Ostern und die Privatsender

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    • Hey gerade wird wieder eine neue Kampagne gefahren und ich will einfach mal aufspringen. Politik und Kirche empören sich (mit der üblichen zeitlichen Verzögerung) über das brutale Osterprogramm mit King Kong (?!) und vor allem Stirb Langsam. Das würde nicht zum Osterfest passen und sei daher unangebracht.
      spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,542991,00.html
      Ich für meinen Teil bin nicht religiös, wundere mich aber schon seit Jahren über das Oster- und Weihnachtsprogramm. Die öffentlichen überbieten sich mit Monumentalschinken und die privaten halten mit Action und Krieg gegen. Gerade am Heiligabend läuft irgendwie seit Jahren der unvermeidliche "Steiner - Das eiserne Kreuz".

      Ich persönlich halte ja das Tamtam um Filme wie King Kong für übertrieben, bei teilen des Restprogrammes finde ich die Kritik allerdings durchaus berechtigt.

      PS: Im Kino gibt es dort Sonderregelungen. Die FSK vergibt neben der Altersfreigabe auch eine Freigabe für die Stillen Feiertage oder verweigert diese gelegentlich auch mal:
      spio.de/fskonline%5CPDF%5C0801%5C112386bK.pdf
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Ich werde mir am heutigen Ostersonntag 20:15 Uhr bei Eins Extra die Dokumentation "Die Hardliner des Herrn.
      Christliche Fundamentalisten in Deutschland" anschauen.


      daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,x06wq3j3jo4lkc97~cm.asp
      Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut.
      Wilhelm Busch

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Orthogräfin ()

    • Liebe Frau Gräfin,

      vielen Dank für Ihren Hinweis auf diese Sendung. Ich werde sie mir aufzeichnen. Christliche Fanatiker verbergen sich nicht nur in irgendwelchen Sekten, sondern sind durchaus auch in den Amtskirchen zu finden. So mußte sich beispielsweise ein Bekannter von mir als "Protestantensau" bezeichnen lassen. Auch ist noch nicht all zulange her, daß manchenorts Kindern Sakramente verweigert wurden, wenn sich die Eltern getrennt hatten.

      Aber nun zum Thema:

      Wir leben in einem weltanschaulich neutralen Staat. Daher kann jeder seine Religion ausüben, oder das Ausüben seines Glaubens unterlassen. Es ist aber natürlich selbstverständlich, daß diese beiden "Lager" ihre Vorstellung nicht rücksichtslos ausleben dürfen. Es ist somit von jeder Seite eine gewisse Rücksichtnahme zu erwarten. Es ist daher jedermanns gutes Recht auch an Ostern oder Weihnachten von religösen Dingen "verschont" zu bleiben. Das kann er dadurch erreichen, daß er Gotteshäusern fernbleibt und im Fernsehen den Papst "wegzappt". Aber genau sowenig muß sich ein Gläubiger "Stirb langsam" oder irgendeinen adult XXX-Streifen ansehen. Dementsprechend sollte es eigentlich kein Problem geben. Die Forderungen einiger Kirchenvertreter zu öffentlich-rechtlicher-Kirchenfeierlichkeit halte ich für deutlich zu weitgehend, da durch genannte Filme Gläubige in ihrer ungestörten Glaubensbetätigung nicht gestört werden. Ein Verbot genannter Sendungen würde für mich einen Eingriff in das Recht derer bedeuten, die Religionen ablehnen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Steuerzahler1 ()

    • Folgendes habe ich andernorts gepostet. Es passt aber auch hier zum Thema.

      Ich habe heute eine "Umfrage" unter bekennenden Christen in meinem privaten Umfeld gemacht. Dort hatte man wenig Verständnis für die Meinung der katholischen Würdenträger, da für Gläubige ein Osterfest ohne "Stirb langsam" ohne weiteres möglich ist. Man war ganz überwiegend der Meinung, daß sich hohe christliche Feste bei gegenseitiger Rücksichtnahme immer im angemessenen Rahmen stattfinden können. Es war für die meisten auch nicht nachzuvollziehen, mit welchem Recht man Jemanden das Anschauen eines bestimmten Films verbieten können soll.

      Das Problem stellt sich aber auch andernorts. Wie ein Blick auf die §§ 8, 9 des Hessischen Feiertagsgesetzes zeigt, sind an einigen religiösen Tagen bestimmte Veranstaltungen verboten.
      hessenrecht.hessen.de/ges...HFeiertags.htm

      Mir ist nicht klar, warum man am Karfreitag nicht Fußball spielen oder eine Tanzveranstaltungen besuchen darf ? Ich halte das für bedenklich, da es Religionen einen Eingriff in die private Lebensgestaltung des Einzelnen gibt, der von der Verfassung her eigentlich nicht vorgesehen ist. Mir ist ferner schleierhaft, warum gerade christliche Feiertage priveligiert werden. Hätten nicht auch andere Religionen einen Anspruch, daß ihre hohen Feiertage entsprechend "geschützt" werden ?
    • Und ich denke die Mischung macht es. Auch außerhalb der religiösen Ecke sind Ostern und gerade Weihnachten von Bedeutung, mal abgesehen davon wer dort geboren, gestorben oder auferstanden ist. Weihnachten als besinnliches Fest, gerade nach dem Stress im Vorfeld, spielt doch gerade heute auch ohne konkreten religiösen Bezug eine Rolle.
      Dabei geht es ja garnicht um Verbote, sondern eher um ein muss das den sein?

      Anderenfalls steht imho auch die Frage im Raum warum es diese Feiertage eigentlich noch per Gesetz gibt?
      “Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.”
      Benjamin Franklin
    • Man sollte sich aber auch die Frage stellen, warum es eben so ist, wie es ist. Filme, auch feierliche und besinnliche, gibt es sicherlich genügend, aber sind diese von der Mehrheit gewollt.
      Ich denke, die Sender kennen ihre Zielgruppe(n) sehr genau, vermutlich besser, als diese sich selbst, und reagieren einfach nur auf das, was gewollt ist.
      Ich glaube nicht, daß sie unbedingt Actionfilme forcieren möchten und ich halte vom durchschnittlichen Fernsehhocker auch nicht so viel, als daß ich ihm höhere Werte antragen würde, die er sich wünscht.
    • Die ganze Debatte, die sich an dem alten "Die hard"-Film und dem läppischem King Kong (tricktechnisch und schauspielerisch eine einzige Enttäuschung) aufhängt, ist scheinheilig und möchte nur von den eigenen Defiziten ablenken. Nicht umsonst kommt das Diskussiönchen alle Jahre wieder.

      So lange Kirche und Religion (nicht zwangsläufig identisch) von den Belangen unseres Staates getrennt sind, sollten sie sich aus derartigen Diskussionen heraushalten. Schließlich empört sich auch kein Moslem über Kochsendungen vor Einbruch der Dunkelheit während der Fastenmonate ;)

      Was möchten den die Herren Moralapostel sehen?

      Die größte Geschichte aller Zeiten (strunzfade)
      Das Gewand (mäßiger Sandalenfilm)
      Quo Vadis
      Ben Hur (beide nicht minder brutal und sind nun bei Tele 5 und "das Vierte" gelandet)
      Exodus (laaaang und propagandistische Verharmlosung)
      X-beliebige Verfilmungen aus der Bibel? Womöglich aus dem Hause Saban und/oder Kirch? *Kotz* *Würg*

      Allerdings ist die Phantasielosigkeit aller Sender auch kaum zu überbieten, bei denen man dieses Jahr bereits allenthalben den angekündigten Sparzwang bemerkt. Wenn Kinofilme bereits 5 Wochen bis drei Monate nach VÖ auf DVD landen, interessiert es bald keine Socke mehr, was das TV sendet.

      Einen einzigen Film habe ich mir am letzten WE per Festplattenrecorder aufgenommen: "30 über Nacht" - nett, harmlos und unterhaltsam, bisher verpasst und nach dem Schauen direkt wieder gelöscht - also eigentlich gute Unterhaltung für die Feiertage. Und der wurde von PRO7 gesendet ;)
    • Ich möchte Ricewind Recht geben. Es geht nicht allein darum, dass sich die Kirchen einmischen. Sie sagen das, was viele denken.

      Es gibt, gerade über die Weihnachtsfeiertage, viele Menschen die alleine sind. Es macht ihnen das ganze Jahr nichts aus, aber eben an Weihnachten, wenn die Lokale geschlossen haben, jede Anlaufstelle fehlt, fällt ihnen die Decke auf den Kopf und es kommen leichte Depressionen auf.

      Was sie im Fernsehen geboten bekommen, das sind entweder Bibelschinken oder Mord und Totschlag und seichte Comedy. Unterhaltende Filme, die auch die ganze Familie anschauen könnten, sind mehr oder weniger Fehlanzeige oder schon uralt.

      Abgesehen davon ist das Fernsehprogram sowieso nur für Leute von 17 bis höchstens 50 Jahre gemacht. Sie gehören nicht zur "Zielgruppe". Was drunter oder drüber ist, wird kaum berücksichtigt, es sein denn, mit Filmen aus den 50er oder den 40er Jahren. Neuere, unterhaltsame Filme sind gestrichen. Wahrscheinlich hält man diese Generation nach 50 eh für verblödet.
      Das geht aber schon seit vielen Jahren so, das ist nicht neu.

      Es gab Zeiten, da hat man sich auf das Weihnachtsprogramm gefreut, aber die meisten hiesigen User haben diese Zeiten garnicht mehr erlebt oder lagen um die diese Zeit in ihren Bettchen.

      Weihnachtsfeiertage sind besinnliche Tage, da werden meist selbst harte Brocken melancholisch. Das hat jetzt nichts mit dem Glauben, sondern eher mit der Tradition zu tun.
    • Singles gibt es nicht nur zwischen 20 und 40 Michael. Es gibt genug Alleinstehende, die nicht unbedingt auf Horrorfilme stehen und nicht alle dieser Zielgruppe stehen auf Mariandl und Schwarzwaldmädel. Auch ganze Familien wollen sich über die Weihnachtsfeiertage nicht genau diese Filme anschauen, die sie ihren Kindern ansonsten nach Möglichkeit verbieten. Es gibt nun wirklich genug Sender, dass man glauben könnte, es ist für jeden etwas da, aber genau so ist es eben nicht.

      Ich hoffe, Du lachst Dich nicht tot.

      Ach ja, und noch etwas. Warum hat den Amazon und die Leihfilmfirmen genau an solchen Tagen solch einen enormen Umsatz? Nicht jeder allerdings hat auch einen DVD Recorder.