Nationaltorhüter Robert Enke ist tot

    • Original von sarazena
      Es ist erstaunlich, warum sich Menschen vom Tod bessere Lebensumstände versprechen ?(


      Vieleicht weil er nicht mehr weiter wusste?
      Ich habe gestern Abned gedacht ich höre nicht richtig,
      tragisch. :(
      Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,wird es dir sein,als lachten alle Sterne,
      weil ich auf einem von ihm wohne,weil ich auf einem von ihnen lache.
    • Wer selbst zu feige ist...

      Ich finde Suizid generell egoistisch, aber wenn einer sonst keinen Ausweg weiß muss er sich darüber klar sein, welche Konsequenz die Tat für seine Angehörigen hat.
      Und wer es nicht schafft sich selbst ins jenseits zu befördern nimmt den nächsten Zug, der Lokführer kann nämlich nicht mehr bremsen...
      Mein Mitleid hält sich in Grenzen, wenn gilt es dem Lokführer der dazu gezwungen wurde und den Helfern die ihn wieder eingesammelt haben. Die werden daran nämlich lange kauen, wenn sie es den überhaupt jemals richtig verarbeiten.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Mitleid habe ich hauptsächlich mit seiner Frau, die auch noch zusehen musste wie sie ihn zusammenglaubten, seiner Familie, seinen Freunden und auch mit dem Lokführer, er selbst hat jetzt seine Ruhe, er braucht es nicht mehr.

      Leid tut mir dieser Mann trotzdem. Was sind da für innerliche Kämpfe von ihm vorausgegangen um so einen Schritt zu tun. Er hat mit Sicherheit auch an die Folgen für seine Familie gedacht und es trotzdem getan. Er soll auch an Depressionen gelitten haben und ist in psychologischer Betreuung gewesen sein. Man kann nicht in einen Menschen hineinsehen, der keinen Ausweg mehr weiß, auch wenn man es sich in seinem Fall nicht vorstellen kann, dass es keinen gegeben hätte. Was wissen wir denn schon, was er nicht alles getan hat um weiterleben zu können.

      Feige? Ich weiß nicht, sich selbst das Leben zu leben ist mit Sicherheit nicht leicht. Feige ist es vielleicht, wenn jemand diesen Schritt macht, weil er pleite ist, weil er die Folgen für etwas nicht mehr ubernehmen will, was er verbrochen hat, aber bei seelischen Qualen?

      Und wer es nicht schafft sich selbst ins jenseits zu befördern


      Brücke hinunterstürzen und vielleicht anschließend ein Krüppel zu sein? Schlaftabletten? Er wäre mit Sicherheit gefunden worden. Erschießen? Dazu braucht man erst mal eine Waffe. Geisterfahrer und noch andere Menschen mit in den Tod nehmen? Sich aufhängen, aber wo? Er hatte keinen Fallschirm wie Möllemann. Er wusste, wo ein Zug so schnell fährt, dass der keine Chance hat, noch rechtzeitig zu stoppen, es war also kein sponataner Entschluss. Das hat er gedanklich vermutlich alles durchgespielt. Sich vor einen Zug zu werfen hat nichts mit Feigheit oder Egoismus zu tun. Für die Angehörigen zählt sowieso nur noch die Tatsache, dass er es getan hat, nicht das wie.

      Wie soll ein gesunder Mensch darüber richten?

      Ich finde es einfach furchtbar, dass so ein junger Mann keinen anderen Ausweg mehr sah, als sein Leben selbst und jetzt zu beenden.
    • cosgan :top:


      So wie sie gerade im Fernseher sagen hatte er wohl schon längere Zeit erhebliche Probleme, wollte aber nicht in eine Klinik weil er nicht wollte das andere von seinen Problemen Wind bekommen und er wohl auch Angst hatte das man ihnen das Kind wieder wegnehmen würden. Allein aus diesen gründen kann man es schon kaum verstehen.

      Zu Bedauern ist auf jeden Fall auch der Lokführer, der wohl ein Leben lang damit klarkommen muss jemand in den Tod befördert zu haben ohne es zu wollen, um es mal so zu sagen.

      Spoiler anzeigen
      Ein einfaches aber sehr profanes Mittel um aus den Leben zu scheiden ist sich eine Schachtel Herz Beruhigungsmittel zu nehmen + eine sehr hohe Dosis Insulin, am besten Abends, ein nicht wieder wach werden ist garantiert. Das Insulin raubt dem Körper sämtliche Mineralien, die Herztabletten machen es Medizinern unmöglich die Person wieder ins Leben zurück zuholen.
      Zu wissen,
      was man weiß,
      und zu wissen was man tut,
      das ist Wissen.
    • Wie soll ein gesunder Mensch darüber richten?


      Ich kann und will nicht darüber richten.

      Für die Angehörigen zählt sowieso nur noch die Tatsache, dass er es getan hat, nicht das wie.


      Richtig, die Angehörigen sind bei Suizid immer betroffen und bleiben mit den unbeantworteten Fragen allein. Aber gerade diese Art des Suizids trifft auch Dritte die für den Rest ihres Lebens mit der "Schuld" leben müssen jemanden umgebracht zu haben, auch und gerade weil sie nichts dagegen tun konnten. Das kann ein weiteres Leben ruinieren, gerade weil ein Selbstmord bei Depressionen selten eine Kurzschlusshandlung sein dürfte sonder vielmehr regelmäßig durch den eigenen Geist spukt. Letztlich bleibt es aber eine private Tragödie bei der man mit munteren Spekulationen wohl niemandem einen gefallen tut.
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Ich finde Suizid generell egoistisch, aber wenn einer sonst keinen Ausweg weiß muss er sich darüber klar sein, welche Konsequenz die Tat für seine Angehörigen hat. Und wer es nicht schafft sich selbst ins jenseits zu befördern nimmt den nächsten Zug, der Lokführer kann nämlich nicht mehr bremsen... Mein Mitleid hält sich in Grenzen, wenn gilt es dem Lokführer der dazu gezwungen wurde und den Helfern die ihn wieder eingesammelt haben. Die werden daran nämlich lange kauen, wenn sie es den überhaupt jemals richtig verarbeiten.


      Dazu möchte ich etwas sagen:

      1. Ich denke, niemand kann sich in Gefühls- und Gedankenwelt eines schwer Depressiven versetzen und sich die inneren Qualen ausmalen oder vorstellen, die dieser durchleidet. Insoweit halte ich den Begriff egoistisch zwar nicht für falsch -bezogen auf die Angehörigen-, aber auch nicht unbedingt für angebracht. Derjenige weiß keinen Ausweg und sich letztlich nicht mehr anders zu "helfen".

      2. Hinsichtlich der Art des Suizides sehe ich das ganz genauso wie Rincewind. Fremde bzw. völlig Außenstehende hiermit zu belasten (in diesem Fall den Lokführer) ist auch in meinen Augen absolut inakzeptabel. Mein Mitleid -sofern überhaupt vorhanden- wird dadurch allerdings nicht eingegrenzt.
      Im Gegensatz zum Hirn meldet sich der Magen wenn er leer ist.
    • Mich hat die Nachricht über den Selbstmord Robert Enkes heute früh zutiefst erschüttert.
      Ich kann mich in die ganze Angelegenheit hinein versetzen, da meine Familie mütterlicherseits
      böse von dieser Krankheit betroffen ist. Zwei Schwestern meiner Mutter haben sich das
      Leben genommen und eine weitere ist bei einem Versuch nur knapp gerettet worden.
      Ich erinnere mich an Gespräche während Phasen tiefster seelischer Dunkelheit mit meiner Mutter.
      Die Hilflosigkeit, mit der man dieser Situation gegenüberstand, die rationell nicht nachvollziehbar war.
      Darüber hinaus war Robert Enke für mich der Spieler in der Bundesliga, den ich menschlich und
      sportlich am meisten schätzte und bewunderte. Einer der ganz wenigen, der als Vorbild taugte.
      Eine Einschätzung, die ich trotz seines Freitodes nicht ändere.
      Ich habe seit heute Vormittag mehrmals angesetzt, um dies hier zu schreiben, musste aber
      immer wieder abbrechen.
      Seid barmherzig. Das Leben ist schon schwer genug!
      Kutte Tucholsky
    • Ich habe gerade die Pressekonferenz gesehen, in der auch seine Frau gesprochen hat. Ich bewundere diese Frau. Was für ein Druck muss sie über Jahre gehabt haben, seine Krankheit geheim zu halten, bestimmt alles getan hat, ihm zu helfen, immer gehofft hat, dass er es schafft und nun an die Öffentlichkeit geht um Spekulationen über seinen Tod zuvorzukommen. Mich haben ihre Worte sehr erschüttert.

      Ricewind, was Depressionon wirklich bedeuten, das kann man doch als gesunder Mensch überhaupt nicht nachvollziehen. Mit dem Wort Depression geht man in heutiger Zeit sehr locker um. Novemberwetter macht depressiv, Niedergeschlagenheit ist gleich depressiv. Das sind keine Depressionen. Das ist ein Gefühlszustand, aber noch lange keine Krankheit.

      Ich kann mich Wendland's und Pete's Beitrag nur anschließen.

      Was den Lokführer betrifft, dann stimmt das natürlich, aber ich glaube, dass er in diesem Moment bestimmt nicht an den gedacht hat, sondern der Zug für ihn anonym war.
    • Auch wenn ich mich in die Nesseln setzte.
      Und auch wenn wendy mehrmals ansetzen musste. es ist traurig.
      Aber erstens ist es feige, zweitens lässt er seine Familie allein und drittens, was ich ausserordendlich schlimm finde ist, einen Lockführer da mit hineinzuziehen.
      Wenn alles ganz schlimm läuft wird dieser Mensch, der da überhaupt nichts für kann, seines Lebens nicht mehr froh und es wird dadurch eine zweite Familie zerstört, schlimm.
      Wenn schon dieser Schritt dann so das er/sie es allein macht.
      8) und immer nett und freundlich bleiben ;)