Steuerzahler1
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"Das Verwaltungsgericht Karlsruhe genehmigt einen Fackelaufmarsch von Nazis in Pforzheim."
In Deutschland müssen Versammlungen unter freien Himmel nur angemeldet, aber nicht genehmigt werden. Ein Verwaltungsgericht aber genehmigt eine Versammlung auf keinen Fall.
Weiß Herr Jung das etwa nicht?
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10.03.2012 02:01 |
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Offensichtlich nicht - da scheint er aber nicht der einzige zu sein (ich wusste es auch nicht).
Aber ändert das etwas an der Kernaussage des Artikels?
Passt ebenfalls zum Umgang der Politik mit den vom NSU begangenen Morden:
http://www.fixmbr.de/politisch-legitimierte-morde/
__________________ Wut zu haben bedeutet, Gift zu schlucken und zu hoffen, daß der andere daran stirbt.
Buddha
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10.03.2012 12:12 |
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"Man stelle sich vor, wie es einem Menschen zumute ist, der sich, ob freiwillig oder erzwungen, in einer Polizeidienststelle aufhält und dort eine Karikatur erblicken muss, die ihn selber auf rassistische Weise diffamiert."
Hier kann man Herrn Jung nur zustimmen. Es wäre aber erfreulich gewesen, wenn der Verfasser auch die Reaktion des Münchner Polizeipräsidenten dem Leser zur Kenntnis gegeben hätte.
"Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer wies seine Dienststellen inzwischen an, den Kalender nicht mehr aufzuhängen. Solche Karikaturen spiegelten einen Geist wider, der mit dem Selbstverständnis der Münchner Polizei nicht zu vereinbaren sei, sagte Schmidbauer dem Bayerischen Rundfunk."
http://www.fr-online.de/politik/rassisti...6,11730004.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/pano...id19007876.html
So aber entsteht der Eindruck, dass die Polizei solche Verhaltensweisen tolerieren würden.
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10.03.2012 14:14 |
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"Mittlerweile hat sich die CDU Fraktion in Kassel dagegen ausgesprochen, dass die Holländer Straße nach Halit Yozgat benannt werden soll. Ein Umbenennungsverfahren provoziere auch Widersprüche und könne langwierig und unwürdig werden. In Kassel scheinen konservative Politiker den berechtigten Wunsch des Vaters von Halit Yozgat demnach nicht wichtig genug zu nehmen, um für dessen Erfüllung auch nur den geringsten bürokratischen Aufwand auf sich zu nehmen."
Leider wird auch hier wieder die oberflächliche Behandlung dieses ernsten Themas von Herrn Jung deutlich. Es gibt nämlich sehr wohl durchaus gute Gründe, dem Wunsch des Vaters des ermordeten Herrn Yozgat nicht zu entsprechen.
Es ist leider traurige Wahrheit, daß allein durch den nationalsozialistischen Terror mehr Menschen ermordet wurden, als es in Deutschland Straßen gibt.
In der Holländischen Straße (eine Holländer Straße gibt es in Kassel nicht) befand sich zwischen 1940 und 1945 ein Zwangsarbeiterlager, in dem bis zu 2000 Menschen interniert waren.
http://www.uni-kassel.de/fb1/KVilmar/man...assel_lager.htm
http://www.389id.de/Personen/Christian%2...eitsdienste.htm
http://www.helgevonhorn.de/publikationen/60jahre.pdf (insbesondere Seite 12)
Vor diesem Hintergrund erscheint es für mich verständlich, wenn man die Straße nicht umbenennt. Was wollte man den Angehörigen der Zwangsarbeiter entgegnen, wenn diese ebenfalls den Wunsch nach einer Unbennenung vortragen würden?
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10.03.2012 18:08 |
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Zitat: Es gibt nämlich sehr wohl durchaus gute Gründe, dem Wunsch des Vaters des ermordeten Herrn Yozgat nicht zu entsprechen.
Und welche sind das?
___________________
Die Kinder stammen fast ausschließlich aus Familien der Mittelschicht und gehobenen Mittelschicht. Die Zahl der alleinerziehenden Mütter und Väter ist, ebenso wie die der Familien mit Migrationshintergrund, minimal.
Selbstbeschreibung des Röttgener Kindergartens Pusteblume auf der Homepage der Stadt Bonn - hier gefunden
__________________ Wut zu haben bedeutet, Gift zu schlucken und zu hoffen, daß der andere daran stirbt.
Buddha
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14.03.2012 08:22 |
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Ich krieg die Krise, wenn eingeführte und wohl bekannte Straßennamen geändert werden sollen. Man sollte nicht vergessen, dass auch im Zeitalter der Navis Straßennamen primär der Orientierung und erst in zweiter Linie der Sichtbarmachung von irgendwelchen Ansichten dienen. Es gibt genug Neubaugebiete, in denen man das tun kann, ohne die Leute zu verwirren.
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14.03.2012 13:39 |
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Steuerzahler1
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Zitat: Original von Orthogräfin
[quote]Es gibt nämlich sehr wohl durchaus gute Gründe, dem Wunsch des Vaters des ermordeten Herrn Yozgat nicht zu entsprechen.
Und welche sind das?
___________________
Hier die Gründe noch einmal:
1. Es ist leider traurige Wahrheit, daß allein durch den nationalsozialistischen Terror mehr Menschen ermordet wurden, als es in Deutschland Straßen gibt.
2. In der Holländischen Straße (eine Holländer Straße gibt es in Kassel nicht) befand sich zwischen 1940 und 1945 ein Zwangsarbeiterlager, in dem bis zu 2000 Menschen interniert waren.
http://www.uni-kassel.de/fb1/KVilmar/man...assel_lager.htm
http://www.389id.de/Personen/Christian%2...eitsdienste.htm
http://www.helgevonhorn.de/publikationen/60jahre.pdf (insbesondere Seite 12)
Vor diesem Hintergrund erscheint es für mich verständlich, wenn man die Straße nicht umbenennt. Was wollte man den Angehörigen der Zwangsarbeiter entgegnen, wenn diese ebenfalls den Wunsch nach einer Unbennenung vortragen würden?
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14.03.2012 20:07 |
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Ich bin durchaus nicht für eine Umbenennung dieser (oder einer anderen) Straße - vor allem aus dem Grund, den auch surfin anführt. Darüber hinaus habe ich bereits eine umfangreiche Umbenennungsaktion miterlebt, die immer noch nicht abgeschlossen ist - und Straßennamen wie "Straße der Waffenbrüderschaft" oder "Straße der Völkerfreundschaft" finde ich einfach nur albern - auch wenn damit in den 1970er Jahren Straßen im neu erbauten Stadtteil Grünau benannt wurden. Aber es gibt auch andere Beispiele - ich meine, es war Anfang der 80er Jahre, als die Manetstraße in Leipzig-Gohlis (Zentrum-Nord) in Trufanowstraße umbenannt wurde und die Manetstraße auf einmal im Stadtteil Zentrum-West zu finden war. Und solche Mätzchen waren keine Seltenheit. Als Kind sollte ich mal was zum Wilhelm-Liebknecht-Platz bringen und habe mich verlaufen, weil ich den nur als Lindenauer Markt kannte... ein weiteres Beispiel für die z.T. völlig widersinnige Umbenennungswut ist der scherzhafte Beiname einer Hauptverkehrsstraße von Leipzig - die heißt im Volksmund Adolf-Südknecht-Straße.
Mir ist durchaus klar, daß die Holländische Straße in Kasel nicht alle Namen der dort ermordeten Menschen tragen kann - das ist ja logisch. Außerdem fände ich es traurig, wenn sich politische Ansichten ausschließlich in Straßennamen manifestierten. Allerdings verstehe ich nicht, warum die Verantwortlichen in Kassel das dann nicht genauso kommunizieren, sondern daß davon die Rede ist, daß "ein Umbenennungsverfahren auch Widersprüche provoziere und langwierig und unwürdig werden könne".
Deshalb hatte ich andere Gründe vermutet und nachgefragt.
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Was übrigens den Kindergarten in Bonn betrifft, habe ich mir einmal dessen Internetpräsenz angeschaut und festgestellt, daß der Text vor Fehlern nur so strotzt. Und ein Satz wie "Unsere Kinder können sich demnach frei und selbstbestimmt gemäß ihren momentanen Präferenzen in den verschiedenen Funktionsbereichen bewegen" würde mich eher davon abhalten, mein Kind dort betreuen zu lassen...
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14.03.2012 20:56 |
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Rincewind
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Was man gehört haben sollte:
http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen...terview100.html
Sven Regener (Element of Crime) und Autor der "Herr Lehmann"-Bücher über die kostenlos Kultur im Netz.
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22.03.2012 15:05 |
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Rincewind
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27.03.2012 18:44 |
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