichtlinien zu erfinden. Aber wer kneift schon gerne die Energiemultis?

      Joei