Vektorgrafiken und Pixelbilder

    • Jedes Computerprogramm hat sein hauseigenes Format, das erst den Zugriff auf die volle Leistungsfähigkeit des Programms ermöglicht, das aber von anderen Programmen nicht zwangsläufig unterstützt wird, z.B. *.psd in Photoshop, *.cdr in CorelDraw...
      Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut.
      Wilhelm Busch
    • Pixelgrafiken

      · Pixelbilder setzen sich aus einer Matrix von kleinen quadratischen Elementen, den Bildpunkten (picture elements), zusammen
      · je größer ein Bild und/oder dessen Auflösung, desto mehr Pixel, werden benötigt
      · für S/W-Pixelbilder sind Bildinformationen sehr einfach: für jedes Pixel wird ein Bit benötigt, und zwar 1 für schwarz oder 0 für weiß
      · in Halbton-Bildern muß der Pixel einen Grauwert darstellen, deshalb wird jedem Pixel ein Byte (=8 Bit) zugeordnet, es lassen sich 2 ^8 = 256 verschiedene Grautöne darstellen
      · dadurch in Graustufenbildern 8mal so hohe Datenmenge
      · bei Farbbildern werden pro Pixel drei (RGB) oder vier (CMYK) Byte benötigt, also vierfache Datenmenge gegenüber einfarbigem Hakbton-Bild
      · aufgrund des Aufbaus sind Pixelbilder "starre" Objekte, die nicht beliebig skalierbar sind (Qualitätsverlust!)
      · deshalb müssen Rasterweite und Größe des Bildes bereits beim Scannen feststehen
      · ein Vierfarbbild (CMYK) im Format DIN A4 und 300 dpi Auflösung ist 33 MB groß!

      · man hat sich im Profibereich schnell auf einige wenige universelle Formate geeinigt
      · für Vektorgrafiken gibt es einen inoffiziellen Standard , EPS
      · bei Pixelgrafiken etwas schwieriger, hier existieren verschiedene Formate mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen


      TIF-Format (Target Image File Format)
      · einer der Standards in der digitalen Bildverarbeitung (Windows95/98/NT, Unix und Mac)
      · im Gegensatz zum EPS-Format können Bilder ohne Qualitätsverluste in verschiedenen Kompri-mierungsformen gespeichert werden
      · Speichen und Laden dauert relativ lange
      · eine *.tif-Datei kann an fast jeden Belichtungsdienst, an jedes Programm und an verschiedene Betriebssysteme wie DOS/Windows, MacOS oder Unix weitergegeben werden (wegen Qualität unkomprimiert!)
      · das gebräuchlichste Format, wenn Bilder an andere Programme übergeben werden
      · unterstützt SW-, Graustufen- und Farbbilder, letztere im RGB-, CMYK- und CIELab-Format
      · SW- und Graustufenbilder können in Layout-Programmen nachträglich eingefärbt werden
      · so gut wie alle bekannten Bildbearbeitungsprogramme unterstützen TIFF


      Photoshop-Format (*.psd) und PhotoDeluxe (*.pdd)
      · Industriestandard bei der Grafikbearbeitung
      · ab der Version 3.0 läßt Photoshop das Bearbeiten von Bildern auf mehreren transparenten Ebenen (Layern) zu, ab der Version 4.0 sind noch zusätzlich Einstellungsebenen vorhanden
      · um diese Ebenen beim Speichern zu erhalten, muß das Bild im Photoshop- (PSD) Format gespeichert werden
      · wenn das Bild in einem anderen Format gespeichert wird, muß das Bild auf eine Ebene runtergerechnet werden, mehrere Ebenen werden dann nicht mehr unterstützt
      · PSD-Dateien lassen sich oft wesentlich schneller öffnen als andere Formate
      · sie lassen sich einfach zwischen Mac und PC austauschen, sind also binärkompatibel
      · etliche Grafikprogramme können *.psd importieren (z.B. Corel PhotoPAINT ab Version 7.0)

      CPT-Format (Corel PhotoPaint)
      · Layer-Technik
      · kann auch im *.psd-Format gespeichert werden
      · großer Umfang der verwendbaren Grafikformate
      · Zusammenarbeit mit dem Vektorgrafikprogramm von Corel – Corel Draw – ist eine der Stärken


      BMP-Format, DIB-Format
      · ist das hauseigene Format für Pixelbilder von Windows und OS/2
      · normalerweise 24 Bit Farbtiefe
      · keine weiteren Speicheroptionen möglich
      · keine Komprimierung (nur bei RunLengthEncoding (RLE) verlustfrei möglich)
      · in erster Linie zum Datenaustausch zwischen Windows-Applikationen (Zwischenablage) aber: Auflösung beachten!
      Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut.
      Wilhelm Busch
    • Grafikformate im Internet

      · geringe Anforderungen an Auflösung (72 dpi für Windows, 96 dpi für Mac)
      · bilder müssen schnell geladen werden
      · geringe Größe der Grafikdateien erforderlich
      · eigentlich Vektorgrafiken erste Wahl, aber: Browser können nur Pixelgrafiken darstellen
      · verlustfreie Komprimierung bei GIF (LZW-Lempel-Ziv und Welch)
      · verlustbehaftete Komprimierung (z.B. JPEG

      GIF-Format (Graphics Interchange Format)
      · fast alle Grafikprogramme und Browser unterstützen GIF
      · Farbtiefe 8 Bit
      · GIF 87a dient der Speicherung von Rastergrafiken
      · GIF 89a erlaubt zusätzlich die Transparenz (später entwickelt)
      · Nutzung des Interlacing-Verfahrens (kein zeilenweiser Aufbau, sondern zunächst schemenhaft, aber in voller Größe; es werden immer mehr Daten nachgeladen)
      · durch die Layer-Technik werden Animationen unterstützt


      JPEG-Format (Joint Photographic Experts Group)
      · verringert zwar drastisch die Datenmenge, greift aber auch die Bildqualität an, weil es feine Details entfernt
      · JPEG-Verfahren beruht auf mehreren Komprimierungs-Algorithmen, die einen mehr oder weniger großen Qualitätsverlust am Bild bewirken
      · Qualitätsverlust erst bei Verdichtungsfaktor >30 sichtbar
      · Farbwerte werden nicht nach dem üblichen RGB-Schema getrennt
      · Datei wird in Sektoren von z.B. 2x2 oder4x4 Pixel aufgelöst
      · nur noch ein einziger Bildpunkt innerhalb des einzelnen Sektors enthält die Farbinformation, die allein 2 Byte pro Pixel ausmacht
      · die restlichen Pixel liefern nur den Helligkeitswert (je ein Byte)
      · beim Öffnen des Bildes werden die dadurch fehlenden Farbwerte durch Interpolation (Zwischenwertberechnung) erzeugt
      · in einem weiteren Schritt werden faßt JPEG einheitliche Farbflächen noch einmal zusammen
      · Nachteile: bei nuancierten Farbübergängen (z.B. im Gesicht oder in Verläufen) große Farbflecken
      · wenn eine JPEG-Datei mehrfach zwischenspeichert, können immer wieder Bildinformationen weggerechnet werden
      · dieses Format wird nicht während der Arbeit an einem Bild, sondern nur für die platzsparende Weitergabe verwendet
      · Originaldateien sollten immer erhalten bleiben!

      PNG-Format (Portable Network Graphics Format)
      · neueres Format mit vielen Vorteilen gegenüber JPEG und GIF
      · bietet progressives Display (anderer Begriff für Interlacing- bzw. Zeilensprung-Verfahren), Transparenz und verlustfreie Komprimierung
      · wichtigster Grund für Entwicklung war Copyright für Gif-Bilder(Compuserve)
      · unterstützt 48 Bit Farbtiefe bei RGB und 16 Bit bei HT-Bildern
      · keine Lizenzprobleme
      Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut.
      Wilhelm Busch
    • Vektorgrafiken

      · bei Digitalbildern wird zwischen Vektor- und Pixelbildern unterschieden
      · sie unterscheiden sich in der Art, wie die Bildinformation gespeichert wird
      · Software zum Bearbeiten von Vektorgrafiken: CorelDraw, Macromedia FreeHand, Adobe Illustrator

      · bei Vektorgrafiken wird jede Figur in der Grafik mathematisch beschrieben und mit den dazugehörenden Stilen wie Farbe, Linienstärke, Füllmuster u.ä. gespeichert
      · gleiches Verfahren bei Schriften
      · dadurch wesentlich geringere Speicherbedarf, da nicht das Bild an sich, sondern nur dessen Beschreibung gespeichert wird
      · Vektorgrafiken sind unabhängig von Auflösung und Rasterweite
      · Speicherplatzbedarf läßt sich nicht genau bestimmen, liegt aber im KB-Bereich
      · Art der Vorlage (SW, HT oder Bunt) trägt nur unwesentlich zur Datenmenge dabei


      EPS-Format (Encapsulated PostScript, gekapseltes PostScript von Adobe)

      · ist ein Metagrafikformat, weil es sowohl Vektorinformationen als auch Bitmap-Bilder enthalten kann
      · häufigste Nutzungsmöglichkeit: Einbinden einer EPS-Grafik in den Rahmen eines Layouts
      · kann im Layoutprgramm beliebig skaliert werden
      · Bildbeschreibungen werden im PostScipt-Format (Seitenbeschreibungssprache) gespeichert
      · zur Anzeige wird ein PS-Interpreter benötigt (z.B. im jedem Laserdrucker)
      · in Layoutprogrammen wie PageMaker der QuarkXPress liegen selbst Vektorgrafiken zur Vorschau nur als Pixelbilder vor (Auflösung 72 dpi, Mac-Bildschirmauflösung)
      · Original-Bilddaten werden deshalb auch als Feindaten, das Vorschaubild als Grobdaten (oder besser als Bildschirmdarstellung) bezeichnet
      · durch Anzeige der Grobdaten schnellerer Bildaufbau und schnellere Be- & Verarbeitung
      · wenn EPS-Datei auf einem nicht PostScript-fähigen Drucker ausgegeben werden, erscheint die Bildschirmdarstellung!
      · auch Pixelbilder lassen sich im EPS-Format speichern (EPS5 oder DCS-Format = Desktop Color Separation)
      · hier werden die vier Farbkanäle getrennt voneinander gesichert; zusätzlich entsteht noch eine fünfte, die "Master"-Datei, die Verweise auf die vier Feindaten-Dateien und wahlweise eine Bild-schirmdarstellung enthält
      · den Farbkanal-Dateien wird der jeweilige Kennbuchstabe der Farbe angehängt (CMYK)
      · außerdem lassen sich Rasterungseinstellungen und eine Druckkennlinie mitspeichern
      · im EPS-Format sind auch Pixelbilder und Vektorgrafiken zusammen speicherbar; sogar Schriften lassen sich aufnehmen
      · großer Vorteil des EPS-Formats: bei Belichtung können die einzelnen Farbdateien gezielt zum Ausgabegerät geschickt werden -> erheblicher Geschwindigkeitsgewinn
      · Nachteil des EPS-Formats: keine zusätzlichen Kanäle für Masken (Alphakanäle) speicherbar, außerdem ist keine Komprimierung der Bilddaten möglich (spezielle Komprimierungsprogramme nötig)
      · außerdem lassen sich EPS-Bilder in Layout-Programmen wie z.B. QuarkXPress nicht nachträglich einfärben

      cdr-Format (Corel Draw)
      · am Markt etabliertes Vektorgrafikprogramm
      · Layer-Technik
      · Gegenstück zum ai-Format
      Die Umwandlung von Vektorgrafiken in Rasterbilder und ihre Speicherung wird u.a. von Corel Draw und Adobe Illustrator unterstützt

      ai-Format (Adobe Illustrator)
      · Layer-Technik
      · erstes Programm, das die Funktion von Bezier-Kurven zum Zeichnen enthielt
      · CorelDraw kann dieses Format lesen und schreiben
      · für große Produktunabhängigkeit besser andere Formate

      WMF-Format
      · Windows Meta File
      · Alternative zum EPS-Format dann, wenn die Bilder mit anderen Programmen weiterverarbeitet werden sollen
      · Bezier-Kurven werden unterstützt, Füllmuster und PS-Informationen gehen bei der Speicherung verloren
      · für die Einbindung von Bildern in DTP-Layouts, die mit nicht PS-fähigen Druckern ausgegeben werden sollen
      · Beispiel: ClipArts im MS-Office
      Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut.
      Wilhelm Busch